Auszüge
So kann es doch ....

Sissi
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Ich begrüße Sie alle bei einem neuen Eintrag ins Tagebuch.
Mein Name ist Sissi und ich bin eine Bewohnerin des Miezhaus im Tierheim Höchstädt.
Nachdem Keks immer wieder darüber klagt, dass er keinen Ansprechpartner im Katzenhaus findet und bei seinem letzten Besuch an unserem Miezhaus so nett gefragt hat, ob ich ihm nicht aushelfen kann, werde ich ihm nun hin und wieder mit ein paar kleinen Geschichten weiterhelfen.
Sie haben mein Näschen nun schon einige Zeit immer wieder im Tagebuch auf Bilder gesehen, aber viel gelesen haben Sie bestimmt noch nicht von mir. Ich bin vor einiger Zeit hier im Tierheim eingezogen und war das, was man eine wilde Katze nennt. Ich konnte nichts mit Menschen anfangen, wollte auch nichts mit diesen komischen Händen zu tun haben und war einfach nur unglücklich hier zu sein. Ich bin gemeinsam mit meinen Kindern eingezogen und habe auch später hier nochmals meine Familie vergrößert und Babys zur Welt gebracht. Der Plan der Menschen für mich war, dass ich meine Babys groß ziehe, gesund werde und dann wieder als wilde Katze leben darf, da keiner erwartet hat, dass ich mich je an Menschen gewöhnen würde.  Das ist nicht so unüblich, wenn sich Katzen, die ohne Menschenkontakt groß geworden sind einfach nicht mit dem Wesen Mensch anfreunden können. Auch hier leben 2 Hofkatzen - vielmehr eine Katze Mila und ein Kater Shircan. Beide wollen nicht bei einer Familie einziehen, sie zeigen deutlich, dass der Mensch für sie nicht als Mitbewohner notwendig ist, sind aber mehr als glücklich, dass sie hier bei uns leben dürfen. Sie werden umsorgt und gepflegt, soweit sie es eben zu lassen, wissen, dass sie hier immer einen sicheren Platz zum schlafen finden und haben eine perfekte innere Uhr, wenn es um die Fütterungszeiten geht. So in der Art, war also auch der Plan für mich. Nun was soll ich sagen. Nachdem meine Erholungszeit länger als erwartet gedauert hat und die Menschen hier gar nicht so ohne sind, immerhin versorgen sie uns regelmäßig mit Futter und Wasser und einem warmen und weichen Bett, habe ich mir diese großen Wesen mit diesen komischen Händen doch einmal näher angesehen. Mittlerweile kann ich es sogar ab und dann für kurze Zeit genießen, wenn ich gestreichelt werde, aber ich würde mich nicht als große Kuschelmaus bezeichnen. Dennoch finde ich es nicht mehr so schlimm, Menschen um mich zu haben und deswegen hat sich der Plan für mich und meine Zukunft geändert. Wenn sich der richtige Mensch findet, dann darf ich in ein wohl behütetes Zuhause ausziehen.
Es würde sogar die Möglichkeit bestehen, dass ich gemeinsam mit meiner Tochter Sabse dieses Leben führen kann.
Sabse wohnt mit mir zusammen im Miezhaus. Wir haben es nicht für uns alleine, sondern Paulina mit ihrer Tochter Pflaume und Mara leben ebenfalls hier und zusammen sind wir ein ziemlich bunter Haufen.
Sabse ist, so wie ich, eine willensstarke und etwas eigensinnige Katzendame, aber sie liebt Menschen. Ich beobachte immer wieder fasziniert, wie sie sich freut, wenn Menschen kommen und sie kuscheln kann. Wahrscheinlich hat sie mich auch ein wenig dahingehend beeinflusst, dass ich nicht so ganz abgeneigt gegenüber Menschen bin. Natürlich muss ich nicht mit meiner Tochter in ein neues Leben starten, aber es wäre sicherlich einfacher, wenn ich mich an einen menschenaffinen Katze orientieren kann, wenn es um eine neue Familie geht.
Das war nun aber auch genug von mir.... Das Tagebuch dient ja nicht dazu, dass man nur über sich selbst erzählt. Sie wollen ja erfahren, was so alles bei uns los ist und nicht nur meine Sicht der Dinge kennen lernen.
Also fangen wir damit an, dass ich vielleicht eine Art Glücksbringer fürs Tagebuch bin, denn ich darf von ein paar sehr tollen Auszügen berichten.
Ja, ein paar meiner Artgenossen haben endlich eigene Familien für sich gefunden und ich freue mich sehr für alle. Da wären Suse gemeinsam mit Samira, Simba stellt mit seinem Kumpel Karlie die neue Welt auf den Kopf und Sammy durfte schon vor einiger Zeit mit seinem Freund Siggi in ein neues Leben starten. Ganz besonders freut es mich, dass 2 meiner Artgenossen, die auf einer Pflegestelle leben, dort nun auch bleiben dürfen. Vince und Vito haben nun lange genug dafür gearbeitet, dass ihre Pflegestelle nachgibt und haben sich nun endlich durchgesetzt. Also eigentlich kein Auszug, sondern ein fester Einzug!
Auch im Hundehaus tut sich endlich wieder etwas! Ich kenne die Hunde ja nur vom Sehen, wenn ich an meinem Aussichtsfenster im Miezhaus sitze und ihrem Treiben im Auslauf zusehe. Aber Chiko ist mir immer aufgefallen. So viel Energie und so viel Begeisterung fürs Leben im allgemeinen. Es freut mich sehr, dass er nun auch endlich eine Familie gefunden hat, sie ihm genau das Leben bieten kann, das er sich wünscht. Wir haben auch schon eine kleine Nachricht von ihm bekommen, dass es ihm sehr gut geht und er jeden Tag ganz viele neue Dinge lernen darf. Es ist mehr als erfreulich, wenn unsere Hunde ihre Talente auch nutzen können und diese gefördert und gefordert werden. Nehmen Sie zum Beispiel Paolo. Er ist auf den ersten Blick vor allem ein sehr gut aussehender Hund und natürlich ist seine Rasse für Gelehrigkeit und Wissen bekannt. Aber natürlich muss man auch damit umgehen können. Paolo ist kein Hund, der mal so nebenher im Leben laufen kann. Er braucht Bewegung und Beschäftigung und er muss auch noch so unfassbar viel lernen. Manchmal tun mir unsere Menschen leid, wenn er gerade mal wieder seine speziellen 5 Minuten hat und nur springen und hüpfen will. Er ist einfach noch ein sehr junger und absolut überhaupt nicht geschulter Vertreter seiner Rasse. Aber unsere Menschen wären nicht unsere Menschen, wenn sie sich unterkriegen lassen würden. Paolo lernt nun richtig an der Leine zu gehen und nicht immer vorne weg zu rennen.  Ich bin mir sicher, dass sich hier bald die ersten richtigen Erfolge einstellen werden, denn Paolo ist ein sehr schlauer Kerl.
Und ein paar neue Bewohner gibt es im Hundehaus auch. Mittlerweile sind insgesamt 3 Fundhunde eingezogen und scheinbar werden sie nicht vermisst. Finden Sie das auch so erstaunlich wie ich? Ich meine, wenn mich kein Mensch vermisst hat, liegt das daran, dass ich bei keinem Menschen gelebt habe, aber wie kann man denn seinen bellenden Mitbewohner nicht vermissen - vor allem, wenn er so gerne bellt  wie die Drei. 
Ich habe auch mal Bilder von ihnen mit ins Tagebuch gepackt, in der Hoffnung, dass Sie vielleicht wissen, wo sie die 2 Mädels und der Bub hingehören. 

