Winterzeit
Weihnachten

Albert | Foto:  Sabine Pollok
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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

es ist wieder zu soweit ... der Schnee ist weg.
Ich wollte Ihnen einen wundervollen winterlichen Tagebucheintrag schenken und Sie so auf Weihnachten und die Feiertage einstimmen. Nun, wir hatten ein Fotoshooting mit tollem Schnee und viel Sonne und noch viel mehr Spaß, aber leider hat diese schöne weiße Pracht nicht lange gehalten.
Ich weiß, es gibt immer Menschen, die nicht glücklich sind, wenn der Winter kommt, weil es kalt wird und Schnee scheint auch nicht überall Begeisterung auszulösen. Aber wenn ich dann heute so zum Fenster raus schaue, dann will ich da überhaupt nicht vor die Tür gehen - nein, ich bin kein Hund, der gerne nass und schmutzig wird. 
Ich habe auch ein paar Dinge bei dem letzten Fotoshooting gelernt: Bonnie ist ein absoluter Schnee-Fan, Henry liebt es Schnellbälle zu fangen - wenn er sie denn findet - und Lenny, ja, Lenny liebt einfach Ballspielen, vollkommen egal, über welchen Untergrund er fliegt, um den Ball zu holen. 
Und wenn Ihnen als aufmerksamer Leser nun auffällt, dass ich Paolo gar nicht erwähnt habe, dann vermuten Sie richtig!
Paolo ist ausgezogen! Das ist schon ein echter Paukenschlag vor Weihnachten und freut mich sehr, dass er nun endlich seine Menschen gefunden hat. Ich hatte es schon geahnt, denn er hat sich diesen Menschen gegenüber wirklich ins Zeug gelegt und da kann man nur sagen, gut gemacht. 
Aber es gab noch einen weiteren Auszug aus dem Hundehaus und zwar unser Lenny!
Es freut mich so sehr für den kleinen Mann, dass er seine Familie gefunden hat und dort auch noch nicht nur Menschen, die ihn sofort ins Herz geschlossen haben, sondern noch dazu einen Weggefährten und neuen Freund. Viel Spaß mein kleiner Kumpel, es wird mir fehlen, dir beim Spielen zu zu sehen.
Ich selbst bin ja nach wie vor von Spielen als Beschäftigung nicht überzeugt. Suchen, ja, das macht mir Spaß. Immer wenn ich mit meiner Patenmama Gassi gehe, fallen ihr neue Verstecke ein, wo ich dann Leckerli suchen darf. Gott sei dank darf ich die dann auch behalten. Ich mag es schöne Gassirunden zu laufen. Ich muss auch nicht rennen, aber meine Pfoten wollen sich schon ein wenig bewegen.
Meine Menschen hier sagen immer, dass wenn ich spielen würde, ich dann auch Bewegung hätte. Aber warum soll ich denn einem Ball hinterherrennen und den dann wieder zurückbringen? Vielleicht sollte ich dabei nicht so an mich denken, sondern an den Menschen, der sich dann sichtlich freut, wenn er ihn wieder bekommt. Liegt darin das Geheimnis des Spielens? Geht es gar nicht um uns, die wir den Ball holen und bringen, sondern um Sie, die den Ball wegwerfen und dann wieder bekommen? Hm, also ich finde diese Thematik in der Tat etwas verwirrend. 
Auch Henry konnte mir dazu nicht viel sagen. Er findet es zwar ohne Frage toll, wenn er Schneebälle suchen darf, aber warum er es toll findet, konnte er mir nicht beantworten. Noch dazu muss ich gestehen, dass diese Form von Ball-Spiel noch weniger sinnvoll erscheint, wenn ich etwas weißes in etwas weißem suchen soll, das dann auch nicht mal fest bleibt, sondern kaputt geht, wenn ich drauf beiße. Aber Henry fand das absolut umwerfend und hat es auch nicht persönlich genommen, dass er nicht so viele Schneebälle gefunden hat. 
Bonnie dagegen ist auch nicht gerade die große Ball-Königin, aber sie liebt es im tiefen Schnee zu rennen. Sie fliegt förmlich über den Schnee hinweg. Zwischendurch sucht sie dann immer wieder festen Boden unter den Pfoten und trockenen Untergrund, weil doch ihr kleines Bäuchlein sehr nah am Boden ist mit ihren kurzen Beinen und wer will schon einen kalten Bauch haben. Aber Bonnie war so schnell unterwegs, dass das Fotoshooting nicht wirklich viele Bilder gebracht hat, nur viel Entzücken bei unserem Foto-Mensch.
Aber vielleicht haben wir ja nochmal Glück und der Wettergott schenkt uns ein paar wundervolle Tage mit schönem weißen Schnee und viel Sonne und dann gibt es bestimmt wieder ein großes Fotoshooting.

