HARZ - WANDERUNG
NEINSTEDT - SEEROSENTEICH - KLOSTER WENDHUSEN - TEUFELSMAUER

Graf Hessi vor der St. Andreas Kirche
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Der 2. Treffpunkt einer Wanderung des Harzklub Zweigvereins Quedlinburg war der Parkplatz am Marienhof in Neinstedt. Der kleine Ort Neinstedt ist heute ein Ortsteil der Stadt Thale. Thale selbst ist  bekannt durch das Bodetal, den Hexentanzplatz und die Roßtrappe und ist Bestandteil des Harzkreises in Sachsen - Anhalt. Neinstedt ist  bekannt durch die Teufelsmauer. Diese seit Jahrmillionen aus verkieselten Sandstein bestehende Felsen befinden sich auf einem Höhenzug  gegenüber Neinstedt.

Evangelische Stiftungen Neinstedt

Neben diesem Naturdenkmal gibt es die,  im Jahre !850  von Philipp Nathusius gegründete, Stiftung Lindenhof. Hier wurden Waisenkinder und Kinder aus sozialschwachen Familien aufgenommen. Im Jahre 1861 gründete die Schwester von P. Nathusius  Johanne Nathusius eine weitere Stiftung in Neinstedt, das Elisabethstift. Hier wurden geistig behinderte Menschen aufgenommen. Getragen von der christlichen Nächstenliebe wurden diese Menschen in beiden Stiftungen nicht nur bewahrt, sondern auch umfassend gefördert. So wurden u.a. spezielle Werkstätten für die behinderten Menschen geschaffen. Während des Nationalsozialismus wurden 1.019 behinderte Menschen aller Altersgruppen, aus den Neinstedter Stiftungen, Opfer der Euthanasie.  Beide Stiftungen bestanden parallel bis im Jahre 1988. Damals wurden die beiden Stiftungen zu den  Neinstedter Anstalten vereint. Am 7. April 2015 wurde schließlich aus den Neinstedter Anstalten die Evangelische Stiftungen Neinstedt.  Für die Opfer der Euthanasie wurde im Jahre 2022 an der Lindenhofkirche ein Gedenkort geschaffen. Zu den Evangelischen Stiftungen Neinstedt gehören allein, auf die Landkreise Harz und Börde verteilt, 8 Außenstellen. Die Stiftungen bezeichnen sich selbst als sozialdiakonischer Dienstleister. Zu den Stiftungen gehören Kindertagesstätten, Kliniken. Schulen, Werkstätten und Förderstätten. In den Stiftungen erhalten Menschen mit Behinderungen Wohn-, Pflege-, Gesundheits-, Bildungs-, und Freizeitsangebote. Zum Abschluß 2 Beispiele für die Förderung von geistig aber auch körperlich behinderten Menschen. Am Marienhof gibt es ein beliebtes Cafe. Dieses Cafe wird von behinderten und nicht behinderten Menschen gemeinsam geführt. Zu den Stiftungen gehört  auch eine Tierpension. Hier kann man sein Haustier - zur vorübergehenden Betreuung - in liebevolle Hände gegen ein geringes Entgelt abgeben.  Weit über 1.000 Menschen sind in den Evangelischen Stiftungen Neinstedt tätig.  

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall führte uns unser Wanderleiter, Manfred Böhm, durch den Ort Neinstedt. der Ort Neinstedt ist bestimmt durch die Evangelischen Stiftungen. Die dazugehörigen Häuser bzw. Einrichtungen sind über ganz Neinstedt verteilt. In Neinstedt gibt es neben der  Lindenhofkirche noch die alte Kirche St. Katharina.  Der Weg in Richtung Stecklenberg führte uns an der, in Teilen aus der romanischen Zeit stammenden, Kirche vorbei.  Wir wanderten  in südlicher Richtung weiter. Nachdem wir die Siedlung hinter uns gelassen hatten, verließen wir Neinstedt.  Gleich darauf gelangten wir auf dem Poetenweg, der zugleich Bestandteil Wege Deutscher Könige und Kaiser des Mittelalter ist. Kurz hinter dem Nelkenstein verließen wir den nach Stecklenberg führenden Poetenweg und wanderten jetzt in westlicher Richtung, leicht bergauf, weiter. Nach ca. 400 m über einen Feldweg erreichten wir den Waldrand. Jetzt ging es auf einem Waldweg, in überwiegend westlicher Richtung weiter, bis wir den Seerosenteich erreichten. Hier wird der vom Reineckenberg kommende Reineckenbach angestaut. Zuvor kamen wir an einem Stein mit der Aufschrift "Verbotener Weg" vorbei.    Da ich bereits vor Jahren über diesem Stein unter 
(https://www.myheimat.de/thale/c-freizeit/wandervorschlag-thale-kuhtrift-felsen-an-der-windecke-gnomteich-georgshoehe-glockenstein_a3443499 ) berichtet habe, verwende ich die nachfolgende Erläuterung aus meinem Wandervorschlag. "Dieser Waldweg  führt von Stecklenberg nach Thale. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 war Deutschland in viele Fürstentümer, Herzogtümer und Königreiche aufgeteilt. Bei der Einreise in ein anderes Hohheitsgebiet mussten die fahrenden Händler ihre Ware verzollen. Dafür gab es 1.800 Zollstellen auf deutschem Boden. Da Stecklenberg zum Königreich Preußen und Thale zum Herzogtum Braunschweig gehörten und es auf diesem Wege keine Zollstellen gab, durften die Händler diesen Verbotenen Weg nicht benutzen."       Am Seerosenteich legten wir eine erste Pause ein. Anschließend wanderten wir  in Richtung Thale weiter. Hierbei kamen wir in der Ortslage Thale an der ANTIFA -Gedenkstätte vorbei. Über den Musensteg gelangten wir hinunter zum Kreisverkehr an der Neinstedter Straße. Über die Bodebrücke  erreichten wir das ehemalige  Kloster Wendhusen. Es wurde um 825 von der Tochter Gisla des ostfälischer Herrschers Hessi als Kantonissenstift gegründet. Im Bauernkrieg wurde es teilweise zerstört. Später wurde das Kloster als Rittergut bis zur  1945 erfolgten Enteignung weiter geführt. Eine zweite Pause legten wir an dem Altweiberbrunnen in Thale ein. Über einige verwinkelte uralten Gassen erreichten wir den nach Neinstedt führenden Wanderweg.  Rechts vom Weg rauschte die Bode und links sahen wir, bei eingeschränkter Sicht, den Höhenzug der Teufelsmauer. Nach insgesamt ca. 12 km erreichten wir über die Marienbrücke wieder das rechte Ufer der Bode und zugleich den Parkplatz am Marienhof.  In meinem Bericht bin ich vielleicht zu sehr auf die, von der christliche Nächstenliebe geprägten, Evangelischen Stiftungen Neinstedt eingegangen. Aber ich finde es in der heutigen Zeit  besonders wichtig, dass es derartige Einrichtungen in denen der Mensch noch über dem Profit steht, in Deutschland  gibt. Dadurch war es mir nicht möglich, näher auf das ANTIFA - Denkmal, das Wendhuser Kloster und die Teufelsmauer einzugehen.  Ein herzliches Dankeschön auch im Namen aller Teilnehmer für die wunderschöne und sehr interessante Wanderung geht an den Wanderleiter Manfred Böhm. Meinen Beitrag habe ich mit Bildern aus meinem Archiv ergänzt.

Bürgerreporter:in:

Gerd Horenburg aus Aschersleben

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