Ein Sonntag ohne Liebe in Recklinghausen

Im Sommer 2026 ist die Ausstellung "Sunday without love" in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen.

"Die diesjährige Kunstausstellung der Ruhrfestspiele zeigt den isländischen Künstler Ragnar Kjartansson. Der 1976 geborene Kjartansson gehört zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstler*innen aus dem nordischen Raum. Er ist weltweit für seine humorvollen wie melancholischen Werke bekannt, die auf einzigartige und unterhaltsame Weise große Themen wie die Zeit, Emotionen oder das Scheitern verhandeln.

Kjartansson wurde Anfang der 2000er-Jahre zunächst als Musiker bekannt, insbesondere als Frontmann der Band “Trabant”. Und diese musikalische Herkunft prägt seine künstlerische Praxis bis heute. In seinen Arbeiten setzt er sich selbstironisch mit Themen wie Liebe, Melancholie, Identität, sowie Macht und Ohnmacht auseinander und dekonstruiert zugleich kulturelle und männliche Rollenbilder. Dabei greift er bewusst auf kunsthistorische Traditionen zurück, insbesondere auf das Genre der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und die feministische Performancekunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung umfasst als Deutschlandpremieren die Videoinstallationen Sunday Without Love (2025), No Tomorrow (2022), Figures in Landscape (2018) und S.S. Hangover (2013) sowie die neue Gemäldeserie Weekdays in Arcadia (2025) und bietet einen konzentrierten Überblick zu Kjartanssons Werk, geprägt von drei zentralen, eng miteinander verbundenen Themenfeldern: Musik, Identität und Kunstgeschichte.

Internationale Bekanntheit erlangte Kjartansson spätestens 2009 auf der Biennale von Venedig. Seine Arbeiten wurden in bedeutenden Institutionen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Palais de Tokyo in Paris, dem Barbican Centre in London sowie dem Louisiana Museum bei Kopenhagen gezeigt.

Kjartanssons Schau in Recklinghausen ist die erste institutionelle Kooperation zwischen der Kunsthalle, den Ruhrfestspielen und dem Kumu Tallinn, einem der bedeutendsten Kunstmuseum in Nordeuropa," stellt die Kunsthalle die Ausstellung vor.

Sie erstreckt sich über alle 3 Etagen des Gebäudes (Erdgeschoß, 1. + 2. Etage. Im Erdgeschoß gibt es Videos und großformatige Farbfotos. Im 1. Stock folgt eine großformatige Videowand, auf der ein Musikvideo gezeigt wird - der Besucher kennt das Motiv von der Postkarte, die an der Kasse erhältlich ist. Das Motiv ist ein poppiger Hingucker, wenn man das analoger Postkunde die Postkarte für eine Mitteilung versendet.

Die Videostation im 2. Stock bietet ebenfalls Musik; ringförmig angeordnet bietet die Videostation Musik, die von Frauen dargeboten wird.

Die akustische Untermalung ist für die Kunsthalle ungewohnt, gehört hier aber zur Videoinstallation.

Es gibt einen Ausstellungskatalog. in deutscher und englischer Sprache führt er in die Ausstellung ein; wer möchte, kann es beim Anblick der abgedruckten Werke belassen.

Was ist von der Ausstellung zu halten? Der Autor dieser Zeilen ist sich nicht sicher. Die Videos mögen sehenswert sein, der Raum der Ausstellungshalle hätte aber besser genutzt werden können. Es entsteht der Eindruck, daß Kjartanson ruhig mehr Kunst hätte ausstellen können.

Museumsdirektor Nico Anklam  tobt sich hier jedenfalls aus und führt den Besucher in die zeitgenössische Kunst Nordeuropas ein.

Bürgerreporter:in:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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