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Teufelssprung im Deister Wennigser-Mark

Der Teufelssprung Erklärung im Deister
 
Der Teufelssprung am Schleifbachtal
Wennigsen (Deister): Am Waldwinkel |

Der Teufelssprung im Deister

Bergleute vertrieben den Teufel aus dem Deister



In der Nähe der Wennigser-Mark (Waldwinkel), an den Hängen des Schleifbachtals, kann man die Spuren des Teufels noch erkennen.

Kohleabbau im Deister

Die möglicherweise frei erfundene Geschichte spielte wohl zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Kohleabbau im Deister richtig blühte.
Erstmals 1639 fand man im Deister am Bröhn (in der Nähe der Wasserräder-Wennigsen) Steinkohle.

Wealdensteinkohle

Seit über 140 Millionen Jahren lagert die sogenannte "Wealdensteinkohle" der Kreidezeit im Deister, die man bis 1960 abbaute und vielfältig nutzte.
Im 19. und 20. Jahrhundert blühte der Steinkohleabbau so richtig auf. Nahezu 100 Stollen und Schächte wurden von den Bergleuten in den Deister getrieben, um an das "schwarze" Gold zu kommen. Weit mehr als 3 000 Menschen fanden Arbeit im und um den Steinkohleabbau.

Mystische Begegnungen im Stollen

In den nur schwach ausgeleuchteten Stollengängen ging es oftmals sehr mystisch zu. Die Bergleute sahen im Schein ihrer kleinen Lampen manchmal seltsame Gestalten, die sich "Untertage" rumtrieben. Manche Ereignisse konnten nicht mit rechten Dingen zugehen. Selbst die heilige Babara, die Schutzpatronin der Bergleute, konnte nicht immer hilfesuchend angerufen werden.
Auch Hermann Löns hat sich gefürchtet, als er mal Untertage vom Klosterstollen Barsinghausen zum Egestorfer Stollen gegangen ist. Möglicherweise ist ihm auch der Teufel begegnet?

Der Teufel im Schleifbachtal

Jedenfalls spielte die Begegnung mit dem Teufel die den Schachtanlagen im Schleifbachtal.
Im Schleifbachtal, nahe der Wennigser-Mark, genau an der Grenze von Wennigsen zu Egestorf gab es bis weit ins 19. Jahrhundert hinein diverse Kohlestollen. Die Reste sind heute noch sichtbar.
In den Anfängen des Bergbaus in diesem Tal, so erzählten es sich die Bergleute in den sogenannten "Buschschichten", stießen die "Altvorderen" eines Tages, als sie tiefer und tiefer in den Deister vordrangen auf den "Leibhaftigen", auf den Teufel. Man erkannte, dass nur dieser für die Unfälle und Grubeneinstürze verantwortlich war. Er befürchtete wohl, dass die Bergleute in sein Reich eindringen könnten. Denn Untertage im Deister war die Hölle.

Die Bergleute vertrieben den Teufel

Die Bergleute, die um ihre Arbeitsplätze fürchten mussten, waren nicht feige.
Man verabredete sich mit Schaufel und Spitzhacke (Keilhaue), die heilige Babara vorantragend, auf den "Leibhaftigen" loszugehen. Als dieser die vielen Bergleute sah und in das Gesicht der heiligen Babara blicken musste, suchte er sein Heil in der Flucht. Mit viel Gebrüll irrte er durch die Stollengänge und entkam schließlich den Bergleuten durch einen Luftschacht (Wetterrösche).
Die Bergleute rannten die Keilhauen schwingend hinterher und konnten gerade noch sehen, wie der Teufel mit einem gewaltigen Satz über den Deister Richtung Münder entschwand.
In den Stollenanlagen des Schleifbachs wurde er nie wieder gesehen. Die Bergleute konnten noch viele Jahre unbehelligt nach dem "schwarzen Gold" schürfen.
Noch heute erzählt man sich am Nordhang des Deisters: "Der Leibhaftige ist über den Deister gegangen"
Dieser Spruch trifft auch für viele andere Ereignisse zu.

Die Spuren des Teufelssprungs waren verschwunden

Viele Jahre waren die Spuren des Teufelssprungs im Deister verschollen. Man konnte sich nur auf die Erzählungen der Bergleute berufen.
Bei neusten Nachforschungen hat man seit einigen Jahren, zufällig bei Forstarbeiten, die Spuren aus dem frühen 19. Jahrhundert wiedergefunden. Deutlich sind die Fußabdrücke des Teufels in einem Wealdensandstein zu erkennen.
Ein Hinweisschild, an einer dicken Buche, berichtet über das Ereignis im Deister, damit diese historische Geschichte nicht mehr verloren geht.


Weg zum Teufelssprung im Deister

Bei einer Wanderung vom Parkplatz Wennigser-Mark (Waldwinkel) in Richtung Deisterkamm / Nienstedter Pass trifft man nach ca. 700 Metern auf den Abdruck des Teufels und hat an dieser Stelle einen interessanten Blick in das Schleifbachtal.
Die Beschreibungen über den Kohleabbau im Deister sind auf diversen Beschilderungen des "Kohlepfads" nachzulesen.
Vielleicht erkennt man den Stollen wieder, im dem den Bergleuten der Teufel erschienen ist?

frei nach...
Winfried Gehrke Wennigsen "Deister-Winni"
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2 Kommentare
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Uwe Roßberg aus Garbsen | 22.12.2016 | 17:56  
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Romi Romberg aus Berlin | 22.12.2016 | 17:56  
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