Friede und Ruhe im Herzen
Die TV-Asahi-Kirschblütenallee auf dem Mauerstreifen
- hochgeladen von Bernd Dröse
Die Vegetation in BerlIn hinkt der unsrigen im Ruhrgebiet um 10-14 Tage hinterher. Deshalb konnte mir mein Bruder erst in der letzten Woche die Bilder von der Kirschblütenallee, die 1990 auf dem ehemaligen Mauerstreifen gepflanzt wurde, zusenden. Die Japanische Kirsche in meinem Essen-Wester Garten war zu diesem Zeitpunkt bereits verblüht.
Nach dem Mauerfall rief ein japanischer TV-Sender zu einer Spendenaktion auf. 140 Millionen Yen, etwa 1 Million Euro, kamen damals zusammen. Das reichte, um 9000 Japanische Kirschen in Berlin und Brandenburg pflanzen zu lassen - ein wunderbares Zeichen der Verbundenheit der beiden Länder . 1100 dieser Bäume bilden auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen Teltow und Berlin Lichterfelde-Süd Ende April einen etwa zwei Kilometer langen Tunnel aus rosa Blüten, der zahlreiche BesucherInnen anlockt.
Wo früher eine Mauer, Stacheldraht und Wachtürme die Freiheit der Menschen einschränkten und diese zum Teil sogar ihr Leben verloren, schlendern, feiern und picknicken heute jede Menge Leute und finden friedlich zueinander. Darunter auch viele Besucher aus Nippon, wie Japan (Land der aufgehenden Sonne), häufig genannt wird. Nach mehr als tausendjähriger Tradition versammelt man sich dort unter den Kirschblüten (Sakura) , die den Menschen Frieden und Ruhe in die Herzen bringen sollen. Und mit etwas Glück trifft man auf dem ehemaligen Mauerstreifen in diesen Tagen sogar Taiko-Trommler oder verkleidete Fans der Manga und Anime.
Dabei hat man Prunus serrulata, wie die ostasiatische Kirsche mit wissenschaftlichem Namen heißt und die keine essbaren Früchte hervorbringt, nur für ihre üppige Blütentracht gezüchtet.
Inzwischen ist sie weltweit verbreitet und erfreut die Menschen im beginnenden Frühjahr. Wer dieses Stück ostasiatischen Kultur in seinen Garten holen möchte, sollte jedoch darauf achten, dass er eine ungefüllte Sorte erwirbt. Die gefüllten Sorten bieten den heimischen Insekten nämlich kaum Nektar und Pollen. Die Sorte 'Amanogawa' gilt dagegen als sehr gute Bienenweide.
Damit Gäste mit längerer Anreise den richtigen Zeitpunkt der Blüte abpassen können, gibt es auf der Internetseite der Stadt Teltow sogar einen Kirschblütenticker 2026.
Mein Bruder hat es da besser. Er wohnt "direkt umme Ecke" und ihm verdanke ich die wunderbaren Bilder. Lediglich das letzte Bild wurde im heimischen Garten aufgenommen.
Bürgerreporter:in:Bernd Dröse |
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