870. Newsletter Südharzstrecke
Kapitalbindung der DB - HATIX auf Schiene Seesen - Update Deutschlandticket-Story
- Foto: Höchste Eisenbahn
- hochgeladen von Bernd Jackisch
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!
1. Walkenried: Kapitalbindung nach Art der Deutschen Bahn
(Stand: 15.12.2025)
Die Beschaffung von moderner Signal- und Bahnübergangstechnik ist mit Sicherheit sehr teuer und wird immer teurer. Also sollte man doch davon ausgehen, dass solche Technik, einmal für viel Geld beschafft, dann auch umgehend installiert und genutzt wird, um den erheblichen Kapitalkosten wenigstens sinkende Personalkosten gegenüberstellen zu können.
Um allen Vorwürfen von wegen schiefer Vergleiche vorzubeugen: Klar, die beschaffte Technik tritt erst einmal als Wertzuwachs in der Bilanz auf, wohingegen die laufenden Personalkosten sich in der Gewinn- und Verlustrechnung finden. Aber die Kosten für die Kapitalbeschaffung und die Abschreibung für die technischen Güter schlagen dort ebenfalls zu Buche.
Altes und neues Einfahrsignal des Bahnhofs Walkenried aus Richtung Herzberg. Das neue Signal wird wohl einige Zeit liegend vor sich hin rosten. Siehe Bild: 2
Bei der Deutschen Bahn, genauer bei DB InfraGO, läuft das anders. Da laufen die Kosten für Zinsen und Abschreibung neuer Technik parallel zu den Personalkosten, weil man zwar neue Technik beschafft und auch aufstellt, sie dann aber nicht anschließt und folglich auch nicht in Betrieb nimmt. Für teures Geld beschaffte Technik rottet vor sich hin, während in den alten Stellwerken in Scharzfeld und Herzberg weiter die Hebel geschwungen werden. Das obige Bild ist nachgerade symbolisch für den Zustand des Netzbereichs der DB AG, von Stuttgart über den Südharz bis zur Huntebrücke bei Oldenburg. Die neue Technik liegt brach, die alte muss weiter genutzt werden.
Natürlich ist an der Gesamtsituation in erster Linie der Eigentümer, sprich der Bund, Schuld, weil er die Infrastruktur Bahnvorständen ausgeliefert hat, die sie – mit Wissen der jeweiligen Verkehrsminister – gründlich haben verkommen lassen. Aber die Situation entlang der Südharzstrecke, die ist allein und ausschließlich DB InfraGO anzulasten. Dieser „Betrieb“ verschleppt die Umstellung der Stellwerkstechnik nun schon seit 20 Jahren, und die Misswirtschaft findet in diesen Wochen ihre unrühmliche Fortsetzung.
Die RB81 Nordhausen – Bodenfelde naht, an diesem Tag (15.12.25, 10.08 Uhr) (Siehe Titelbild) sogar erstaunlich pünktlich. Sie passiert soeben die Standorte der neuen Signale des Bahnhofs Walkenried. Der staunende Betrachter bemerkt, dass sogar Gleiswechselbetrieb ermöglicht werden soll. Es fragt sich nur, in welchem Jahrzehnt. Derweil rotten die neuen Signale vor sich hin.
Den Rekord im Harz-Weser-Netz hält da vermutlich ein neues Signal im Bahnhof Herzberg, welches schon zum Jubiläum der Strecke 2019 dort stand und immer noch steht, in sechs Jahren freilich nicht ein einziges Mal benutzt werden konnte. Vielleicht steht es da ja zu Demonstrationszwecken.
Zu dem einen, sagen wir es ruhig, Skandal gesellen sich mehrere Risiken. Von der immer häufiger kaputten Alttechnik können die Fahrgäste unserer Strecken inzwischen singen, am letzten Wochenende sogar ganz laut und lange, weil die Verspätungen infolge Schrankenstörungen sich auf 20 und mehr Minuten hochschaukelten. Demnächst könnte es sein, dass stundenlang gar nichts fährt, weil es an Personal für die Stellwerke gebricht, welches ja gemäß Ursprungsplan längst in Rente sein sollte (und zum Teil sogar ist).
