Erdholländer-Windmühlen auf dem Darß

Neu erbaute Windmühle mit kleiner Schafherde.
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  • Neu erbaute Windmühle mit kleiner Schafherde.
  • hochgeladen von Bernd Sperlich

Wer auf der Bundesstraße nach Prerow zu der Nordseite der Fischland-Darß-Halbinsel unterwegs ist, sieht auf der rechten Seite eine Windmühle in Rövershagen, kurz nach dem Passieren des gegenüber liegenden Karls-Erlebnisdorfes. Eine weitere Mühle steht im Ahrenshooper Ortsteil Altheide, ebenfalls rechts, allerdings verborgen hinter Bäumen und Gestrüpp.

Beide Erdholländer-Windmühlen sind leider nicht mehr (voll) funktionstüchtig.

Windmühle in Ahrenshoop-Altheide


Auf dem ersten Blick sieht sie aus wie eine Windmühle aus längst vergangenen Zeiten, doch weit gefehlt. Sie wurde 2015 auf Mauerresten der alten Erdholländer-Mühle* errichtet mit Windflügeln, die zuvor an einer anderen Mühle angebracht waren. Alles andere wurde neu gebaut. 2016 erfolgte die Einweihung als "Kaffeemühle". Neu geschaffener Korpus und Flügelpaare erreichen die stolze Höhe von 15 Meter.

Initiator des Projekts ist das Ehepaar Köppke.

Im Erdgeschoss eröffnete ein Café.

Im 1. Obergeschoss, bei einer noch intakten Mühle wäre dort das Malwerk, sind häufig wechselnde Ausstellungen des Malers, Grafikers und Fotografen Theodor Schultze-Jasmer, der den Ausdruck „Windflüchter**“ prägte, zu besichtigen.

Im 2. und 3. Obergeschoss ist eine Ferienwohnung mit einer Galerie unter der Kappe buchbar. So mutierte die ehemalige Erd-Holländer-Mühle zur Galerie-Holländer-Mühle

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Die Vorgängermühle wurde 1884 von Heinrich Niemann errichtet. Ab den 1930 er Jahren verfiel sie immer mehr. Zwei Flügel waren bereits dem Wind zum Opfer gefallen. Das Malwerk, einschließlich gesamter Technik, wurde entfernt. Abtragung der Mühle in den 1960 er Jahren.

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„Windflücher“ sind vom Wind verformte Bäume und Sträucher. Sie „flüchten“ sozusagen vor dem Wind, wie hier auf einem beigefügten Foto des Weststrandes auf der Halbinsel Fischland-Darß. Hier herrscht häufig eine „West-Trifft“.

Windmühle in Rövershagen

„Mühlenpapst“ Dieter Goldmann beschrieb sie 2016 nach einer Mühlentour durch Mecklenburg-Vorpommern. Damals war ein Flügelpaar nach Sturmschaden wieder hergestellt worden. Leider rüttelte der Sturm danach wieder an den Flügeln. Heute liegen beide Flügelpaare verstreut auf einer Wiese vor der Mühle. Nur die Flügelaufhängung, das rote Gussteil, ist noch an der Mühle sichtbar. Ebenfalls noch an ihrem Bestimmungsort sind Mühlen-Kappe und Windrose. Zuletzt genanntes Teil ist eine Vorrichtung, die hilft, die Flügelpaare in den Wind zu drehen. Daneben steht noch das Maschinenhaus. Wenige Schritte vor der Mühle, teilweise hinter Bäumen und Sträuchern verborgen, liegt die ehemalige Behausung des Müllers.

Weitere technische Daten, siehe Goldmann unter

https://www.myheimat.de/roevershagen/kultur/windmu...

Bürgerreporter:in:

Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld

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