Und leider muss ich auch sozusagen in eigener Sache etwas ansprechen.
Bei uns kommen immer häufiger sehr kranke oder verletzte Artgenossen meinerseits an, die aber eine echte Chance auf ein gutes Leben verdient haben. Aktuell haben wir 2 ganz besonders schwere Fälle mit Tessa und Gloria, die beide viele Behandlungen und Aufenthalte in der Klinik hinter sich haben bzw. wieder vor sich haben. Zu unser aller Glück versuchen unsere Menschen alles Mögliche und darüber hinaus zu schaffen, damit Tieren wie eben Tessa und Gloria geholfen werden kann - auch wenn das unendlich viel Geld kostet. Ich weiß, es ist nicht schön, wenn man um Geld gebeten wird, aber nicht nur, dass unsere Menschen für uns Katzen ein neues Zuhause bauen wollen, nein unsere Menschen wollen auch jedem Tier in Not helfen, ohne überlegen zu müssen, ob es am Geld scheitern könnte. 
Daher bin ich einfach gleich bei meinem ersten Eintrag ins Tagebuch so unverschämt und direkt und bitte Sie nicht nur um Ihre positiven Gedanken, sondern auch um Ihr Geld. Wenn jeder, der das Tagebuch liest, jeder, der unsere Homepage besucht oder uns bei Facebook oder Instagram folgt jeden Monat 1 Euro spendet, dann können Sie nicht nur sprichwörtlich sondern wirklich Leben retten.
Seien Sie unser Freund und unterstützen Sie uns Tiere in Notlagen.

So und damit entlasse ich Sie für heute aus dem Tagebuch und freue mich, wenn ich irgendwann wieder einen Eintrag für Keks übernehmen darf.
Haben Sie eine gute Zeit.
Ihre
Sissi

Wenn Sie uns unterstützen möchten finden Sie alles unsere Angaben unter www.tierheim-hoestaedt.de.
Unser Spendenkonto lautet: VR-Bank Donau-Mindel, DE63 7206 9043 0040 5850 50 oder über Paypal

Bürgerreporter:in:

Sabine Pollok aus Dillingen

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