Kuscheltier-Leopardin erkundet Waterberg – Namibia, Tag 1

Leopardenkacke
 
Zug am Bahnhof Windhoek
 
Ganz schön große Löcher für einen Termitenhügel
Kuscheltiere gehen ebenso wie Zweibeiner auf Reisen, manchmal auch gemeinsam. Das ist vor allem dann eine runde Sache, wenn die plüschigen Begleiter nachher von ihrem großen Abenteuer berichten. Auf meiner Reise durch Namibia habe ich deswegen einem Stofftier tolle Erlebnisse ermöglicht. Die kleine Leopardin Amara war bei unserer von Chamäleon organisierten privaten Gruppenreise in vorderster Reihe dabei – auf dem Armaturenbrett des Sprinters sitzend oder aus meinem Rucksack schauend. Dabei begegnete Amara einem Erdhörnchen und einer Leopardin, nippte zum Sonnenuntergang am Gin Tonic und lauerte in Köcherbäumen auf Beutetiere. Nachfolgend erzählt sie von der Reise ihres Lebens durch Namibia.

Namibia, Tag 1: Windhoek und Waterberg

Mit Air Namibia über Nacht von Frankfurt in rund zehn Stunden Flugzeit nach Windhoek ist trotz über weite Strecken ausgefallener Bordunterhaltung für die sechs Zweibeiner deutlich angenehmer als für mich. Denn während sie etwas zu futtern und sogar einen Schluck Amarula bekommen, stecke ich von der Abreise aus Neusäß am Montag bis zur Ankunft in der Waterberg Wilderness Lodge am Dienstagabend zwischen der Wäsche in Michaels Koffer. Daher kann ich hier auch erst einmal nur erzählen, was ich von Michael weiß. Das wird sich in den kommenden Kapiteln meines Reisetagebuches aber ändern, versprochen!

In Windhoek gelandet, ist die Freude erst einmal groß, als Petra, Tobias, Klaus, Rosi, Christa und Michael auf ihren Reiseleiter Alex von Alten treffen, den sie bereits von ihrem Botswana-Aufenthalt kennen. Nachdem Euro-Scheine in namibische Dollar umgetauscht sind, begibt sich das Septett auf eine Stadtrundfahrt durch Windhoek. Dabei steht auch die aufstrebende Township Katutura auf dem Programm – doch zu diesem Zeitpunkt ist Michael im Sprinter bereits weggedöst.

Immerhin war er noch wach, als Alex die Touris in der Robert-Mugabe-Avenue beim Parlament mit seinem schönen Park mit Blick auf eine Kirche aussteigen ließ. Insbesondere die Jacaranda-Bäume mit ihren lila Blüten lassen dieses Fleckchen der Hauptstadt hübsch aussehen. Weniger hübsch findet die Truppe dagegen ein auf moderne Architektur getrimmtes und von Nordkoreanern erbautes Unabhängigkeitsmuseum gegenüber der Kirche. Statt dem entfernten Reiterdenkmal thronen vor dem Unabhängigkeitsmuseum inzwischen zwei andere Statuen. Eine davon zeigt den ersten namibischen Präsidenten Sam Nujoma mit einem Gesetzbuch in der Hand. Und ja, richtig gelesen, Zimbabwes lebender Diktator Robert Mugabe ist in Namibia in Form eines Straßennamens verewigt.

Nächster Stopp: Der Bahnhof von Windhoek. Die Zweibeiner schauen zu, wie zwei Waggons geputzt werden und stellen fest: die schon geputzte Seite glänzt blau, während die andere, nur über eine Überführung einsehbare Seite mit einem Grauschleier überzogen ist. Auf dem Weg zur Waterberg Wilderness Lodge legt die Reisegruppe einen Mittagsstop bei einem Café ein und stattet dem Holzschnitzermarkt gegenüber einen kurzen Besuch ab. Es ist nicht einfach, den Fängen der Händler wieder zu entkommen. Das Sortiment der dargebotenen Waren erinnert Michael sehr stark an die Souvenirs in Tansania. Lediglich die Tierschnitzereien auf Makalani-Nüssen stechen heraus, jedoch hatte er da schon vor der Kirche in Windhoek zugeschlagen.

