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Ein Kompliment

    Ja, doch, ich spreche all denen, die bei unserem Tag der offenen Tür als Helfer dabei waren und auch Ihnen als Besucher ein großes Kompliment aus. Sie haben uns einen unglaublichen Tag geschenkt. Meine Menschen hier im Tierheim haben sich so bemüht, es für alle hübsch zu machen und dann kamen Sie in so großer Zahl zu uns …welch schönes Lob für meine Menschen.
Ich weiß, ich bin vielleicht ein wenig spät dran, mich zu bedanken, aber ich musste zuerst einmal Pino davon überzeugen, dass ich ihm beim Tagebuch helfen kann und soll. Ach so, ja ICH das bin ich, ähm, ja also Rusty. Sie kennen mich, Pino hat immerhin doch ein paar Mal auch von mir geschrieben. Ich habe ihn schon so oft gefragt, ob nicht ich auch einmal Einträge ins Tagebuch schreiben dürfte und immer meinte er, dass ich ja keine Katze sei.
Da hat er Recht der gute Pino - schlauer Hund! Ich bin wirklich keine Katze. Aber er hat seine Meinung geändert und das hat nichts mit meiner Körpergröße zu tun, als Dackel-Mischling kann man nun mal keine 2,50 Meter groß sein. Nein, ich habe das Glück, dass 2 Dinge passiert sind:
Erstens durfte ich beim Tag der offenen Tür nach vorne in das kleine Hundehaus umziehen, sozusagen direkt zu unseren Katzen und zweitens leidet Pino unter einer Art Schreibblockade. Er sagt, dass das jedem guten Tagebuchschreiber mal passiere kann. Gut, wenn er meint … ich denke eher, dass er gerade ein mentales Tief hat, weil er einfach schon viel zu lange hier bei uns ist ohne auch nur 1x wirkliches Interesse bei Besuchern geweckt zu haben. Da kann er mir sagen was er will, das wirft jeden Hund aus der Bahn.
Egal wie sehr sich unsere Menschen auch bemühen eine Familie zu ersetzen und wir hier im Tierheim definitiv ein gutes zu Hause haben, so fühlt sich das Schnarchen hier anders an als im eigenen Bett.
Wieso ich „schnarchen“ sage? Weil Pino schnarcht! Wahrscheinlich würde er sagen, er atmet nur laut und ein Hund wie Charlie würde mir erklären, dass er schnarchen muss, um uns andere alle zu beschützen, aber das ich doch alles Humbug. Sie schnarchen und da ist auch nichts Verwerfliches daran zu finden.
Ich höre mich selbst ja nicht, vielleicht atme ich auch laut, um alle anderen zu beschützen und weiß es nur nicht.
Aber ich schweife vom Thema ab.
Also unendlich großen Dank an alle Menschen, die uns am Tag der offenen Tür besucht haben, die uns so viele nette Worte zugerufen haben … so etwas brauchen wir, wir brauchen diese Zuversicht, sonst verlieren wir die Hoffnung.
Ich habe ja schon gesagt, dass ich beim dem Fest sozusagen in erster Reihe saß – richtig mittendrin schon fast. Das war sehr aufregend für mich und ich muss mich auch noch bei einem Menschen ganz besonders bedanken. Ihnen ist sicherlich mein tolles Halstuch aufgefallen…ja, ich bin so richtig chic seit dem Fest. Ich habe das Halstuch geschenkt bekommen von einer ganz tollen jungen Frau, die das selbst gemacht hat. Und ich finde, es steht mir richtig gut. Vielleicht setze ich damit einen Trend – wer weiß, vielleicht schreibe ich noch einen Hundeblog und werde ein Influenzer.
Ha, da schauen Sie jetzt aber, gell! Ich bin total informiert was die heutige Zeit anbelangt und wie wichtig es ist, in bestimmten Medien präsent zu sein. Nein, keine Angst, wir fangen jetzt nicht an jeder einzelne Bewohner einen Blog zu schreiben oder Internet Seite zu schaffen – nein, die Arbeit überlassen wir unseren Menschen hier. Mit unseren Pfoten stellt sich das manchmal nicht so einfach dar zu tippen, daher wäre noch mehr Schreibarbeit nicht ganz so toll.
Ich finde unser Tagebuch ist für uns schon gut und das führen auch wir und unsere Menschen machen dann den kleinen Rest dazu.
Aber ich schweife schon wieder ab – so ein Mist aber auch!
