Mit den Grünen wird sich das Hamsterrad weiter drehen!

Kritik an den wenig ambitionierten ökologischen Zielen der größten Umweltpartei in Deutschland äußern nicht nur Mitglieder der Jugendbewegung Fridays for Future. Auch die aktuelle Ausgabe von „DIE ZEIT“ nimmt sich unter dem Titel „Der Schein trägt“ diese Woche des Themas an. Verena Föttinger aus dem Bundesvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) bestätigt die Thesen des Artikels hinsichtlich der mangelnden Konsum- und Wachstumskritik bei den Grünen: „Die Zeit zeichnet hier das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen ÖDP und Grünen nach. Ein Merkmal, welches uns seit über 30 Jahren fundamental unterscheidet!“

Es fehle in einer Epoche immer drängenderer ökologischer Probleme auch bei den Grünen eine Vision, wie ökologisches Leben und Wirtschaften in der Zukunft aussehen soll. Je größer die Herausforderungen, umso schwächer seien die Forderungen der Grünen. „5 Mark für den Liter Benzin wollten die Grünen in den 90ern. Heute dagegen gibt man sich bei der Debatte um eine CO2-Besteuerung mit 40 Euro pro Tonne zufrieden, obwohl das Umweltbundesamt 180 Euro pro Tonne fordert“, zitiert Föttinger aus dem entsprechenden Artikel von Die Zeit.
Die Vertreter von Fridays For Future stellen genau diese Frage, ob die Grünen wirklich an der Wurzel der Probleme anpackten und kritisieren ihre mangelnde ökologische Radikalität sowie den politischen Opportunismus. Die Grünen wollten, wie alle anderen Parteien auch, ungezügeltes Wirtschaftswachstum, nur ein bisschen grün eingefärbt. Die Frage bleibe, wie die Grünen mit der Forderung nach Effizienzsteigerung und Optimierung bei steigenden Ansprüchen des Individuums mehr Klimaschutz erreichen wollten. „Dies ist ein absolutes Paradox in vielen politischen wie ökonomischen Modellen“, so Föttinger.

Mehr Effizienzsteigerung bedeute aber aus der Sicht der ÖDP wieder weiteren Konsum. Aus dieser Wohlstandfalle suchten immer mehr Menschen in den Industrieländern einen konkreten Ausweg. Föttinger: „Wir fordern Wohlstand ohne Wachstum und den kann es nur geben mit Konsumverzicht und Veränderung des Lebensstils aller.“ Dazu biete die ÖDP Lösungen an, die allerdings nicht ohne gravierende Einschnitte etwa beim Wegwerfverhalten auskommen. „Wir brauchen nicht weiteres Wachstum mit mehr Effizienz, sondern weniger Wachstum mit mehr Verzicht!“, so Föttinger. Das Ziel müsse das Streben nach Subsistenz sein – zwingenderweise einhergehend mit weniger Überfluss für die Gierigen und Gesättigten.

Grüne Politik könne man aktuell in einigen Bundesländern in der Praxis beobachten. Es werde an der einen oder anderen Schraube gedreht, ohne dass sich etwas grundlegend ändert.

Abschließend meint Föttinger: „Vielleicht schafft es ja DIE ZEIT, beim nächsten Mal auch die konkurrierenden politischen Ansätze zu erwähnen. Es gib Alternativen zu den Grünen!“

Verena Föttinger, Mitglied im Bundesvorstand der ÖDP. Foto: ÖDP Bundespressestelle

Bürgerreporter:in:

Michael Falke aus Uelzen

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