Alles liegt und hängt zur Mitnahme bereit.(Siehe Bild 3) Nicht auf dem Bild ist der Indusi-Magnet, achtlos in den Schotter neben dem neuen Signal geworfen. Sein noch genutztes Pendant ist rechts zu sehen. Gut, dass man an diese Stelle nicht mit einem Auto kommt…
Das Risiko, welches hier gemeint ist, dass das des Verrottens einerseits oder des Diebstahls andererseits. Im Falle des Falles muss die DB InfraGO dann für Infrastruktur, die noch nie genutzt wurde, gleich Ersatz besorgen. Kostet auch wieder Geld. Bei diesem Anblick wünscht man sich die gute alte Bahnmeisterei zurück, da gab es doch wirklich noch Leute, die jeden Meter ihres Bezirks kannten und nahezu täglich abklapperten, um nach dem rechten zu sehen. Brauchen wir alles nicht, sagten sich die Herren Mehdorn, Pofalla, Rompf und wie sie alle hießen und heißen, die für die Vernichtung der Infrastruktur mit üppigen Boni belohnt wurden, weil „oben drüber“ auch nur kurzsichtige Verkehrs-minister agierten. Vielleicht wurde die Infrastruktur in Bayern etwas besser behandelt…
Michael Reinboth
2. Harz: Mit HATIX geht’s jetzt auch auf die Schiene - Seesen tritt HATIX bei
(Stand: 15.12.2025)
Presseinformation der Beteiligten Unternehmen vom 15.12.2025:
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Urlauber im Harz dürfen sich freuen. Das beliebte Urlauber-Ticket HATIX wird vom 1. Januar 2026 an erweitert. Gäste im Westharz können mit dem HATIX dann auch die Regionalzüge nutzen. Bislang galt das Ticket nur für Busfahrten. (siehe Bild 4)
Darauf haben sich alle Beteiligten geeinigt. Dieses Ticket gilt auf folgenden Linienabschnitten:
DB Regio-Linien RB 80/81: Walkenried – Bad Sachsa - Bad Lauterberg / Barbis – Herzberg – Hattorf – Wulften
DB Regio-Linie RB 46: Herzberg – Osterode – Gittelde/ Bad Grund – Münchehof – Seesen
DB Regio-Linie RB 82: Seesen – Langelsheim – Goslar – Oker – Bad Harzburg
Erixx-Linie RB 43: Goslar – Oker
Erixx-Linie RE 10: Goslar – Oker – Bad-Harzburg
Beteiligt sind die beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio und Erixx GmbH, die Landkreise Goslar und Göttingen sowie die Aufgabenträger für den ÖPNV, Regionalverband Großraum Braunschweig und Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen.
Gäste, die im Harz mindestens einmal übernachten, können nun im niedersächsischen Bereich des Harzes ohne eigenes Auto unterwegs sein. Auch eine Umrundung des Westharzes wird mit verschiedenen Zügen möglich sein. Das Angebot gilt auch für Gäste des Ostharzes. Wenn Sie in den Westharz fahren, können sie hier mit ihrem HATIX ebenfalls die Züge nutzen.
Die kostenlose Nutzung des ÖPNV mit dem HATIX kommt bei den Gästen im gesamten Harz sehr gut an. Im Landkreis Göttingen konnten Gäste bislang gegen eine geringe Zusatzgebühr mit dem HATIX bereits Züge nutzen, nun ist das auch hier vollständig in das Ticket integriert.
Zunächst ist das Projekt für ein Jahr lang ausgelegt und gilt vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026. Dann wird evaluiert, inwieweit es genutzt und ob es fortgeführt wird.
Eine weitere Zusammenarbeit beginnt ebenfalls zum neuen Jahr: Die Stadt Seesen tritt dem HATIX bei, so dass dieses Ticket auch hier für alle Gäste gilt.
Finanziert wird das Zusatzangebot auf der Schiene von den Landkreisen Goslar und Göttingen.
Landkreis Goslar:
„HATIX ist eine Erfolgsgeschichte, die wir mit dem Schritt auf die Schiene erweitern und fortsetzen wollen. Ich bin ausgesprochen zuversichtlich, dass unsere Gäste diesen zusätzlichen Mehrwert schätzen und nutzen werden. Dies ist ein weiterer Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs in unserem Landkreis Goslar“, erklärt Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa.
Landkreis Göttingen:
„Mit der Erweiterung des HATIX-Angebots auf die Bahnstrecken in den Landkreisen Göttingen und Goslar ermöglichen wir unseren Gästen einen kostenfreien und unkomplizierten Zugang zu lokalen Verbindungen und stärken zugleich den umweltfreundlichen Tourismus in der Region“, ergänzt Landrat Marcel Riethig, . Die neue Regelung macht nachhaltige Mobilität im Harz einfacher, komfortabler und attraktiver. Das ist ein echter Gewinn für den Tourismus und unterstreicht, wie gut nachhaltige Mobilität und attraktiver Urlaub im Harz zusammenpassen.“
RGB:
„Wir freuen uns sehr, dass wir – gemeinsam mit allen Beteiligten – den Übernachtungsgästen im Harz dieses sehr gute Angebot machen können“, sagt Ralf Sygusch, Verbandsdirektor des Regionalverbandes Großraum Braunschweig. „Trotz der überall vorhandenen engen finanziellen Ausgangslage erweisen sich die Landkreise als zuverlässige Partner, wenn es um die Verbesserung des ÖPNV-Angebotes geht. Dafür danke ich ihnen und wünsche uns jetzt zahlreiche Fahrgäste in den Zügen, die das neue Angebot nutzen.“
ZVSN:
Stephan Börger, Verbandsgeschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen sagt: „Die Integration ausgewählter Schienenstrecken in HATIX ist ein wichtiger Schritt für die verkehrsträgerübergreifende touristische Mobilität im Harz. Erstmals gilt HATIX damit auch auf der Schiene. Dieser Ausbau zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsunternehmen, den Aufgabenträgern und der Harz AG. Übernachtungsgäste können ihre Reiseziele in den Landkreisen Göttingen und Goslar künftig schneller und direkter erreichen. Das stärkt den Harz als gut angebundene und attraktive Urlaubsregion.“
DB Regio AG:
Nicole Berlin, Vorsitzende der Regionalleitung Nord der DB Regio AG, ergänzt: „Die Erweiterung des Urlaubertickets macht den Harz noch attraktiver und bringt mehr Menschen in unsere Regionalzüge. Damit stärken wir die touristische Region, gewinnen neue Fahrgäste für die Schiene und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Ich freue mich, dass wir dieses Angebot gemeinsam mit den Landkreisen und unseren Partnern möglich machen konnten.“
Erixx:
Auch das private Bahnunternehmen erixx zeigt sich erfreut über die Ausweitung auf die Regionalzüge. Von dem erweiterten Angebot profitieren hier insbesondere die Urlauberinnen und Urlauber, die in den Zügen von erixx im Harzvorland unterwegs sind. Das Unternehmen sieht dadurch einen zusätzlichen Mehrwert für Reisen in der Region.