Also danke für mein Halstuch und die kurze Fotosession – das hat mir viel Spaß gemacht. Und was ich auch noch besonders toll fand, waren die Hunde mit ihren Rollstühlen – sagt man das dann so? Rollstuhl? Es könnte auch Hüpfhilfe oder Rennwagen heißen so wie diese Hunde hier im Tierheim eingelaufen sind. So viel Freude und so viel Energie – das hat mich doch in der Tat richtig mitgerissen. Und nicht nur mich, sondern alle Menschen auch. Die einen hatten Tränen in den Augen vor Rührung und die anderen waren einfach nur sprachlos, mit welchem Schwung die Rollis da um die Ecke kamen. So viele Menschen habe ich noch nie so schnell auf dem Boden sitzen sehen. Schauen Sie sich mal die Bilder in unserer Bildergalerie an … Sie werden verstehen, was ich meine. Das war wirklich ein gelungener Besuch! Aber das Fest war insgesamt einfach nur schön. Es lag sicherlich nicht nur an meinem tollen Platz, von dem aus ich alles viel besser sehen konnte. Nein es lag schon mehr an unseren Menschen und Ihnen liebe Besucher. Sie haben Freude und gute Laune mitgebracht und vor allem auch richtig gutes Wetter – Sie dürfen alle zum nächsten Fest wieder kommen!
Und unsere Menschen? Unsere Menschen werden hier im Tagebuch immer wieder gelobt und gelobt – ja, kann man nicht oft genug machen, schon gut Pino - und das geschieht auch zu Recht. Aber alleine könnten das unsere Menschen nicht schaffen. Deswegen möchte ich mal die loben, die das Helfen beim Fest als normal ansehen und einfach immer dann da sind, wenn wir sie brauchen. Sei es dieses unendlich große Zelt aufbauen oder all die kleinen Zelte und Bänke und Tische und dann das Kochen und Backen und Spenden sammeln und Besorgen und Putzen und Basteln und Stricken und Bauen … es passiert so viel vor dem Fest, was man dann als Besucher nicht sieht, dass es leider viel zu oft vergessen wird.
Danke dafür!
Und dann das Kaffee kochen und Geschirr spülen und hin- und hertragen und lächeln und reden und Fragen beantworten und verkaufen und rennen und schauen und aufpassen und Kuchen auffüllen und Getränke auffüllen und Tombola Lose verkaufen und Preise ausgeben….
Danke dafür!
Und falls Sie glauben, dass danach, wenn dann die Besucher zufrieden nach Hause gegangen sind, hier schon alles vorbei ist, dann täuschen Sie sich. Dann sind wieder oder immer noch vielmehr Menschen da, die mit unseren Menschen zusammen mit Zelten, Tischen und Bänken kämpfen, die Müll einsammeln, damit wir uns nicht verletzten, die uns loben, weil wir so toll waren, die aufräumen und verräumen, die müde sind, aber dennoch solange weiter machen, bis unser Zuhause wieder das Zuhause ist, wie es vor dem Fest war.
Kein großes Zelt mehr, keine Kuchen, keine Tische, die im Weg stehen – dafür noch wunderschöne Blumen und Dekoration, die unser kleines Zuhause immer noch schöner machen.
Mit jedem Fest, bleibt irgendwie immer ein klein wenig Fest übrig – habe ich mir von denen sagen lassen, die schon mehr als einen Tag der offenen Tür hier erlebt haben.
So wie das Tagebuch seine Magie hat, so versprüht unser Tag der offenen Tür, unser Fest, immer einen besonderen Duft, den wir Bewohner lange wahrnehmen – es ist fast so, wie wenn wir alle enger zusammen wachsen würden. Und wissen Sie was das Schöne daran ist? Pino hat es mir erklärt…dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit geht nicht mehr weg. Wir hier, wir Bewohner mit unseren Menschen gehören zusammen – natürlich würde ich jetzt nicht bei Tyson einziehen wollen, aber auf ihn aufpassen tue ich natürlich schon, egal wie sehr er mich anbellt der große schwarze Kerl.
Tja und das war er jetzt also mein erster Eintrag ins Tagebuch. Hat gar nicht weh getan und ich bin mir sicher, dass ich Pino überzeugen kann, dass es nicht mein letzter Bericht für Sie war.
Hat Spaß gemacht.
Vergessen Sie uns nicht!
Ihr
Rusty

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4 Kommentare
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 02.10.2018 | 23:01  
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Werner Szramka aus Lehrte | 03.10.2018 | 09:29  
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Peter Müller aus Wallersheim | 03.10.2018 | 11:11  
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Tina vom Saalestrand aus Bad Kösen | 03.10.2018 | 22:10  
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