HARZ WANDERUNG
Altenbrak - Großes Mühlental - Stemmberghaus - Schöneburg - Altenbrak
- am Parkplatz Altenbrak
- hochgeladen von Gerd Horenburg
Zu einer herbstlichen Rundwanderung hatte der Wanderführer vom Harzklub Zweigverein Quedlinburg Manfred Böhm in den Harz eingeladen. Vom zentralen Parkplatz im Luftkurort Altenbrak begann die Wanderung. Nach der Begrüßung stellte uns Manfred Böhm den geplanten Wanderverlauf vor. Rechts der Bode wanderten wir flussaufwärts auf dem Harzer -Hexen - Stieg. Nach nach ca. 1,3 km erreichten wir den Abzweig zum "Großen Mühlental". Nun ging es im Großem Mühlental - auf einem Forstweg - stetig bergauf. Das Große Mühlental endet, später unter den Namen Oberförsterweg, an der B81. Die B81 stellt, zumindest in diesem Bereich, eine Wasserscheide dar. Kurz bevor wir die B81 erreichten, trafen wir auf den im Jahre 2003 eingeweihten Köhlerweg. Dieser Köhlerweg ist zugleich Bestandteil des Harzer - Hexen - Stieges.
Stemmberghaus - Aussichtspunkt Schöneburg
Auf diesem Köhlerweg wanderten wir vor bis zum Stemmberghaus. Neben einer rustikalen Gaststätte befindet sich auf dem Gelände der Arbeitsplatz eines Holzgestalters. Wir konnten ihn bei der Herstellung eines Holzfigur beobachten. Eine Kettensäge war hierbei sein wichtigstes Arbeitswerkzeug. Außerdem gibt es am Stemmberghaus eine Köhlerei mit einem Museumsbereich. Meines Wissens ist es die einzige verbliebene Köhlerei von hunderten von Köhlereien, die es einst im Harz gab. Die Holzkohle wurde hauptsächlich für die vielen im Harz vorhandenen Erzaufbereitungsbetriebe (Hochöfen) benötigt. Am Stemmberghaus legten wir unsere Mittagspause ein. Anschließend ging es auf dem Harzer Hexen Stieg in nördlicher Richtung weiter. Auf einem schmalen Pfad erreichten wir die Schöneburg. Von dieser Schutzhütte hatten wir einen schönen Ausblick auf das Bodetal mit dem Kurort Altenbrak. Wie auch am Stemmberghaus befindet sich dort eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel. Nach einer kurzen Pause ging es auf dem Harzer Hexen Stieg auf teilweise steilen, durch das auf dem Stieg liegende nasse Herbstlaub, nicht ganz ungefährlichen Bereichen hinunter ins Bodetal. Unten angekommen, machten wir noch einen Abstecher zu einer Forellenzuchtanlage. Dort bestand die Möglichkeit Forellen zu kaufen. Nach einer kurzen Einkaufs- und Besichtigungspause wanderten wir, jetzt flussabwärts, zurück zu unserem Parkplatz.
Bode - Aquädukt - Altenbrak
Auf dem Weg dorthin kamen wir an den Überresten eines technischen Denkmals vorbei. In den Jahren 1887/1888 wurde dort an der Bode eine Holzschleiferei errichtet. In dieser Fabrik wurden Holzstämme durch Schleifen mit großen Schleifscheiben in ihre Holzfasern zerlegt. Diese Holzfaser wurden zur Papierherstellung benötigt. Zur Versorgung der Schleiferei mit mechanischer Energie, wurde 2 km flussaufwärts ein Wehr in der Bode errichtet. Von dort floss ein Teil des Bodewassers durch einen in den Felsen gehauenen 398 m langen Wasserstollen über ein errichtetes Aquädukt in einer 13 m hohen Fallstrecke direkt in die beiden Wasser -Turbinen. In den Turbinen wurde die kinetische und potentielle Energie des Wassers in Rotationsenergie umgewandelt. Sie hatten eine Leistung von je 250 PS. Um eine möglichst große potentielle Energie zu erzielen, wurden die Turbinen unter der Werkhalle angeordnet. Höchstwahrscheinlich wurde die entstandene Rotationsenergie über 2 vertikal angeordneten Königswellen (Welle mit Kegelrädern) auf die höhere Ebene übertragen. Von dort wurde die Energie über Wellen mit schaltbaren Kupplungen zu den einzelnen Maschinen geleitet. Da zum Zeitpunkt der Planung der Holzschleiffabrik noch keine funktionstüchtige elektrische Generatoren und Motoren zur Verfügung standen, konnte nur eine mechanische Kraftübertragung angewendet werden. Am 10.06.1972 wurde die Holzschleiffabrik für immer geschlossen. Das Aquädukt wurde nicht mehr gebraucht und wurde deshalb kaum noch unterhalten und gepflegt. Bei der Hauptprüfung des Bauwerks im Jahre 2019 wurde der desolate Zustand festgestellt. Es bestand Einsturzgefahr. Um das unter Denkmalsschutz stehende Bauwerk der Nachwelt zu erhalten, wurde es vor dem Rückbau umfangreich erfasst und dokumentiert. Die Kosten des Rückbaus des 42 m langen und 3,5 m breiten Aquädukt im Jahre 2023 betrugen 1, 398 Mio. €. Das rechte Widerlager des Aquädukts wurde der Nachwelt, mit einer entsprechenden Informationstafel versehen, erhalten.
Vom einstigen Aquädukt bis zum Parkplatz waren es nur noch knapp 1 km. Mein Dankeschön für die schöne und interessante Wanderung geht an den Wanderführer Manfred Böhm.
Bürgerreporter:in:Gerd Horenburg aus Aschersleben |
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