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Durchgehende Züge nach Göttingen soll es auch nach 2035 geben

Walkenried: Durchgehende Züge nach Göttingen soll es auch nach 2035 geben - Antwortschreiben aus Hannover lässt für den Südharz hoffen

(Stand: 06.12.2025)

Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

Am 21.11.25 hat zwischen dem Bürgermeister der Gemeinde Walkenried Lars Deiters, unterstützt vom Walkenrieder Ortsbürgermeister Michael Reinboth, einerseits und dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung sowie der LNVG andererseits ein Video-Gespräch zur künftigen Anbindung des Südharzes an den ICE-Bahnhof und die Kreisstadt Göttingen stattgefunden. Ausgangspunkt war das Konzept „2030+“ der LNVG, in welchem bekanntlich keine durchgehenden Züge zwischen Nordhausen und Göttingen mehr vorgesehen sind. Bürgermeister Deiters hatte aufgrund einer diesen Umstand weitgehend bestätigenden Antwort der LNVG auf die Resolution der Gemeinde Walkenried diese Resolution auch dem Ministerium vorgelegt, welches den Sachverhalt bestätigte, aber auch ein klärendes Gespräch anbot (wofür die beiden Walkenrieder sich auch an dieser Stelle bei Frau Tsaritova bedanken).

Joachim Ebinger, bei der LNVG zuständig für die Angebotsplanung, hat das Ergebnis dieses Gesprächs nun zusammengefasst und nach Walkenried übersandt. Mit Zustimmung von Lars Deiters können wir diese Zusammenfassung publizieren (siehe Anlage).
Wir tun es auch deswegen gern, weil sich daraus ein gewisses Verständnis für die Belange des Südharzes, seiner Pendler und der touristischen Belange unserer Region ergibt. Dieses zarte Pflänzchen sollte in nächster Zeit gehegt und gepflegt werden, um am Ende ein auch für den Südharz auskömmliches Ergebnis zu erwirken. Wir dürfen nicht nachlassen, unsere Belange vorzubringen, sollten dies aber auch weiterhin mit konkreten Vorschlägen unterlegen.

Ein Weilchen werden wir schon deswegen gießen und hegen müssen, weil die Umsetzung von „2030+“ in den hiesigen Gefilden eben frühestens (wie nach der deutlichen Verschiebung der Sanierung der Nord-Süd-Strecke im Leinetal durch die DB AG fast zu erwarten) ab Mitte der 2030er Jahre erfolgen wird. Bis dahin, so steht zu hoffen, auch wenn es aus dem Schreiben der LNVG nicht unmittelbar hervorgeht, verkehren die RB-Linien 80 und 82 wohl weiter wie bisher durchgehend nach Göttingen und zurück.

Wenn dem so ist, dann kommt es in nächster Zeit entscheidend darauf an, die Anbindung von Osterode an Göttingen schon vor 2035 zu verbessern. Dafür liegen der LNVG konkrete Vorschläge in Gestalt von Flügelungs- und Trennungskonzepten im Bahnhof Herzberg vor, aber auch der angedachte Schnellbus Osterode – Northeim und die Aufwertung der Buslinie Osterode – Katlenburg sind in diesem Kontext zu nennen. Und über durchgehend Paderborn – Nordhausen wird man auch schon vor 2035 sprechen müssen.

Über allem schwebt freilich die immer noch nicht entschiedene Frage der auskömmlichen Finanzierung des Schienenverkehrs durch Anhebung der Regionalisierungsmittel des Bundes bzw. auch die den anderen Bundesländern vergleichbare Ausstattung des ÖPNV durch das eigene Bundesland Niedersachsen (welches hier bekanntlich das Tabellenende der Bundesländer ziert).

