HARZ WANDERUNG
BRAUNSCHWENDE - POPPERODE - WIPPRA - HOCHWASSERRÜCKHALTEBECKEN - BRAUNSCHWENDE
- Hochwasserrückhaltebecken Wippra - Luftseite
- hochgeladen von Gerd Horenburg
Der Wanderführer Manfred Böhm hatte als Wanderleiter des Harzklub Zweigvereins Quedlinburg zu einer Wanderung in den Südharz eingeladen. Das kleine Harzdorf Braunschwende war der Ausgangspunkt dieser Wanderung. Braunschwende ist ein Ortsteil von Mansfeld und befindet sich im Landkreis Mansfeld - Südharz in Sachsen - Anhalt. Der Ort liegt unmittelbar an der Harzhochstraße, der B242. Es liegt auf einem Hochplateau des Harzes. Von Braunschwende ging es über einen Feldweg zum gut 1 km entfernten Nachbarort Popperode. Hier trafen wir auf den Europawanderweg E11. Auf ihm gelangten wir zu dem im staatlich anerkannten Erholungsort Wippra. Da der Ort Wippra im Wippertal liegt, ging es auf dem Europawanderweg zumindest in dem Bereich des Schlossberges etwa 100 m bergab. Von dem Altem Schloss Wippra, in dessen Nähe wir vorbei kamen, sind außer noch erkennbaren Wallgräben und ein paar Steinresten nichts mehr erkennbar. Über die Bottchenbachstraße erreichten wir kurz vor der neuen Wipperbrücke die Museums- und Traditionsbrauerei Wippra. Zwischen der Brauerei und der Wipper verläuft der Doktorberg. Auf diesem befestigten Weg wanderten wir ca. 250 m weiter, bis wir auf einen Wiesenweg trafen. Dieser Wiesenweg führte uns, an dem Wippraer Freibad und an dem Sportplatz vorbei, zum Renneckes Winkel. An diesem schattigen Rastplatz legten wir eine längere Pause ein.
Hochwasserrückhaltebecken
Nach der Pause erreichten wir nach knapp 200 m das Hochwasserrückhaltebecken Wippra. Der kleine Harzfluss Wipper führte nach reichlich Niederschlägen in seinem Einzugsgebiet im April 1994 Hochwasser. Von diesem Jahrhunderthochwasser wurden 21 Ortschaften im Wippertal betroffen. Auch meine Heimatstadt Aschersleben war davon betroffen, obwohl sie gar nicht an der Wipper sondern an dem Harzfluss Eine liegt. Die Eine mündet aber kurz hinter dem Ortsausgang in die Wipper. Durch das Hochwasser der Wipper konnte das Eine- Wasser nicht abfließen. Dadurch wurde die Altstadt von Aschersleben überflutet. Damit ein solches verheerendes Hochwasser erst gar nicht entstehen kann, wurde, etwa einen Kilometer vor Wippra und ca. 3 km vor der Talsperre Wippra, das Hochwasserrückhaltebecken Wippra erreichtet. Nach 6 jähriger Bauzeit wurde das Bauwerk im September 2022 fertig gestellt. Es hat ein Fassungsvermögen von 4,3 Millionen Kubikmeter Wasser. Das Fassungsvermögen der Talsperre Wippra beträgt dagegen nur 2 Millionen Kubikmeter Wasser. Da die Talsperre mindestens zu 50% immer gefüllt ist, bleiben nur 1 Million Kubikmeter Wasser übrig, die in dieser Talsperre bei starken Niederschlägen aufgefangen werden können. Bei dem Hochwasserrückhaltebecken Wippra fließt die Wipper im Normalfall ungehindert hindurch. Nur bei Verdacht auf Hochwasserfall wird der Durchlass des Rückhaltebeckens abgeriegelt.
Münchhausenweg
Nach der Besichtigung des Hochwasserrückhaltebeckens wanderten wir weiter in Richtung Talsperre Wippra. Bald erreichten wir den Münchhausenweg. Er führt von Wippra rechts der Wipper über Braunschwende nach Molmerswende. Dem Dichter August Bürger, der am 31.12. 1747 in Molmerswende geboren wurde, wurde dieser Wanderweg gewidmet. Sein bekanntestes Werk sind die Lügengeschichten des Baron von Münchhausen. Dem Münchhausenweg folgend verließen wir das Wippertal. Über das Tal der Schmalen Wipper ging es nun stetig bergauf. Nach gut 1,5 km führte verließen wir das Tal der Schmalen Wipper. Über ein Nebental der Schmalen Wipper erreichten wir auf dem Münchhausenweg Braunschwende. Da wir unsere Autos am anderen Ende von Braunschwende geparkt hatten, mussten wir bei hochsommerlichen Temperaturen noch etwa 1 km durch den Ort gehen, bis wir unseren Parkplatz erreichten. Es war wieder eine, besonders durch die Besichtigung des Hochwasserrückhaltebeckens, überaus interessante, schöne Wanderung. Mir bleibt wieder nichts anders übrig als mich recht herzlichst, für die ca. 10 km lange und mit über 300 Höhenmetern versehende Wanderung, bei dem Wanderführer Manfred Böhm zu bedanken.
Bürgerreporter:in:Gerd Horenburg aus Aschersleben |
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