HARZ WANDERUNG
KÖNIGSHÜTTE - DIE LANGE - ÜBERLEITUNGSSPERRE - KÖNIGSBURG
- die Hexe des Harzer - Hexen - Stieg
- hochgeladen von Gerd Horenburg
Die Ortschaft Königshütte war der Ausgangspunkt einer Wanderung des Harzklub Zweigvereins Quedlinburg.
Der Ort Königshütte ist heute ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen - Anhalt. Der Ort Königshütte selbst ist durch die Zusammenlegung der Orte Rothehütte und Königshof am 1. 04.1936 entstanden. Bereits seit Ende des 14. Jahrhundert wurde in Rothehütte Erze verarbeitet, d.h. sie wurden verhüttet. Über Jahrhunderte hinweg gab es in Rothehütte mehrere Eisenhütten. Noch heute werden in Königshütte Kaminöfen hergestellt. In Königshütte vereinigen sich die Warme Bode mit der Kalten Bode zur Bode. Laut Infotafeln soll die Warme Bode tatsächlich 2 Grad wärmer als die Kalte Bode sein. Dies mag im Sommerhalbjahr durchaus der Fall gewesen sein. Mit der Inbetriebnahme des Hochwasserschutzbeckens Mandelholz im Jahre 1957 dürfte diese Aussage nicht mehr stimmen, denn durch die längere Verweildauer der Kalten Bode in dem Hochwasserschutzbecken findet in jedem Fall eine Erwärmung der Kalten Bode statt. Nach dem Zusammenfluss zur Bode fließt die Bode nach wenigen hundert Metern in die Überleitungssperre Königshütte. Von dort verläuft ein unterirdischer Wasserstollen zur etwas niedriger gelegenen Rappbodetalsperre. Somit wird die am 3. 10.1959 eröffnete größte Talsperre im Harz, die Rappbodetalsperre, durch die Flüsse Rappbode, Hassel und Bode mit Wasser versorgt.
Königshütte - Die Lange - Überleitungssperre - Königshof - Königshütte
Nach der Begrüßung und Vorstellung der Wanderung durch den Wanderleiter, Manfred Böhm, auf dem Parkplatz unterhalb der Burgruine Königshof gelangten wir nach Überquerung der Warmen Bode auf die Südroute des Harzer - Hexen - Stieges. Der Harzer - Hexen - Stieg beginnt in Osterode am Harz und endet nach 94 bzw. 107 km in Thale. Er hat die Besonderheit, dass sich der beliebte Wanderweg gleich zweimal aufteilt. Einmal am Torfhaus mit der Brockenumgehung und zum anderen in Königshütte. Hier teilt sich der Harzer - Hexen - Stieg in die Nord- und die Südroute auf. Die Südroute verläuft südlich der Rappbodetalsperre während die Nordroute nördlich der Rappbodetalsperre verläuft. Nach der Aufteilung verläuft die Südroute am rechte Ufer der Warmen Bode bevor es kontinuierlich bergauf ging. Nach knapp 3 km trafen wir auf die Schutzhütte an der Kreuzung zur "Die Lange". Die Lange ist ein von Benneckenstein nach Rübeland verlaufener Forstweg. Dieser, seit Jahrhunderten bestehender, Höhenweg stellt zugleich eine Wasserscheide dar. Südlich "Der Langen" fließen sämtliche entspringenden Wasserläufe in die Bode, während nördlich gelegene in die Rappbode einmünden. Wir folgten "Der Langen" in nordöstlicher Richtung gut 2 km lang. An einer Wegekreuzung, wählten wir den in nordwestlicher Richtung abwärts verlaufenden Weg. Auf ihm erreichten wir die Überleitungssperre Königshütte. Hier trafen wir auf de Nordroute des Harzer Hexenstieges. Von dort aus waren es nur noch ein paar hundert Meter, bis wir die Talsperrenmauer erreichten. Zuvor kamen wir am Stolleneinlaufgebäude vorbei. Vom Stolleneinlauf fließt das Bodewasser durch den Stollen direkt in die Rappbodetalsperre. Seit Jahrhunderten befindet sich dort in der Nähe der jetzigen Staumauer die Große Trogfurther Brücke. Über ihr erfolgte einst der Verkehr von Italien zu den skandinavischen Ländern. Diese Brücke wurde bei der Errichtung der Überleitungssperre überflutet. Am Rastplatz an der Sperrmauer legten wir eine Pause ein. Neben einer Informationstafel befindet sich dort auch eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Nachdem wir uns gestärkt hatten, wanderten wir auf der Nordroute des Harzer Hexenstieges wieder zurück, bis wir auf einen abzweigenden Wanderweg trafen. Noch vor ein paar Jahren war dieser Wanderweg als Weg deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters ausgewiesen. Jetzt ging es wieder ein paar hundert Meter stetig bergauf. Nachdem wir oben angekommen waren, ging es fast schnurgrade in westlicher Richtung weiter. Da durch den Klimawandel in Verbindung mit den Borkenkäfer in dem gesamten Bereich keine Fichtenwälder mehr vorhanden sind, konnten wir die Aussicht zum Brocken und zum Wurmberg ungestört genießen. Nach gut 2 km auf dieser Wanderstrecke bogen wir nach Norden ab und erreichten nach wenigen Metern die, über Königshütte thronenden, Burgruine Königsburg. Auch dort befindet sich neben der Info Tafel eine weitere Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Nach der Besichtigung der Burgruine ging es wieder hinunter ins Bodetal. Hierbei nahmen wir den südlichen Abstieg. Er führte uns zu einem der 12 Erlebnisinseln am Harzer - Hexen - Stieg. An einer Quelle der Warmen Bode wurden wir durch die beiden Kunstwerke auf die Bedeutung des Wassers und Lauf den des Quellwassers aufmerksam gemacht. Zugleich befindet sich oberhalb der Quelle der Thronkreis. Nachdem wir uns die beiden Metallplastiken, die Quelle und den Thronkreis angeschaut hatte, ging es über einen steilen Pfad hinunter ins Bodetal. Wir waren wieder auf der Südroute des Harzer Hexen Stieges angelangt. Nach ca. 100 m erreichten wir das Pegelhaus der Warmen Bode. Über die - am Pegelhaus befindlichen - Brücke überquerten wir die Warme Bode. Nun waren es nur noch ein paar Meter bis zum Parkplatz. Es war eine erlebnisreiche, unvergessliche etwa 10 km lange Wanderung, auf die uns unser Wanderleiter, Manfred Böhm, wieder souverän führte. Dafür gebiet ihm mein herzlichsten Dank.
Bürgerreporter:in:Gerd Horenburg aus Aschersleben |
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