HARZ WANDERUNG
Alexisbad - Köthener Hütte - Freundschaftsklippe - Naturlehrpfad - Krauses Hütte - Birkenhäuschen - Petruskapelle
- Adolph Felsen
- hochgeladen von Gerd Horenburg
- Zu einer Rundwanderung um Alexisbad hatte der Harzklub Zweigverein Quedlinburg eingeladen. Das einstige Kur- und Heilbad Alexisbad wurde nach einer Untersuchung des Stollenwassers durch den Arzt Carl Ferdinand Graefe im Jahre 1809 schon 1810 durch den Herzog Alexius Friedrich Christian von Anhalt- Bernburg gegründet. Er ist auch der Namensgeber für Alexisbad. Zur Behandlung der Patienten standen insgesamt vier unterschiedliche Heilwasserquellen zur Verfügung. Alexisbad liegt im engen Tal des Harzflusses Selke. Neben den Kureinrichtungen entstanden, hauptsächlich auf der rechten Flussseite, viele Kur - bzw. Wanderwege an den relativ steilen Berghang. Um den Kurgästen einen Blick auf das sich windende Selketal zu ermöglichen, wurden viele Aussichtsstellen geschaffen. Sie sind alle leicht von dem Klippenweg zu erreichen. Es sind dies Fließrichtung der Selke: Der Habichtstein, die Verlobungsurne, das Birkenhäuschen, das Friedensdenkmal, die Luisenklippe, der Luisentempel, die Köthener Hütte, die Freundschaftsklippe, das Alexuskreuz und die Mägdetrappe. Von der Mägdetrappe gelangt man auf einem schmalen Pfad hinunter in dem einstigen Industriestandort Mägdesprung. Im Jahre 1812 wurde vor Ort ein 12,5 m hoher Obelisk in der dortigen Eisenhütte aus Graugussplatten hergestellt. 1976 musste er aus Stabilitätsgründen entfernt werden. Am 18.08.2012 konnte ein neuer Obelisk an gleicher Stelle- allerdings diesmal als Schweißkonstruktion - neu eingeweiht werden. Weiterhin sind in Mägdesprung die berühmte Skulpturengruppe "Der Besiegte Hirsch" und der "Akademiehirsch" zu bestaunen. Der Besiegte Hirsch wurde im Zinkgussverfahren von dem bekannten Modelleur Johann Heinrich Kureck in Mägdesprung geschaffen. Auf etwa halben Wege zwischen Mägdesprung und Alexisbad wurde um 1830 ein schöner Wasserfall der Selke geschaffen. Es wurde damals den Kurgästen und Erholungssuchenden in Alexisbad recht viel geboten. Von den einstigen turbulenten Leben in Alexisbad ist nichts mehr zu spüren. Neben den Erholungsheimen des Ministerium des Innern und der Staatssicherheit gab es noch weitere Ferienheime und entsprechende Kureinrichtungen zu DDR Zeiten. Auch die Großgaststätte "Die Rose" in der man schnell, gut und preiswert essen konnte, wurde wie auch die Kureinrichtungen schon bald abgerissen. Zum Glück ist der Betrieb der Selke -Schmalspurbahn nicht eingestellt worden. Seit 1897 kann man, mit der Unterbrechung durch die Reparationsleistungen (Abbau der Gleisanlagen zwischen den Harzorten Straßberg und Stiege), von Gernrode, seit einigen Jahren sogar von Quedlinburg aus, den Unterharz per Schmalspurbahn erkunden.