Was ist sonst noch passiert?

Oh ja, natürlich, etwas ganz wundervolles und es bleibt dabei, das Tagebuch hat seine ganz eigene magische Wirkung auf uns: Sam ist aus dem Katzenhaus ausgezogen.
Und das war auch nicht der einzige Auszug aus dem Katzenhaus. Stella und Clara  haben ihre Familien gefunden und durften noch vor Weihnachten ausziehen.

Auch Familie Chinchilla würde sich über ein kleines Weihnachtswunder freuen. Sie suchen nach wie vor ein Winterquartier und sind auch leider nur noch zu dritt. Eines der Babys ist verstorben. Ich weiß, es ist sicherlich eine große Herausforderung gleich 3 neue Familienmitglieder aufzunehmen, aber vielleicht findet sich doch noch ein Kenner und Liebhaber, der Familie Chinchilla das Jahr 2024 als Glückjahr schenken will.

Unsere Menschen sind da immer sehr vorsichtig, dann leider wissen wir Bewohner hier und Sie mittlerweile auch, dass viel zu viele Tiere als Weihnachtsgeschenke in eine Familie einziehen, ohne vorher zu wissen, ob es denn überhaupt das passende Geschenk ist. Unsere Menschen passen sehr genau auf, wer sich in der Zeit vor Weihnachten für uns interessiert. Gott sei dank, denn nichts ist schlimmer ein geglaubtes neues Zuhause einfach wieder verlassen zu müssen. Das ist nicht nur verwirrend, es kann einem auch den Glauben daran nehmen, dass man als Wesen verdient hat, das große Glück zu finden. Daher bin ich unseren Menschen mal wieder sehr dankbar, dass sie uns schützen. 

Ich habe noch eine schlechte Nachricht für uns alle und ich kann es nicht leiden, solche Zeilen zu schreiben, aber es ist der Lauf des Lebens.
Leider ist unser Charly verstorben. Charly war lange Zeit nicht nur Bewohner des Hundehauses, sondern hat auch das Tagebuch geführt und zusammen mit seiner Patenmama viele tolle Abenteuer auf seinen Spaziergängen rund ums Tierheim erlebt. Seine Entwicklung bei uns, sein Auszug und sein Leben mit seiner liebenden Familie war eine Sensation - ich kann es nicht anders formulieren. Charly hat mit seiner Geschichte sehr viele Menschen bewegt und sein Auszug vor ein paar Jahren war eines der schönsten Geschenke, die das Tagebuch je gemacht hat.....Aber Charly war auch kein Jungspund mehr und sein Leben vor uns hat viel Kraft gekostet. Ich weiß von den Erzählungen von seiner Patenmama, die ich auch kenne, dass er jeden Moment seines neuen Lebens genossen hat. Wohl verdient Charly und ich bin mir sicher, dass unsere Menschen mit einem traurigen Lächeln an Dich denken werden.

Ich möchte mich bei Ihnen für das Jahr 2023 bis hierhin bedanken. Wir hatten am 17.12.2023 unsere Weihnachtsfeier und es haben uns sehr viele Menschen besucht, die viel Zeit bei uns verbracht haben und unsere Menschen gelobt haben - was nicht oft genug der Fall ist. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Höchstädt konnten unsere Menschen sich über viel Besuch und gute Gespräche freuen. Es ist so wichtig für uns Bewohner, dass unsere Menschen Unterstützung erfahren. Es tut gut zu hören, dass man etwas richtig macht, auch wenn man es vielleicht weiß. Wir werden ja auch gelobt, wenn wir etwas richtig machen und bekommen ein Leckerli.....

Ich darf Ihnen im Namen aller Bewohner des Tierheim Höchstädt schöne Weihnachten und erholsame Feiertage wünschen, hoffentlich können Sie ein wenig Ruhe und Zeit für Gemeinsamkeit finden und die Hektik des Alltags vor der Tür im Regen stehen lassen.
Wir danken Ihnen allen für Ihre Unterstützung und Hilfe und hoffen, dass Sie uns treu bleiben.
Vergessen Sie uns nicht.
Ihr
Albert

Tierheim Höchstädt

Bürgerreporter:in:

Sabine Pollok aus Dillingen

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