HARZ WANDERUNG
BREITENSTEIN - DREI HERRENSTEINE - DREI LÄNDERECK - HOHE HARZHÖHE - BREITENSTEIN

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Den kleinen Harzort Breitenstein in Mansfeld - Südharz im Land  Sachsen - Anhalt hatte sich der Wanderleiter und Wanderführer, Manfred Böhm, als Ausgangspunkt einer Wanderung des Harzklub Zweigvereins Quedlinburg ausgesucht. Nach der Begrüßung der Teilnehmer machte er uns auf die aktuelle Brisanz der Örtlichkeit aufmerksam. Denn hier im Bereich der Großen Harzhöhe sollen 18 riesige Windräder, gegen den Willen vieler Natur- und Harzfreunde, aufgestellt werden. Nach den Vorstellungen der Landesregierung in Magdeburg sollen 1,6 % der Landfläche des Harzes als Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Oft sehe ich Windkraftanlagen, bei denen sich nur ein Teil der Windräder drehen, d.h. nur ein kleiner  Teil erzeugt Strom. Dafür gibt es mehrere Gründen. Ein Hauptgrund ist, dass Windräder dann abgeschaltet werden müssen, wenn Überkapazitäten im Stromnetz vorhanden sind. Für die durchgeführten Abschaltungen der Windkraftanlagen haben die Eigentümer der Anlagen im Jahr 2024  als Entschädigung 550 Millionen Euro erhalten. Nun stellt sich mir die Frage: Brauchen wir überhaupt noch mehr Windkraftanlagen? Wäre es nicht sinnvoller das Stromnetz auszubauen und zugleich entsprechende Speichermöglichkeiten für die, derzeit nicht nutzbare, Energie zu schaffen?

Drei Herrensteine - Drei Ländereck (1866) - Drei  Ländereck (1947) - Große Harzhöhe

Auf dem Parkplatz am Schützenplatz hatten wir unsere Fahrzeuge abgestellt. Von hier aus  erreichten wir über einen Wiesenweg  den Stadtweg. Schon nach wenigen hundert Metern verließen wir den Stadtweg und wanderten in südwestlicher bzw. später in westlicher Richtung weiter bis wir auf die Hermannsacker Chaussee trafen. Dieser Forstweg führte einstmals von Breitungen nach Hermannsacker in Thüringen. Dort befand sich  der Verwaltungssitz für den Ort Breitenstein. Auf dieser Hermannsacker Chaussee erreichten wir bald die sogenannte Kloppgasse. Die Kloppgasse ist ein sich westlich von Breitenstein befindlicher Forstweg.  Auf ihm wanderten wir ca. 1km in südwestlicher Richtung. Nachdem wir die Kloppgasse verlassen hatten, führte uns ein schmaler Pfad hinauf zu einem Forstweg. Auf diesem erreichten wir nach ca. 2 km die Drei Herrensteine. Diese markierten einstmals die Grenze zwischen Kurhannover (KP), Kursachsen(KH) und Herzogtum Braunschweig(HB). Zahlreiche Grenzsteine mit den entsprechenden Markierungen aus dem Jahre 1735 sind noch erhalten geblieben. Das dargestellte Sachsenross gehört zu Kurhannover während der sächsische Löwe zu Kursachsen gehört. Nicht weit davon befindet sich das Drei Ländereck. Dort war  die Grenze bis zum Jahre 1866 zwischen den Herzogtum Braunschweig, Königreich Hannover und dem Königreich Preußen. Hier legten wir eine Pause ein. Anschlie9end erreichten wir auf der Alten Heerstraße, die uns nun in nordöstlicher Richtung führte,  nach ca. 350 m ein weiteres Drei - Ländereck.  Dieses Drei - Ländereck war bis 1947 die Grenze zwischen den Ländern Braunschweig, Anhalt und Preußen. Heute stellt es die Grenze zwischen den Ländern Thüringen und Sachsen Anhalt dar. Zugleich treffen dort die Landkreise Nordhausen (Thüringen) , Landkreis Harz und Landkreis Mansfeld - Südharz (beide Sachsen - Anhalt) aufeinander. Das Ganze ist schon recht kompliziert. Einmal haben sich der Grenzschnittpunkte  in nordöstlicher Richtung 2 mal verlagert, zum anderen haben sich auch die Fürstentümer, die Königreiche bzw. die Länder im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert.  Von dem Drei - Ländereck von 1947 (der dazugehörige Grenzstein stammt aus der Zeit nach 1989)  wanderten wir hinauf zu der 499 m hohen Großen Harzhöhe. Von hier hatten wir Dank der "Hilfe" des Borkenkäfers eine atemberaubende 360 Grad Rundumsicht. Leider entsprach die Fernsicht an diesem Tage nicht ganz meinen Erwartungen. Auch hier oben legten wir eine Pause ein. Anschließend ging es auf der andere Seite der Großen Harzhöhe wieder etwas hinunter bis wir auf einem Hangweg trafen, der uns in nordöstlicher Richtung bis zum Forstweg Kloppgasse leitete. Auf der Kloppgasse erreichten wir wieder nach ca. 2 km die Hermannsacker Chaussee. Diesmal blieben wir aber auf der Hermannsacker Chaussee. Diese Chaussee führte uns zurück bis nach Breitungen. Über den Hohlen Weg und dem Hüttenweg, benannt nach der Breitunger Glashütte, erreichten wir wieder unseren Parkplatz. Ich denke, dass ich mich im Namen aller Mitwanderer*innen für die schöne Wanderung bei unserem Wanderleiter, Manfred Böhm, recht herzlich bedanken darf. Die Wanderung hatte bei sommerlichen Temperaturen eine Länge von gut 12 km bei 380 Höhenmetern.

Bürgerreporter:in:

Gerd Horenburg aus Aschersleben

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