Wanderung zu Klippschliefern und Leopardenkacke

Letzter Stopp vor dem Tagesziel Waterberg ist ein großer schöner Termitenhügel, der mindestens 30 Jahre lang in Betrieb war. Nun aber ist die Spitze abgebrochen und nicht repariert worden, folglich wohnen darin wohl keine Termiten mehr. Auf dem Gelände der Waterberg Wilderness Lodge erblicken die Zweibeiner dann die ersten Tiere: Paviane, Kudus und Dikdiks. Nach dem Bezug der Zimmer, einer Runde Seilspringen für Michael und einem Stück Kuchen unternimmt Alex noch eine Wanderung mit seinen Touris, bei der sie vor der Kulisse des Waterbergs auf eine ansprechende Landschaft mit Klippschliefern, domestizierten Büffeln und Leopardenkacke stoßen. Bei der Gelegenheit fällt Michael dann auch ein, dass ich noch im Koffer eingeschlossen bin und mal ein bisschen frische Luft und Auslauf gebrauchen könnte. Also wandert er nach der Rückkehr ins Zimmer direkt nochmal mit mir den Rundweg in umgekehrter Richtung, zwar nicht bis zur Wasserquelle, aber immerhin bis zur Leopardenkacke. Diese soll angeblich ihre weiße Farbe haben, weil wir Leoparden keine Knochen knacken können. Wir machen noch ein Foto vor einem ehemaligen Termitenhügel – ehemalig deshalb, weil die Löcher darin zu groß für Termiteneingänge sind -, einem Jacaranda-Baum und natürlich vor den Ausscheidungen meines Artgenossen. Als ob ich kleine kuschelige Leopardin zu solch großen Lebensmittelendprodukten fähig wäre.

Zum Abendessen gibt es Salat, Kudu-Fleisch mit Rosenkohl und Couscous, als Dessert wird ein Kuchen mit Pudding kredenzt. Als Absacker gibt Klaus eine Runde Gin Tonic an der Bar aus. Der erste Tag ist trotz großer Müdigkeit der Teilnehmer ein gelungener Einstieg mit viel Programm. In den nächsten Episoden meiner Reiseerlebnisse wird’s spannender, spektakulärer und für mich auch deutlich angenehmer. Gleich weiterlesen!

Ich empfehle zwar, jeweils über den Link am Ende eines Kapitels meines Namibia-Reiseberichts zur nächsten Episode zu wechseln. Dennoch gibt's nachfolgend eine Kapitel-Übersicht und Reise-Eindrücke aus anderen Ländern von Michael.

Kapitel-Übersicht meines Namibia-Reisetagebuches
Kapitel 2: Großkatzenprojekt
Kapitel 3: Etosha Nationalpark
Kapitel 4: Nochmal Safari im Etosha
Kapitel 5: Burenwurst im versteinerten Wald
Kapitel 6: Twyfelfontein
Kapitel 7: Swakopmund
Kapitel 8: Apfelkuchen in Solitaire
Kapitel 9: Sossusvlei - ein "Gastbeitrag"
Kapitel 10: Wo ist der Gin Tonic in Klein Aus Vista?
Kapitel 11: Kolmanskop, Lüderitz
Kapitel 12: Fish River Canyon
Kapitel 13: In der Kalahari
Kapitel 14: Abschied auf Onjala

Lust auf Michaels Reiseberichte und Bildergalerien aus anderen Ländern?
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Kuba (6 Bildergalerien)
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Mexiko: Yucatan und Quintana Roo
Peru
Schweden: Stockholm und Winter in Lappland
Tansania mit Sansibar
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