Und ganz frisch zeichnet sich ja auch ein erneutes Versagen der DB InfraGO bei der Umstellung der Stellwerkstechnik ab. Tritt dieses Szenario tatsächlich ein, werden wir uns im Südharz mit ganz anderen Problemen herumschlagen müssen…

Michael Reinboth

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Anlage:
Schreiben der LNVG an die Bürgermeister der Gemeinde Walkenried Lars Deiters, unterstützt vom Walkenrieder Ortsbürgermeister und Sprecher der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" Michael Reinboth:

"Vielen Dank für das konstruktive Gespräch am 21. November 2025 in dem die im SPNV-Konzept geplanten Maßnahmen für den Südharz im Mittelpunkt standen. Wir bedauern, dass im Vorfeld unseres Gesprächs der Eindruck entstanden ist, dass mit den Maßnahmen im Zusammenhang mit dem SPNV-Konzept der Südharz im Nahverkehr abhängt wird.

Daher möchten wir gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung die wichtigsten Inhalte unseres Gesprächs und die Hintergründe zum SPNV-Konzept 2030+ sowie Ihre Hinweise zu den Anliegen der Region noch einmal zusammenfassen.

Das zentrale Thema ist, dass wir auf die sehr hohe Nachfrage im Korridor zwischen Hannover und Göttingen reagieren und dort eine spürbare Entlastung erreichen müssen.
Die vorgesehene Verdichtung des Angebots der Linie RE 2 zwischen Hannover und Göttingen führt jedoch zu einem Konflikt mit der Linie RB 80 auf dem stark durch Güterverkehr belasteten Abschnitt zwischen Northeim und Göttingen.

Dieser Trassenkonflikt erfordert eine Abwägung zwischen beiden Nahverkehrslinien.
Dabei sollen die Verkehrsbedürfnisse des Südharzes selbstverständlich so berücksichtigt werden, dass auch für Ihre Gemeinde sich die Anbindung im SPNV verbessert.
Diese Abwägung führt in der Konsequenz dazu, dass die Anzahl der Direktverbindungen nach Göttingen zugunsten deutlich verbesserter Anschlüsse in Richtung Hannover reduziert werden müssen.

Bereits heute erfolgt auf der Relation Osterode–Göttingen jede zweite Stunde ein Umstieg in Northeim – ein Vorgang, der von den Fahrgästen bereits gelebte Praxis ist. Gegenüber den aktuellen Direktverbindungen ergeben sich dadurch keine nennenswerten Fahrtzeitverlängerungen.
Gleichzeitig ergeben sich durch das neue Konzept der RE 2 spürbare Reisezeitverkürzungen für Walkenried: eine rund 30 Minuten kürzere Reisezeit nach Hannover und damit auf weiteren Relationen im Nahverkehr weitere Reisezeitverkürzungen, z.B. um 60 Minuten nach Bremen.

Wir sehen diese neuen Verbindungen auch als Chance insbesondere für den Urlaubs- und Freizeitverkehr, da damit im Nahverkehr eine optimale Verknüpfung auch aus dem Norden (Hamburg, Hannover, Bremen) in den Südharz entsteht.

Wir möchten aber den Bedürfnissen der Region nach einer Beibehaltung von durchgehenden Zugverbindung nach Göttingen mit der RB 80 insbesondere für Pendler und Urlaubsgäste Rechnung
tragen. Aus diesem Grunde haben wir im SPNV-Konzept zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Nachmittag für die Pendler sowie zu touristisch bedeutenden Zeiten weiterhin durchgängige Züge eingeplant.

Da eine Umsetzung dieses Konzepts frühestens Mitte der 2030er Jahre erfolgen kann, können konkrete Fahrpläne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgelegt werden. Die konkrete Ausgestaltung des Fahrplans ist abhängig von der Trassenverfügbarkeit zwischen Northeim und Göttingen sowie den Bahnsteigkapazitäten in Göttingen. Bis dahin würden wir gern das SPNV-Konzept im Dialog mit der Region weiterentwickeln, um die regionalen Bedürfnisse bestmöglich zu integrieren.

Für Ihr Engagement und die konstruktiven Lösungsansätze danken wir Ihnen nochmals herzlich und stehen für weitere Abstimmungen jederzeit gerne zur Verfügung."
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Viele Grüße

Burkhard Breme

Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de

Internet: http://www.suedharzstrecke.de

Bürgerreporter:in:

Bernd Jackisch aus Bad Lauterberg im Harz

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