Der deutschen Wirtschaft geht es schlecht
Hilft allein Mehrarbeit?
Wenn man einigen der Damen und Herren, die unser Land regieren, zuhört, denkt man, das größte Problem der deutschen Wirtschaft sei die Arbeitsmoral der Deutschen. Tatsächlich wurde bereits vor langer Zeit die Aussage "Leben, um zu arbeiten" umgewandelt in "Arbeiten, um zu Leben", aber ist das ein Verbrechen?
Umso mehr ärgert mich eine solche Aussage, da sie zwei noch viel größere Probleme, die der deutschen Wirtschaft Schaden zugefügt haben, ausblendet und verschweigt: Ein Versäumnis von Investitionen und eine kaputtgesparte Infrastruktur.
Die Probleme reichen von kaputten Straßen über unpünktliche Züge bis hin zu maroden Brücken und machen den Standortvorteil Deutschlands zunichte. Staus, Verspätungen und Sperrungen belasten Unternehmen und Bürger durch gestörte Lieferketten, erhöhte Transportkosten, sinkende Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Desweiteren sinkt die Attraktivität der Arbeitsplätze.
Der Bundesverkehrsminister, Patrick Schnieder, hat sich einiges vorgenommen, um die Situation zu verbessern. Dazu gehören massive Investitionen in Sanierung insbesondere des Brücken und Schienennetzes, Digitalisierung ( Stichworte sind hier Glasfaser und 5G), Ausbau des ÖPNV und dessen Taktverdichtung sowie Förderung nachhaltiger Mobilität, z.B. des Rad- und Fußverkehrs. Planungs- und Finanzierungsprozesse sollen einfacher werden, um den Sanierungsstau zu beenden und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Maßnahmen wie Ausbau des ÖPNV und Förderung des Radverkehrs sind ebenfalls notwendig, denn durch sie werden die Straßen entlastet.
Was den ÖPNV angeht, so hat das Deutschlandticket sicher schon einige positive Auswirkungen erzielt. Auf dem Lande ist jedoch der ÖPNV nach wie vor nicht konkurrenzfähig zum Auto, und das wird er höchstwahrscheinlich auch nie sein. Die Lösung ist Park & Ride. Diese Möglichkeit sollte daher noch weiter ausgebaut werden mit kostenlosen Parkmöglichkeiten an Bahnstationen am Rand der Ballungsgebiete und von dort einem gut getakteten ÖPNV in die Stadtzentren. Es sind nämlich die Ballungsräume und die Stadtzentren, wo wir die Straßen entlasten müssen; auf dem Land stellt sich dieses Problem nicht, zumindest nicht in diesem Ausmaß.
Auch der (Alltags-)radverkehr muß gefördert werden, denn jeder Radfahrer mehr ist ein Autofahrer weniger und somit einer weniger, der die Straßen belastet. Selbst wenn nur im Sommer geradelt wird...auch das hilft schon. Leider läuft in dieser Hinsicht aber nach wie vor viel falsch. Motivationskampagnen wie "Stadtradeln" und "Mit dem Rad zur Arbeit" nützen nämlich nur dann langfristig, wenn sich die Fahrradinfrastruktur verbessert. Und was diese angeht, so ist bei den Dingen, die gemacht werden, leider auch viel blinder Aktionismus dabei. So ägern sich Autofahrer verständlicherweise über die Umwandlung von Autospuren in Radfahrstreifen, wenn darauf kaum Radfahrer unterwegs sind. Und dass da kaum welche unterwegs sind hat Gründe: 1.) Wenn es irgendwo mal ein Stück guten Radweg gibt, ändert das nichts an der Tatsache, dass man davor und danach wieder gefährlichen Situationen ausgesetzt ist. Es fehlt an einer DURCHGÄNGIGEN Fahrradinfrastruktur. Die Radverkehrsplanung einer Stadt muss ganzheitlich gedacht werden. Am besten je 1 Radschnellweg von Nord nach Süd und von Ost nach West. Alternativ, sollte sich dieses einfacher realsieren lassen, einen Radschnellwegring ( ähnlich wie in Münster ).
Bürgerreporter:in:Astrid Günther aus Duisburg |
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