HARZ WANDERUNG
Mägdesprung - 1. Hammer - Teufelstal - Wolfswarte - Schweizer Löcher - Burgruine Heinrichsburg

Im Jahre 1827 wurde das Carlswerk gegründet. Die im Bild zu sehende ehem. Maschinenfabrik wurde im Jahre 1865 in Betrieb genommen. Sie hatte sich auf die Herstellung von Sondermaschinen spezialisiert. Nach 1945 erfolgte dort die Produktion von Gasgeräten. Die Stilllegung erfolgte erfolgte Anfangs der 90 - er Jahren des 20. Jahrhunderts. Heute ist das Gebäude ein Hüttenmuseum.
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  • Im Jahre 1827 wurde das Carlswerk gegründet. Die im Bild zu sehende ehem. Maschinenfabrik wurde im Jahre 1865 in Betrieb genommen. Sie hatte sich auf die Herstellung von Sondermaschinen spezialisiert. Nach 1945 erfolgte dort die Produktion von Gasgeräten. Die Stilllegung erfolgte erfolgte Anfangs der 90 - er Jahren des 20. Jahrhunderts. Heute ist das Gebäude ein Hüttenmuseum.
  • hochgeladen von Gerd Horenburg

Der Vorsitzende des Harzklub Zweigverein Ballenstedt Rainer Lange hatte  zu einer Wanderung ins Selketal eingeladen. Viele Wanderfreunde hatten sich am ehemaligen. Carlswerk, dem heutigem Hüttenmuseum,  in Mägdesprung eingefunden. Mägdesprung ist ein Ortsteil von Harzgerode im Landkreis Harz in Sachsen - Anhalt. Der im Unterharz gelegene kleiner Ort ist ein Teil des Naturparks Harz. Bereits im Jahre 1646 wurde dort die Herzogliche  Eisenhütte errichtet. Zum Betreiben eines Hochofens benötigt man vor allem neben  das zu schmelzende Eisenerz, das Brennmaterial, ein Pochwerk und eine Luftzufuhr.  All dies war im Selketal vorhanden. In der näheren Umgebung von Mägdesprung wurden größere Mengen von  Eisenerz abgebaut.  Holzkohle wurde von den vielen Köhlereien im Harz als Brennmaterial zur Verfügung gestellt.  Durch Wasserräder konnte die Bewegungsenergie der  Selke in mechanische Energie umgewandelt werden. So konnte  die Luftzufuhr am Hochofen  und auch das Betreiben eines Pochwerk zum Zerkleinern der Erzstücke durch mechanische Energie gewährleistet werden. Zusätzlich stand über dem Bremer Graben Wasser vom nahen Kunstteich Bremer Teich zur Verfügung. Das gewonnene Eisen wurde gleich an Ort und Stelle weiter verarbeitet. So entstanden in Mägdesprung die Betriebe: Drahtzug, Stahlhammer und die Hammer I - IV.  Sie alle waren auf die Bewegungsenergie der Selke angewiesen. Auch eine Kunstgießerei wurde in Mägdesprung betrieben. Als eine der bekanntesten Plastiken entstand im Jahre 1862 unter den Modelleur Johann Heinrich Kureck die  Figurengruppe der "Besiegte Hirsch". Auch im Jahre 1827 wurde der 12,5 m hohe Obelisk in der Eisenhütte aus Gusseisenplatten angefertigt, Im Jahre 1876 erfolgte die Stilllegung der Eisenhütte. Im Jahre 1827 wurde das Carlswerk gegründet. Die dazu gehörende Maschinenfabrik Carlswerk wurde Anfangs der 90 er Jahre des 20. Jahrhundert stillgelegt. Direkt neben dem Hüttenmuseum befindet sich eine funktionsfähige historische Schmiede. Einmal im Monat wird dort ein öffentliches Schauschmieden durchgeführt. Neben der B 185 verläuft durch Mägdesprung die, am 7. August 1887 eröffnete, Schmalspurbahn, die heutigen Selketalbahn. Mägdesprung liegt aber auch an dem von Stiege nach Quedlinburg führenden etwa 75 km langem Selketal - Stieg. Von dem einstigen Industriestandort und den späteren Erholungsort ist kaum noch etwas zu spüren. 

