Bananen in Kranenburg
Kranenburg heißt ein kleiner, unbekannter, aber hoffentlich nicht unbedeuiender Ort am linken Niederrhein. Das dortige Museum Katharinenhof zeigt in seinen Standorten Katharinenhof, Stadtscheune und Mühlenturm normalerweise Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Im Sommer 2026 gibt es dort eine Sonderausstellung zu sehen. Thomas Baumgärtel macht dort mit seiner "NiederRhein Tour 2026 Freiheit für Kunst" Station.
Das Interesse, diesen schon lange nicht mehr besuchten aufzusuchen, ist geweckt. Also macht sich der Autor dieser Zeilen auf den Weg.
Es gibt die Werkgruppe "Holocaust / Apokalypse Erinnerung, Warnung, Verantwortung" zu sehen. "Die Werkgruppe greift auf fotographische Quellen, dokumentarische Bildtraditionen und kollektive Gedächtnisbilder zurück. Baumgärtel arbeitet hier vielfach mit Überblendungen, monochromen Gelb- oder Sepiatönen sowie zeichnerischen Überformungen, die eine Distanz zwischen dokumentarischem Ursprung und künstlerischer Aneignung schaffen," wie eine Werbebroschüre die Kunstpräsentation vorstellt.
Kranenburg hat einen gemütlichen historischen Ortskern; das Museum liegt in einer Seitenstraße nahe der Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul. Es ist auch mit Bus und Bahn ordentlich erreichbar.
Mobilitätseingeschränkte Besucher betreten das Museumsgebäude über den barrierefreien Nebeneingang; ansonsten nutzt man den Haupteingang mit seinen Treppenstufen. Der Sonderausstellungsraum befindet sich zwar im Erdgeschoß, aber auch hier gibt es einige wenige Treppenstufen zu überwinden.
Die Ausstellung ist überschaubar. Die Handdvoll Bilder zeigen altvertraute Motive - nationalsozialistische Aufmärsche und Leichenberge aus Konzentrationslagern. Aber keine Angst: ekelerregend ist das nicht. Die Bilder sind farblich verändert und so weichgezeichnet, daß das Grauen jener Zeit eher angedeutet wird. Diese Ausstellung ist was für Erwachsene, junge Betrachter können damit nichts anfangen. Es fehlen informierende Lesetexte an den Wänden sowie einführende Hinweistafeln neben den Bildern an den Wänden. Die künstlerische Position mag neu sein - einen Informationsgehalt gibt es nicht.
Wer möchte, kann sich danach Bilder regionaler Künstler im 1. Obergeschoß zu Gemüte führen.
Besucher sollten es vermeiden, einen Abort benutzen zu wollen. Den gibt es nämlich überraschenderweise nicht. Für öffentliche Museum ist dies eine absolute Seltenheit.
Bürgerreporter:in:Andreas Rüdig aus Duisburg |
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