Betriebslage im Harz-Weser-Netz
Züge im Südharz immer unpünktlicher
- hochgeladen von Bernd Jackisch
Südniedersachsen: Ergänzende Meldung zur Betriebslage im Harz-Weser-Netz - Nach Abbruch der Bauarbeiten: Züge im Südharz immer unpünktlicher
(Stand: 14.12.2025)
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!
Was nach Abbruch der Bauarbeiten zwischen Northeim und Walkenried durch DB InfraGO zu befürchten war, ist nun schneller als gedacht und mit voller Wucht eingetreten. Seit Samstag (13.12.) ist kein einziger Zug auf der Südharzstrecke pünktlich unterwegs. Eine massenhafte Störung von Schranken, die durch den Netzbetreiber auch nach zwei Tagen noch nicht behoben ist, sorgt für Verspätungen, die sich infolge des Schreibens von Befehlen und des Anhaltens vor gleich mehreren Schranken in Richtung Herzberg – Northeim auf bis zu 15 Minuten hochschaukeln. In der Gegenrichtung sind es bis Nordhausen „nur“ bis zu 10 Minuten.
Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Infrastruktur durch DB InfraGO und der Unwille oder die Unfähigkeit, die Arbeiten zur Umstellung der Stellwerkstechnik – was die Schranken miteinschließt – wenigstens nach 20 Jahren Verschleppung endlich fertigzustellen, zeigen nun massive Folgen, die natürlich nicht der Netzbetreiber, sondern die Kundinnen und Kunden ausbaden müssen.
„Es klappt fast kein Anschluss mehr“ hat Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ am Wochenende beobachtet. „Die RB82 nach Göttingen ist in Northeim weg, die Eckanschlüsse nach Kassel in Nordhausen sind es auch. Die Busanschlüsse in Herzberg, Bad Sachsa und Walkenried werden reihenweise verpasst. Nach Braunschweig wird es in Herzberg auch sehr eng, aber da zwischen Salzgitter-Bad und Braunschweig sowieso seit Tagen kein Zug fährt und auch hier die Arbeiten nicht fertig werden, kommt es darauf schon gar nicht mehr an.“
InfraGO behebt zum wiederholten Mal Störungen erst mit erheblicher Verzögerung – die neue Störung ist noch nicht einmal in Angriff genommen worden
Dass DB InfraGO zum wiederholten Mal im Südharz bei der Behebung einer relevanten Störung offenbar endlos viel Zeit hat und Störungskräfte am Wochenende offenbar grundsätzlich nicht ausrücken, erbost Reinboth noch mehr. „Wenn sie schon nichts hinkriegen bei den Bauarbeiten, dann sollten sie doch wenigstens die Störungen an der Alttechnik schnell beheben. Aber da sind wir vom Netzbetrieb in Leipzig ja schon sehr viel Schlimmes gewohnt, man denke nur an Pfingsten 2024, wo die Behebung bei der neuen Technik erst nach drei Tagen erfolgte, weil an den Feiertagen keiner Lust hatte, in den Südharz zu kommen. Dasselbe erleben wir jetzt wieder – tagelang wird in aller Seelenruhe zugeschaut, wie die Kunden massenhaft Anschlüsse versäumen.“
Reinboth fragt: „Wie tief muss dieses Unternehmen DB InfraGO eigentlich noch sinken, bevor die Verkehrspolitik in Berlin und Hannover endlich mal reagiert? Hier im Südharz wird geschludert und geschlampt, werden Termine 20 Jahre lang verschleppt. In Niedersachsen sind das Theater mit der Huntebrücke, die Verzögerung bei der Inbetriebnahme der Emsquerung, der erneute Verzug zwischen Salzgitter und Braunschweig weitere Beispiele für die absolute Unfähigkeit dieses Ladens, auch nur ein Problem zeitgerecht und im Sinne der Kunden lösen zu können. Da müssen wir gar nicht erst das mit Ansage erfolgte Desaster von Stuttgart 21 bemühen – unser Stuttgart 21 spielt sich aktuell zwischen Northeim und Walkenried ab.“
Vollsperrung als nächster Schritt?
Wie es weitergeht? Reinboth befürchtet, dass sich die Kette von Pleiten, Pech und Pannen noch über Jahre fortsetzen wird. „Es ist ja nicht einmal ansatzweise zu erkennen, wann und wie es mit den Bauarbeiten weitergehen wird. Bis dahin müssen wir als Kunden mit der immer störanfälligeren Alttechnik leben oder eben auf andere Verkehrsmittel umsteigen. DB InfraGO wird es auch fertigbringen, das eigene Unvermögen mit einer Streckensperrung und Schienenersatzverkehr zu kaschieren – denn ewig auf Befehl fahren, ist einerseits extrem anstrengend für Lok- und Stellwerks-personal und andererseits nur begrenzte Zeit gestattet.“
Michael Reinboth
Viele Grüße
Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz
37431 Bad Lauterberg
E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
Bürgerreporter:in:Bernd Jackisch aus Bad Lauterberg im Harz |
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