HARZ WANDERUNG
Silberhütte - Uhlenbachtal - Klappe - Siptenfelde - Fürstenweg
- hochgeladen von Gerd Horenburg
Silberhütte
In der Vereinszeitschrift "Der Harz" des Harzklub wurde zu einer Wanderung für Jedermann des Zweigvereins Harzgerode eingeladen. Die Wanderleitung übernahm der Vorsitzende des Zweigvereins Harzgerode Horst Schöne. Der Treffpunkt war der kleine Harzort Silberhütte. Silberhütte ist ein Ortsteil der Stadt Harzgerode im Landkreis Harz von Sachsen - Anhalt und befindet sich im Unterharz. Er hat eine lange Bergbautradition. Rings um Silberhütte gab es bereits im frühen Mittelalter viele kleine Bergwerke (Gruben). Schon 1440 gab es hier eine Silberhütte. Der Ort Silberhütte wurde dagegen erstmals 1693 erwähnt. Zur Verarbeitung des gewonnenen Erze waren die Hüttenwerke auf die Wasserkraft angewiesen. Das Wasser des Harzfluss Selke wurde zum Antrieb der Wasserräder in den Hüttenwerken, aber auch in den Bergwerken benutzt. Da die Wassermengen der Selke keinen durchgängigen Betrieb erlaubten, wurde mehrere Teiche angelegt. Durch das Unterharzer Teich- und Grabensystem waren die Teiche miteinander verbunden. Der Silberhütter Kunstgraben mit 25,5 km war ein Teil davon. Seinen wirtschaftlichen Höhepunkt erreichte das, sich inzwischen gebildete, Industriezentrum am Ende des 19. Jahrhundert. Es gab neben der Silber- und Bleigewinnung, ein Zementfliesenwerk, eine Schwefelsäurefabrik, ein Vitriolwerk, eine Glashütte und eine Seifensiederei. Mit dem Konkurs der Silberhütte im Jahre 1909 verschwanden auch die anderen Betriebe aus dem engen Selketal. Mit einer Ausnahme der Pulvermühle. Hier wurde neben Sprengstoff, Feuerwerkskörpern auch Munition hergestellt. Zu DDR Zeiten war es der VEB Pyrotechnik, der den Betrieb fortsetzte. Heute ist es, nach der Privatisierung, ein Betrieb der Rheinmetall Waffen und Munition GmbH. Nach dem Konkurs im Jahre 1909 siedelte sich die Holzverarbeitungsindustrie in Silberhütte an. Daraus entstand nach 1945 der VEB Holzwerke Rinkemühle. Im Jahre 1990 erfolgte die Privatisierung der einzelnen Betriebsteile. Am 13. April 1994 suchte ein verheerendes Jahrhundert - Hochwasser das Selketal heim. Hierbei wurden alle Betriebsanlagen der holzverarbeitenden Industrie in Silberhütte zerstört. Damit kam auch das "Aus" für diese Betriebe. Auf dem Gelände eines der Holzbetriebe entstand im Jahre 1998 ein Schulungszentrum, der Unterharzer Waldhof. Von dem dazugehörigen Parkplatz begann unser Wanderung.
Fischtreppe - Uhlenbachtal - Klappe - Siptenfelde - Fürstenweg
Nach der Begrüßung durch den Wanderleiter wurden wir näher über diesen historischen Ort informiert. Auch die unterschiedlichen Standpunkte und Optionen bei dem notwendigen Hochwasserschutz für das Selketal waren ein wichtiges Thema bei seinen Ausführungen. Nach der Überquerung der Selke und den Gleisanlagen der Selketalbahn wanderten wir flussaufwärts in Richtung der ehemaligen Rinkemühle. Nach ca. 500 m kamen wir zur Einmündung des Uhlenbaches in die Selke. Hierbei konnten wir uns eine Fischtreppe näher anschauen. Doch leider ist durch das schadstoffbelastete Wasser des Uhlenbaches und der Selke, an dieser Stelle, kein Fischbestand mehr vorhanden. Für das Grubenwasser der beiden, in den Jahren von 1995 bis 1998 angelegten, Stollen (Biwender Stollen, Brachmannsberger Stollen) befindet sich die, im Jahre 2008 in Betrieb genommene, Grubenwasserreinigungsanlage(GWRA) im Uhlenbachtal. Nach knapp 2 km, immer leicht bergauf, erreichten wir die GWRA. Etwa 100 m weiter bergauf kamen wir zum Mundloch des Brachmannsberger Stollen. Über Rohre wird das schadstoffbelastete Grubenwasser zur GWRA geleitet. Durch Absetzbecken und der Zugabe von Kalkmilch wird das Grubenwasser gereinigt, bzw. neutralisiert. Auf dem Schotterweg im Uhlenbachtal errichten wir die B242, auch Harzhochstraße bzw. Klausstraße genannt. Nach der Überquerung der B242 führte uns unser weiterer Weg im Uhlenbachtal über einen Wiesenweg entlang am Waldessaum zu einem Rastplatz mit dem Namen Klappe. Hier legten wir eine Pause ein. Anschließend ging es über einen Feldweg hinauf zu dem Harzort Siptenfelde. Bereits im Jahre 961 existierte das Dorf Siptenfelde. In der Nähe der Klappe befand sich seit dem Jahre 936 der königliche bzw. später der kaiserliche Jagdhof Siptenfelde. In Siptenfelde überquerten wir wiederum die B242 um über die Herrenstraße nach etwa 800 m hinauf zum Liedtkes Dreieck zu gelangen. Hier hatten wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Von dieser Wegkreuzung ging es nur noch bergab in Richtung Rinkemühle/Silberhütte. Später gelangten wir auf den Fürstenweg. Von dort hatten wir einen schönen Blick in das Uhlenbachtal. Von Siptenfelde aus, gelangten wir nach ca. 3,5 km wieder zur Fischtreppe an der Rinkemühle. Nach weiteren 0,5 km erreichten wir, mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen versehen, den Parkplatz am Waldhof Silberhütte. Dafür möchte ich mich recht herzlich bei dem Wanderleiter Horst Schöne bedanken. Meinen Beitrag habe ich wieder mit Bildern aus meinem Archiv ergänzt. Leider war es mir im Rahmen meines Wanderberichtes nicht möglich, noch näher auf den ehem. Industriestandort Silberhütte und den erforderlichen Hochwasserschutz für das Selketal einzugehen.
Bürgerreporter:in:Gerd Horenburg aus Aschersleben |
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