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Die Samtgemeinde Wathlingen wurde im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform 1973 gebildet

Am 28. Mai 1988 wurde die Fahnenweihe einer neuen Samtgemeindefeuerwehrstandarte in Adelheidsdorf vorgenommen. Samtgemeindebürgermeister Heinrich Lienau (am Pult) übergab sie Gemeindebrandmeister Heinrich Rostalski für die vier Ortsfeuerwehren Adelheidsdorf, Großmoor, Nienhagen und Wathlingen. Neben der Fahne sind von links zu erkennen: Kreisbrandmeister Willi Hellmann, Heinrich Rostalski, Adelheidsdorfs Bürgermeister Gustav Holle und Samtgemeindedirektor Jürgen Zingel.

Die Samtgemeinde Wathlingen feierte am Wochenende ihren 40. Geburtstag. Im Jahre 1973 haben sich die Gemeinden Adelheidsdorf (mit der darin aufgegangenen früheren Gemeinde Großmoor), Nienhagen und Wathlingen zur Zusammenarbeit in diesem Gebilde entschieden und ihr einige Zuständigkeiten übertragen. Als Sitz der Samtgemeinde wurde Wathlingen gewählt.

Die Samtgemeinde Wathlingen wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen mit Wirkung vom 1. Januar 1973 geschaffen. Ihr wurden die Gemeinden Adelheidsdorf, Nienhagen und Wathlingen zugeteilt.
Oberkreisdirektor Dr. Axel Bruns (1915-1990) gab seine Stellungnahme zur bevorstehenden Verwaltungs- und Gebietsreform vor der Mitgliederversammlung der Celler Kreisabteilung des Niedersächsischen Gemeindetages ab. Diese Versammlung hatte am 21. November 1967 mit Beteiligung fast sämtlicher Bürgermeister und Gemeindedirektoren der 98 Gemeinden des Landkreises Celle stattgefunden. Bruns ermahnte die Teilnehmer der Versammlung, sich bereits jetzt damit auseinanderzusetzen, wie die Reform am besten umzusetzen sei. Nach der Vorgabe des Landtages sollte die Reform möglichst zum Frühjahr 1974 vollendet sein.
Der Oberkreisdirektor bot die Hilfe des Landkreises an, um gemeinsam nach der besten Lösung für die Gemeinden zu suchen. Trotz dieser rechtzeitigen Ermahnung wurde die Gründung der Samtgemeinde Wathlingen doch erst aufgrund eines Beschlusses des Innenministers Richard Lehners (1918-2000, SPD) im Januar 1973 gefasst.

Andernfalls Einheitsgemeinde

Wenn die Samtgemeinde Wathlingen nicht innerhalb von vier Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes vom 1. Januar 1973 gebildet beziehungsweise eine genehmigungsfähige Hauptsatzung der Samtgemeinde vorgelegt worden wäre, hätte der Innenminister aus den Gemeinden Nienhagen, Wathlingen, Adelheidsdorf, Großmoor und dem Westerceller Gebiet südlich des Fuhsekanals eine Einheitsgemeinde bilden lassen. Auf diese Regelung wollte sich aber außer der Gemeinde Wathlingen keine andere Gemeinde einlassen.
In den Jahren 1970 und 1971 war es schon zu Vertragsabschlüssen zwischen Großmoor und Westercelle beziehungsweise Adelheidsdorf und Nienhagen zwecks Bildung von Einheitsgemeinden gekommen. Die Gemeindevertreter von Großmoor und Westercelle unterzeichneten diesen Vertrag am 29. Dezember 1970.
Am 27. Januar 1971 unterzeichneten die Bürgermeister Ferdinand Deiters (Adelheidsdorf) und Heinrich Lienau (1917-2004, Nienhagen) im Rathaus Nienhagen in Anwesenheit aller Gemeinderatsmitglieder von Adelheidsdorf und Nienhagen einen Vertrag zur Bildung einer Einheitsgemeinde zwischen Nienhagen und Adelheidsdorf, und zwar zum Jahresbeginn 1972. Die Zustimmung des Niedersächsischen Landtags stand allerdings noch aus.
Die „Cellesche Zeitung“ berichtete tags darauf ausführlich über einen „historischen Schritt für zwei Gemeinden“.
Die nunmehr unterzeichneten Verträge waren dem Innenminister vorzulegen. Dieser sollte sie dann dem Niedersächsischen Landtag zur Abstimmung weiterreichen. Soweit kam es aber nicht.
Obwohl auch die Vertreter des Kreistages von Celle diesen Verträgen bereits zugestimmt hatten, scheiterten alle weiteren Überlegungen daran, dass die Gemeinde Westercelle in die Stadt Celle eingemeindet werden sollte. Die Bürger und der Gemeinderat von Westercelle hatten dagegen heftig protestiert; trotzdem konnten sie an diesem Beschluss nichts mehr ändern. Westercelle hatte damit seine Selbstständigkeit verloren.
Gleichzeitig bildeten die Dörfer Adelheidsdorf, Großmoor und das Westerceller Gebiet südlich des Fuhsekanals eine Einheitsgemeinde. Das Westerceller Gebiet hatte den Ortsteil Dasselsbruch und die Straßenzüge In den Birken und Engelkenkamp umfasst.
Der Beschluss, dass in Wathlingen die Hauptverwaltung der Samtgemeinde eingerichtet werden sollte, war außer dem Wathlinger Gemeinderat keinem der anderen Ortsräte recht.
Als Begründung für diese Maßnahme wurden vom Landkreis unter anderem die bessere Infrastruktur und das geplante Schulzentrum in Wathlingen angegeben. Durch viele Beschlüsse der einzelnen Gemeinderäte war noch 20 Jahre später deutlich, dass der Erlass von 1973 immer noch nicht im Sinne aller Bürger war.
Die konstituierende Sitzung des Interimsgemeinderats der neuen Gemeinde Adelheidsdorf fand in der ersten Januarwoche im Hotel Müggenburg an der Hannoverschen Straße statt. Der Gemeinderat setzte sich aus neun Mitgliedern aus Adelheidsdorf, neun Mitgliedern aus Großmoor und zwei Mitgliedern aus Westercelle zusammen. Der bisherige Bürgermeister von Großmoor, Heinrich Stolte, damals 62 Jahre alt und aus Dören, Kreis Melle, gebürtig, wurde einstimmig zum Interimsbürgermeister und Gemeindedirektor gewählt. Albert Buchholz (1914-2010), Mitbegründer und damaliger Chef der Freiwilligen Feuerwehr Adelheidsdorf, wurde sein Stellvertreter. Als Mitglieder für den Interims-Samtgemeinderat Wathlingen waren Heinrich Stolte, Ernst Baschek, Hans Knels und Siegfried Hock bestimmt worden.
Die erste Gemeinderatswahl in Adelheidsdorf fand am 25. März 1973 statt. Die jetzt gewählten Ratsherren trafen sich zur ersten Sitzung am 16. April 1973 im Gasthaus Reimerdes, der späteren „Moorkröte“, in Großmoor. Im Verlauf dieser Sitzung wurde Hasso Seidel (1923-2005) zum ersten Bürgermeister der Gemeinde Adelheidsdorf gewählt.
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