Solitaire, wir wollen deinen Apfelkuchen – Namibia, Tag 8

Amara genießt den Sonnenuntergang über der Little Sossus Lodge
 
Laster kippt Sand in die Wüste
Nach den Erlebnissen rund um Twyfelfontein und dem gediegenen Tag in Swakopmund steht für Stofftier Amara und ihre Reisegefährtin Kilometer abreißen auf dem Programm. Dabei schauen sie kurz am Pier von Walvis Bay vorbei, futtern den Spatzen in Solitaire frischen Apfelkuchen weg und genießen die Landschaft des Namib-Naukluft-Parks. Wie die kleine Leopardin den Dienstag erlebt hat, schildert sie nachfolgend.

Walvis Bay ist die erste Etappe des achten Reisetages. Wir unternehmen einen „Strandspaziergang“. Auf der Meerseite zeigen sich Flamingos, auf der Stadtseite Villen. Die Weiterfahrt erfolgt zunächst noch auf asphaltierter Straße durch die Wüste. Tatsächlich müssen wir in der Wüste anhalten, weil ein Kipplaster den Weg blockiert um Sand abzuladen! So werden also Dünen geschaffen... Nächster Halt: Drei Köcherbäume mitten in der Namib. Beim Einsteigen waltet Christa ihres Amtes und putzt unsere Schuhsohlen mit einem Besen. Zwei fremde Reiseleiter bemerken dies und grinsen ob der vermeintlichen Nutzlosigkeit dieses Aktes. Deren Fahrzeug ist innen bestimmt sandiger. Dann halten wir im Kuiseb-Canyon, der malerisch in die herrliche Landschaft des Namib-Naukluft-Parks eingebettet ist. Dort verstecke ich mich im Kuschelgras, wie es Petra nennt. Wie kann man so etwas Pieksendes bloß Kuschelgras nennen, frage ich mich. Da gefällt mir Michaels Bezeichnung Feengras besser. Die korrekte botanische Bezeichnung lautet Stipagrostis uniplumis. Wir beobachten einen Schwarzkäfer mit Kalkstreifen, ehe wir einen weiteren kurzen Stopp am Gaub-Canyon einlegen.

Schließlich gelangen wir nach Solitaire, einem Nest mitten in der Wüste. 92 Einwohner leben hier, behauptet das Ortsschild. In Solitaire gibt es eine Tankstelle, eine Lodge, ein Café und Moose McGregors Desert Bakery, die im ganzen Land berühmt für ihren Apfelkuchen ist. Michael ergattert das erste Stück bacherlwarmen Apfelkuchen von einem frischen Blech. Die Menschen stehen Schlange, sodass der Kuchen schnell weg geht. Das ist auch wichtig, denn unzählige Vögel, allen voran Spatzen und Webervögel, spechten auf Brösel und erobern den offenen Verkaufsraum. Moose McGregor selbst ist übrigens vor einem Jahr gestorben; zu seiner Beerdigung sollen 1.500 Leute aus Windhoek angereist sein. Was es sonst noch in Solitaire zu sehen gibt: Winzige, pfeilschnelle Eidechsen, Schildraben, Schmetterlinge und obendrein wuseln niedliche Erdhörnchen über den Sand, buddeln nach Futter und patschen sich Fliegen von der Nase.

Wintervorrat cleverer Giraffen und ein traumhafter Sonnenuntergang

Weiter geht es durch den Namib-Naukluft-Nationalpark mit seinen Webervögel-Wohnsiedlungen. Alex möchte uns im Scherz verklickern, dass es sich bei den Webervogelnestern um den Wintervorrat von cleveren Giraffen handelt, die das Gras im Baum deponieren. Glauben wir natürlich nicht, aber wir werden dieses „Wissen“ im Verlauf der Reise noch an den Mann bringen. In der Little Sossus Lodge angekommen, mieft unser Zimmer nach Insektenspray oder Moder oder stimmt etwas mit der Wasserleitung nicht? Jedenfalls lässt sich der beißende Geruch auch mit Ventilator-Einsatz nicht hinaus lüften, betrifft aber offenbar nur unsere Schlafgelegenheit. Also gilt es, möglichst viel Zeit außerhalb der Räumlichkeiten zu verbringen. Direkt davor tummeln sich einige Schwarzkäfer, diesmal ohne Kalkstreifen. Außerdem üppige Wüstenameisen mit einem gelben Hinterteil.

Den herrlichen Sonnenuntergang genießen wir nach einer kleinen Kletterpartie auf einem Fels nahe der Unterkunft. Vor uns hoppelt ein Feldhase den Pfad hinauf zu den Wassertanks, die die Little Sossus Lodge mit der flüssigen Lebensgrundlage versorgen. Ich gönne mir einen Gin Tonic zwischen den Steinen, während wir dabei zusehen, wie die gelbe Sonne sich länger als sonst von uns verabschiedet und den Himmel in ein herrliches Rot taucht. Abends stärken sich die Zweibeiner wieder einmal ohne mich. Sie dinieren Tomatensuppe, Pflaumen im Speckmantel, Boboti als Hauptgericht und zum Nachtisch Malva. Unter Boboti versteht die Köchin mit Ei verkleppertes Hack, Banane oben drauf, dazu Bohnen Reis, ein kleines Stück Kürbis und Chutney. Malva, also Kuchen auf Vanillepudding, kennen die Reiseteilnehmer schon aus Botswana und vom Waterberg. Am neunten Tag unserer Namibia-Reise steht das Sossusvlei mit dem Dead Vlei auf dem Programm. Es wird also sandig und darum darf ich nicht mit!
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