Selketal - Teufelstal - Wolfswarte

Nach der Begrüßung der Anwesenden und der Vorstellung der Wanderroute durch den Wanderleiter Rainer Lange wanderten wir in Richtung des 1. Hammers. Dort angekommen verließen wir das Selketal um über das Teufelstal ein Hochplateau zu erreichen. Der naturnahe Wiesenweg verläuft am Rande des unter Naturschutz stehenden wunderschönen Teufelstal. Nachdem wir das Hochplateau erreicht hatten, machte wir an einer Raufe eine Pause. Anschließend machten wir einen Abstecher zu der  im Harz einmaligen Ruine einer Wolfswarte. Hier wurden vom 16. bis ins 18. Jahrhundert Wölfe erlegt. Eine Info - Tafel erinnert an das tödliche Treiben an dieser Stelle im Harz. Von der Wolfswarte  wanderten wir wieder zurück ins Teufelstal. Bald kamen wir auf dem Wanderweg am Teufelsbachteich vorbei. Unmittelbar am Teich beginnt bzw. endet ein wenig begangener Waldweg. Auf diesem erreichten nach ca. 100 m die Schweizer Löcher. Im Mittelalter wurde dort Eisenerz oberirdisch abgebaut. Dabei entstanden trichterförmige Löcher (Pingen) in den Felsen.  Nach Aufgabe des Bergbaus an dieser Stelle siedelte sich später eine Schweizer Familie an. Sie betrieb eine Sennerei im Teufelstal. Zur Kühlung der produzierten  Produkte wie Milch. Käse und auch Fleisch wurden die Bergbaulöcher über Jahrzehnte benutzt. Durch die Schutzzäune um die beiden Löcher ist es allerdings unmöglich,  die ungefähre Tiefe der verbliebenen Löcher zu bestimmen.

Burgruine Heinrichsburg - Hornteich - Marcuskirche

Nach den Besuch der Schweizer Löcher wanderten wir weiter das Teufelstal hinauf. Nach etwa 400 m trafen wir auf einen Forstweg. Auf ihm erreichten wir die B185. Nach Überquerung derselben wanderten wir auf dem Forstweg weiter. Nach etwa 500 m trafen wir auf dem Wanderweg, der vom Sternhaus hinunter nach Mägdesprung führt. Auf diesem Wanderweg ging es nun stetig bergab in Richtung Mägdesprung. Etwa auf halben Wege kamen wir zur Informationstafel über die Burgruine Heinrichsburg. Nur ein Teil der Wanderfreunde nahm den beschwerlichen Weg zu den Resten der im 14. Jahrhundert zerstörten Heinrichsburg auf sich. Bereits um das Jahr 1500 war die Burg verlassen. Kurz unterhalb der Heinrichsburg führte der Wanderweg auf die andere Seite der B185 weiter. Kurz vor Mägdesprung befindet sich der Hornteich. Hier wurde  das vom Bremer Teich durch den Bremer Graben kommende Wasser im Hornteich gestaut. Unterhalb des Hornteiches befanden sich die Radstuben mit den Wasserrädern. Über Holzgestänge, auch Wasserkunst genannt, wurde die erzeugte mechanische Energie zu den einzelnen Verbrauchern( Gebläse, Pochwerk usw.) weitergeleitet. 
An der ehemaligen Marcuskirche von Mägdesprung legten wir einen kurzen Halt ein. Ein Privatmann hat die seit vielen Jahren leerstehende und entwidmete Kirche im Jahre 2015 gekauft und restauriert. Dadurch wurde das Gebäude vor dem Verfall gerettet werden. Nach knapp 100 m erreichten wir wieder unseren Parkplatz am Carlswerk. Insgesamt betrug die Wanderung rund 8 km. Sie war mit vielen Höhenmetern versehen. Für die schöne Wanderung möchte ich mich bei dem Wanderleiter Rainer Lange recht herzlich bedanken. Für diesen Bericht habe ich auch Bilder aus meinem Archiv verwendet.

Bürgerreporter:in:

Gerd Horenburg aus Aschersleben

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