Pioniertunnel - Köthener Hütte - Freundschaftsklippe - Naturlehrpfad - Trompel
Der Parkplatz am Bahnübergang war der Treffpunkt unsere Vorfrühlingswanderung. Nach der Begrüßung und Vorstellung der Wanderroute durch den Wanderwart Manfred Böhm begann die Wanderung mit der Überquerung der Selke. Über die Holzbrücke erreichten wir den Klostermühlenweg. Gleich am Anfang des Weges befindet sich dort der Adolf - Felsen. Durch den, durch den Felsen getriebener Stollen wurde das Aufschlagwasser zur ehemaligen Klostermühle geleitet. Auf dem Klostermühlenweg erreichten wir, immer etwas bergauf, bald den Pionierweg. Der Pionierweg führt durch den von einem Magdeburger Pionier - Bataillon im Jahre 1900 angelegten Pioniertunnel. Auf dem Pionierweg gelangten wir nach ca. 1km, immer bergauf, zur Köthener Hütte. Die Schutzhütte, die wie eine Kapelle auf dem Kapellenberg aussieht, wurde von dem Zweigverein Köthen im Jahre 1897 errichtet. Von der Terrasse der Hütte hat man ein schönen Blick ins Selketal. An windstillen Tagen kann man dort oben sogar das Rauschen des Selkefalls hören. Unser nächstes Ziel was der Besuch der Freundschaftsklippe. Von der Klippe aus ist ein Blick zum Stahlhammer im Selketal möglich. Mit etwas Glück kann man von der Klippe aus einen dampfbetriebenen Zug bzw. einen Triebwagen der Selketalbahn bei der Durchfahrt im Selketal sehen. Auf dem Klippenweg wanderten wir bis wir zum Abzweig Alexuskreuz weiter. Am Abzweig ging es jetzt in östlicher Richtung weiter. Bald erreichten wir eine Schutzhütte. Von dieser Schutzhütte gelangten wir auf den Naturlehrpfad. Auf vielen Informationstafeln wird uns das Leben im Wald, sei es Tiere oder Pflanzen, näher gebracht. Auf dem Naturpfad erreicht wir das Naturdenkmal Trompel. Hierbei handelt es sich ein zugeschüttete Luft- bzw. Lichtloch des David Schachtes bzw. Ganges. Dieser bereits 1752 geschlossene Schacht ist zugleich der Grund dafür, dass der Ort Alexisbad gegründet wurde. Denn das, aus dem Mundloch des Schwefelstollen austretende, Grubenwasser war das schwefelhaltige Heilwasser von Alexisbad. Bereits um 1880 wurde das nicht mehr benötigte Lichtloch verschlossen und ringförmig mit Bäumen bepflanzt.
Paul Krause Hütte - Alexisbader Weg - Habichtstein - Birkenhäuschen - Schwefelstollen - Petruskapelle
Zur Paul - Krause - Hütte waren es nun noch knapp 100 m. Die Hütte ist dem Lehrer und Vorsitzenden des Harzklub Zweigverein Harzgerode Paul Krause (1864 - 1941) gewidmet. An und in der Schutzhütte legten wir unsere Mittagspause ein.. Über den Alexisbader Fußweg erreichten wir nach ca. 800 m wieder den Klippenweg. Vorbei an der Schutzhütte am Habichtstein kamen wir zum Birkenhäuschen. Das Birkenhäuschen wurde im Jahre 1906 ebenfalls von dem Köthener Zweigverein errichtet. Von dort oben ist die Aussicht auf Alexisbad besonders schön. Auf einen schmalen Wanderweg gelangten wir wieder hinunter ins Selketal. Dort trafen wir auf die am rechten Ufer der Selke entlangführende Wilhelm von Kügelgen Promenade. Auf dem Weg zum Parkplatz kamen wir auch an den Schwefelstollen des Davids Schachtes und an die Petruskapelle vorbei. Dieses Gebäude wurde als Teehäuschen für den Herzog Alexus von Bernburg - Anhalt erbaut. Da sich in Alexisbad keine Kirche befand wurde später das Teehäuschen als Kapelle genutzt. Seit 2008 trägt es den Namen Petruskapelle. Vom Parkplatz trennten uns jetzt nur noch wenige Meter. Auf diesem Weg wurde der Leidensweg Christi in 15. Bildern nachempfunden. Da auch der Wettergott ein Einsehen mit uns hatte, hörte bald der leichte Nieselregen auf und es wurde wieder eine wunderschöne Wanderung. Dafür möchte ich mich recht herzlich bei dem Wanderfreund Manfred Böhm bedanken. Zur Abrundung meines Berichtes habe ich mal wieder in meinem Archiv gekramt.
Bürgerreporter:in:Gerd Horenburg aus Aschersleben |
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