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Tauchen einmal anders

  Text: Roland Frese
Fotos: Martin Stümpfig

Elegant und schwerelos durch das kristallklare warme Wasser eines Südsee-Atolls zu schweben, umgeben von Mantas, Walen und Delphinen, die neugierig an einem vorbeiziehen. Das ist es, was wohl den Reiz und die unvergesslichen Erlebnisse beim Tauchen ausmacht.

Nun sind 6 Mitglieder des Tauchsportclubs Marburg (TSC) angetreten, um zu beweisen, dass Spaß beim Tauchen auch anders geht. Schauplatz ist der Niederweimarer See, wo in diesem Jahr zum ersten Mal ein neuer Spezialkurs durchgeführt wurde.

Wer sich für das Gerätetauchen interessiert, erhält beim Tauchsportclub Marburg selbstverständlich eine umfassende sicherheitstechnische Ausbildung. Speziell für diejenigen, die das Tauchen noch sicherer gestalten wollen, hat der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), erst vor kurzem einen Spezialkurs „Problemlösungen beim Tauchen“ entwickelt, in Zusammenspiel mit der Fortbildung zum so genannten „Self Rescue Diver“.
Überall wo Technik mitspielt, kann es auch zu Unvorhergesehenem kommen. Sich auf solch
Unvorhergesehenes gedanklich einstellen zu können, Zwischenfälle unter Wasser zu meistern oder besser noch im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden ist das Ziel dieses Kurses.

Ich nehme es vorweg: Der Kurs war ein voller Erfolg. Ausbildungsleiter Martin Stümpfig und Dr. Burkhard Wagner haben uns vielfältige Techniken zur Selbsthilfe unter Wasser gezeigt und somit erstaunliche Alternativen wie ein unvergessliches Taucherlebnis aussehen kann.

Der zweitägige Kurs, der sich über ein Wochenende erstreckte, begann - auch wenn das für den ein oder anderen ein Widerspruch zu sein scheint - mit spannungsreicher fortgeschrittener Theorie über Ausrüstung, Sicherheit und den neusten Erkenntnissen von Tauchunfallanalysen. Grundlagen, um das eigene Tauchen so sicher wie möglich zu gestalten.

Auch Taucher sind Menschen! Über die Zeit und über erlangte Erfahrungen baut jeder Stück für Stück seine eigene Tauchausrüstung zusammen. Andererseits weiß auch jeder Taucher, dass es die verschiedensten Variationen bei der Ausrüstung gibt. So haben wir dann auch die uns gewohnten Ausrüstungskonfigurationen nach logischen und Sicherheitskriterien auf den Prüfstand gestellt. Und tatsächlich haben einige von uns auf Basis der neuen Erkenntnisse daraufhin ihre Konfiguration
geändert.

Dann kam es zum Äußersten: Wir gingen ins Wasser!
In zwei Gruppen bei je drei Tauchgängen haben wir verschiedenste Übungen zur Selbsthilfe durchgeführt, die wir vorher an Land genau durchgesprochen hatten:

Vom simulierten Bleiverlust unter Wasser und dem schnellstmöglichen Stoppen des daraufhin schlagartig einsetzenden Auftriebs, bis zum abblasenden Jacket und dem schnellstmöglichen Stoppen des daraufhin schlagartig einsetzenden Sinkens mit Hilfe der eigenen Boje.
Das Losschneiden unter Wasser von Leinen oder Netzen, in denen man sich verfangen hat. Wie
komme ich an mein Messer oder meinen Line Cutter, obwohl ich mich gerade verheddert habe, und
wie stecke ich das Schneidegerät unter Wasser wieder ein ohne mich dabei selbst zu verletzen?

Und und und...

Am Ende der zwei Tage hatten wir schließlich eine Menge miteinander und vor allem auch voneinander gelernt, viel Spaß gehabt und waren uns einig, dass dieser Kurs nicht nur spannend ist, sondern uns auch einiges überraschendes Neues gezeigt hat.
Sich Problemen, die man unter Wasser nicht haben will, zu stellen, das ist bemerkenswert.

Sich diesen Problemen im Rahmen eines Kurses zu stellen, in dem man sich spielerisch den Aufgaben nähern kann, betreut von zwei erfahrenen Tauchausbildern, die das Ganze mit einer gehörigen Portion Spaß auszugestalten verstehen; das ist tatsächlich auch etwas, das den Reiz und die unvergesslichen Momente beim Tauchen ausmacht.

Mein Fazit geht mit einer eindeutigen Empfehlung einher: Ein abwechslungsreicher Kurs, der alle, die gerne tauchen und gute Grundkenntnisse und Erfahrung haben, intensiv mit der eigenen Ausrüstung und den eigenen Fertigkeiten unter Wasser konfrontiert.

Text: Roland Frese
Bilder: Martin Stümpfig
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