Chicago in Recklinghausen
Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt „Judy Chicago Revelations Kunstausstellung der Ruhrfestspiele“ im Sommer 2025.
„Als Pionierin der feministischen Kunst erlangte Judy Chicago (geb. 1939 in Chicago) in den späten 1960er Jahren Bekanntheit, in dem sie weibliche Perspektiven ins Zentrum ihrer künstlerischen Auseinandersetzung rückte.
Geboren als Judy Cohen, wuchs die Künstlerin in einem liberalen jüdischen Haushalt auf. Schon früh weckten und förderten ihre Eltern ihre lebenslang anhaltende Leidenschaft für Kunst, Kultur und soziale Gerechtigkeit. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie Kunstkurse am Art Institute of Chicago zu besuchen. 1964 schloß sie ihr Studium an der University of California ab. Inspiriert von der aufkommenden Frauenbewegung legte sie 1970 ihren damaligen Ehenamen ab und verwendete fortan den Nachnamen „Chicago“ (nach ihrer Geburtsstadt). Im selben Jahr gründete sie das erste Feminist Art Program an der California State University, Fresno, und legte damit den Grundstein für eine feministische Kunstpraxis.
Die Ausstellung wurde zuerst an der Serpentine, London, gezeigt und mit der Kunsthalle für die besonderen Bedingungen Recklinghausens neu gedacht.
Die Ausstellung folgt thematisch den fünf Kapiteln von „Revelation“, wobei der Fokus auf Zeichnungen liegt – ein zentrales Medium in Chicagos Werk. Auf drei Ebenen zeichnet die Schau den Verlauf ihrer künstlerischen Karriere nach und vereint neue, historische sowie bislang nie gezeigte Werke, die sich mit Themen wie Geburt und Schöpfung, Konstruktion von Männlichkeit, Vorstellungen von Macht, Artensterben und einem andauernden Engagement für Klimagerechtigkeit befassen,“ berichtet eine Handreichung des Museums.
Der Besucher bekommt Papierarbeiten, Stickereien, Videos (z. T. akustisch unterlegt), Fotografie und Zeichnungen präsentiert. Nico Anklam ist dabei nicht nur Museumsdirektor, sondern auch Ausstellungskurator. Viele Werke sind an den Wänden gehängt. Im ersten Obergeschoß ist ein größeres Werk in der Mitte des Raumes zu sehen, im 2. Stock drei Videoinstallationen.
Was ist von dieser Ausstellung zu halten? Anklam wird von der regionalen Tagespresse dafür gefeiert, mit der Chicago „ein Coup“ gelungen zu sein. Diese Aussage ist mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Die Amerikanerin ist im aktuellen Kunstbetrieb der letzten 15 Jahre nicht vorgekommen, also faktisch völlig unbekannt. Auch eine explizit feministische Kunst hat tatsächlich nie eine Rolle gespielt.
Es wirkt so, als habe Anklam bemüht ein absolutes Randthema, das in der (tages-)aktuellen Kunst überhaupt keine Rolle spielt, präsentieren wollen.
Bürgerreporter:in:Andreas Rüdig aus Duisburg |
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