Unterwegs in Münster
955 Jahre Münster (Lech): Ein Dorf feiert seine Geschichte
- Foto: Gemeinde Münster (Lech)
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Zwischen Lechauen, Feldern und sanften Hügeln liegt die Gemeinde Münster (Lech) – ein Ort, der in diesem Jahr einen besonderen Anlass feiert: 955 Jahre Geschichte. 955 Jahre – fast ein Jahrtausend Historie, das die tiefe Verwurzelung des Dorfes sichtbar macht.
Und doch verbindet Münster Historie nicht mit Stillstand, sondern mit einem lebendigen Gemeinschaftsgefühl, das sich besonders im Jubiläumsjahr zeigt.
Großes Festwochenende
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Münster im Hochmittelalter – seither hat sich der Ort stetig weiterentwickelt, ohne seine Identität zu verlieren. Bis heute prägen Landwirtschaft, Handwerk und ein starkes Gemeindeleben das Bild von Münster.
Gerade diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart steht im Mittelpunkt des Jubiläums „955 Jahre Münster“. Die Gemeinde nutzt das Jahr nicht nur zum Rückblick, sondern auch zum gemeinsamen Feiern. Höhepunkt ist das Festwochenende am 10. und 11. Oktober, das die Ortsgemeinschaft und Gäste aus der Region zusammenbringen soll. Geplant sind ein festlicher Dorfabend, die Einweihung des Münstersaals sowie Ehrungen für Menschen, die sich in besonderer Weise um das Gemeindeleben verdient gemacht haben.
Ein Ort mit Wohlfühlcharakter
Doch das Jubiläum ist nicht nur ein Blick zurück in die Geschichte, sondern auch ein Blick auf das, was Münster heute ausmacht. Die Gemeinde hat sich ihre überschaubare Größe bewahrt und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität entwickelt. Die Nähe zum Lech mit seiner naturnahen Auenlandschaft bietet Raum für Erholung und Naturerlebnis direkt vor der Haustür. Spaziergänger, Radfahrer und Naturfreunde schätzen die ruhigen Wege entlang des Flusses, der die Region landschaftlich prägt.
Stolze Gemeinschaft
Auch das Freizeitleben spielt eine zentrale Rolle. Ob Badesee, Bikepark oder Kneippanlage – das Angebot für Bürgerinnen und Bürger ist spürbar und trägt wesentlich dazu bei, dass Münster lebendig bleibt.
Das 955-jährige Jubiläum wird mehr als ein historisches Datum. Es ist ein Moment des stolzen Innehaltens und der Gemeinschaft.
Die Gemeinde plant ein vielfältiges Programm für ihre großen und kleinen Bürgerinnen und Bürger und freut sich auf zahlreiche Gäste. Feiern Sie mit!
- Gründungsurkunde von Münster aus dem Jahre 1071
- Foto: Gemeinde Münster (Lech)
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Vorläufiger Ablauf: „955-jähriges Gemeindejubiläum Münster“ am 10./11.10.2026
Samstag, 10.10.2026 – Ehrungen/Einweihung „Münstersaal“/Dorfabend
• 17 Uhr: Einweihung „Münstersaal“ (Rainer Str. 1) mit Ehrenabend für verdiente Bürger/innen
• 18 Uhr: Dorfabend im (beheizten) Zelt beim „Münstersaal“ | Catering bzw. Festwirt
• 19 Uhr: Stimmungs-/Partyabend mit Live-Musik (Band „startklar“ mit Sängerin Tabea)
Sonntag, 11.10.2026 – „955-jähriges Gemeindejubiläum“
• 9.30 Uhr: Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit anschl. Enthüllung und Segnung „Gründungsstein“ (Stele) im Pfarrhausgarten
• 10.45 Uhr: Festzug zum Zelt am „Münstersaal“ mit Vereinen/Fahnenabordnungen, Bürger/innen und Ehrengästen
• 11.15 Uhr: Kurze Ansprachen/Grußworte
• 11.30 Uhr: Mittagstisch – Catering/Festwirt mit Musik (Musikverein Holzheim)
• 13.30 Uhr: Kaffee und Kuchen – Obst- und Gartenbauverein
• Nachmittags
- Ausstellung und Vorträge zur Geschichte Münsters
- Aufführung der Kinder unseres Kindernests
- Rathaus
- Foto: Gemeinde Münster (Lech)
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Die erste urkundliche Nennung von Münster (Lech) – ein historischer Meilenstein
Die Geschichte der Gemeinde Münster (Lech) lässt sich inzwischen mit großer Sicherheit bis ins Jahr 1071 zurückverfolgen. Damit ist der Ort nicht nur 955 Jahre alt, sondern seine früheste urkundliche Erwähnung ist auch eindeutig belegt. Diese entscheidende Erkenntnis ist vor allem das Ergebnis intensiver heimatgeschichtlicher Forschung von Gerhard Pfitzmaier, Ortshistoriker des HBV Münster und Altbürgermeister der Gemeinde.
Im Staatsarchiv Augsburg stieß Pfitzmaier auf eine Urkunde vom 23. November 1071. Darin gründete der Augsburger Bischof Embriko das Chorherrenstift St. Gertrud und stattete es mit mehreren Gütern aus – darunter ein Besitz in „Munestra in Husa“. Diese Bezeichnung konnte zweifelsfrei dem heutigen Münster (Lech) zugeordnet werden. Damit ist die lange Zeit diskutierte Zuordnung zu einem anderen gleichnamigen Ort endgültig widerlegt.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich dieser Besitz über Jahrhunderte hinweg in zahlreichen Urkunden nachweisen lässt – bis zur Säkularisation im Jahr 1803. Die Forschung wurde schließlich durch den Historiker Felix Guffler M.A. bestätigt, der die Ergebnisse wissenschaftlich überprüfte und in der Fachwelt publizierte. Damit ist die Zuordnung heute auch offiziell anerkannt.
Für Münster bedeutet diese Erkenntnis mehr als nur eine Korrektur der Ortsgeschichte: Sie ist ein starkes Stück Identität. Die Gemeinde kann damit mit Fug und Recht auf 955 Jahre Geschichte zurückblicken und dieses besondere Jubiläum im Oktober feierlich begehen.
myheimat-Team:Madlen Ellmenreich aus Augsburg |
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