Zum Hintergrund:
HATIX gilt seit 2020 in den niedersächsischen Landkreisen Goslar und Göttingen (im Bereich des Altkreises Osterode). Zuvor hatte der Tourismusverband im Ostharz dieses Ticket bereits 2012 eingeführt. Mit diesem Ticket, das in den Übernachtungskosten der Hotels und Pensionen enthalten ist, können Gäste kostenlos den ÖPNV nutzen.
Pressekontakte:
Regionalverband: Gisela Noske, Tel. 0531-2426252, presse@rv-bs.de
Landkreis GS: Maximilian Strache, Tel. 05321- 76-250, Maximilian.Strache@landkreis-goslar.de.
ZVSN / Landkreis Göttingen: Ute Reuter-Tonn, Tel. 0551-38948-12, ute.reuter-tonn@zvsn.de
DB AG: Tim Cappelmann, Tel. 040 3918-4498, presse@deutschebahn.com
Erixx: Simon Märtens, Tel.: 0581 97164-222, simon.maertens@erixx.de
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3. Südniedersachsen: Update zur Deutschlandticket-Story des VSN und zum problemlosen D-Ticket Erwerb bei Verkehrsbetrieben Nordhausen
(Stand: 15.12.2025)
Wie viele andere bisherige Abonnenten des Deutschland-Tickets beim VSN, so erhielt auch ich kürzlich eine E-Mail, wonach es „technische Schwierigkeiten“ gäbe, welche dazu führen, dass das D-Ticket auf dem Smartphone nicht mehr angezeigt würde. Stimmt – es ist alles weg, auch der Vorbesitz von Tickets wird konsequent geleugnet. Besagte E-Mail würde nun als Ersatzdokument gelten, gleich mal bis zum 31.12.2025. Was praktischerweise sowieso der letzte Tag ist, an dem das bei den GoeVB erworbene Ticket noch gegolten hätte.
Somit ist klar, dass der Hinweis, wonach man „mit Hochdruck“ an der Behebung des Problems arbeiten würde, allenfalls eine verbale Pflichtübung ist. Da ist nix mit Hochdruck. Der ausgedruckte, übrigens in jeder Hinsicht kopier- und fälschbare Wisch ist das Ersatzdokument für die letzten zwei Wochen, in denen man noch tariflicher Kunde des VSN ist. Ausgedruckt deswegen, weil ich ja nicht auch noch meinen Laptop auf große Fahrt mitnehmen will.
D-Ticket Erwerb bei Verkehrsbetrieben Nordhausen
Gut, dass ich vor einigen Tagen in Nordhausen war. Fast zeitgleich mit der Mail aus Göttingen traf bei mir ein Brief aus Nordhausen ein. Absender waren die dortigen Verkehrsbetriebe, Inhalt war das ersehnte D-Ticket in Form einer Chipkarte nebst einem sehr netten Begleitbrief, worin nochmals über die Nutzungsbedingungen aufgeklärt wird, und natürlich einer Kontaktadresse, an die man sich bei Problemen wenden kann. Bearbeitungszeit übrigens knapp 2 Wochen. So geht es eben auch.
Derlei Trödel wie beim VSN, wo ja weiß Gott nicht zum ersten Mal das Ticket von der Anzeige verschwunden ist (bei Software-Updates gab es nie eine Benachrichtigung, man musste sich immer selbst kümmern, wenn der Bildschirm dunkel blieb), wird mir nun wohl hoffentlich erspart bleiben.
Manchmal ist die Grenzlage innerhalb eines Verbundgebiets eben doch von Vorteil…
Michael Reinboth
Viele Grüße
Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
37431 Bad Lauterberg
E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
Bürgerreporter:in:Bernd Jackisch aus Bad Lauterberg im Harz |
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