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Night of the Jumps 2017 in München: Favoriten siegen, Deutsche stürzen

Maikel Melero vollführt den Lazy Boy bei der Night of the Jumps 2017 in München. (Foto: © Night of the Jumps)
 
Leonardo Fini (Foto: © Night of the Jumps)
München: Olympiahalle | Weltmeister Maikel Melero hat die Night of the Jumps 2017 in München gewonnen. Die 10.000 Zuschauer in der ausverkauften Olympiahalle sahen am Samstag neben jeder Menge krasser Tricks der Elite im Freestyle-Motocross ein spannendes Duell im „Hochsprung“ sowie einige Stürze.

Bei der Night of the Jumps in München springen zehn Männer auf ihren Motocross-Maschinen über diverse Schanzen und vollführen dabei gewagte Stunts, um Weltranglistenpunkte zu ergattern. Mit sieben Sprüngen in 90 Sekunden sowie einem Bonussprung qualifizieren sich sechs Teilnehmer fürs Finale, in dem sie 30 Sekunden mehr Zeit für insgesamt zehn Tricks haben. Eine fünfköpfige Jury – bestehend aus drei Deutschen (u.a. der momentan verletzte Fahrer Hannes Ackermann, dessen kleiner Bruder aktiv mitmischt) und zwei Italienern, vergibt Punkte für die Schwierigkeit und die saubere Ausführung der Sprünge. Abzüge gibt es unter anderem für unsaubere Landungen oder wenn ein Fahrer nicht alle zur Verfügung stehenden Rampen nutzt. Daneben gibt es weitere Wettbewerbe wie den Best Whip Contest, bei dem die Fahrer ihre motorisierten Untersätze in der Luft möglichst in Seitlage bringen müssen. Der Australier Pat Bowden ließ seine Konkurrenten bei dieser Herausforderung hinter sich.

Deutscher Rekord im Hochsprung
Im Highest Air lieferten sich der Deutsche Kai Haase und Topfavorit Massimo Bianconcini eine spannendes Duell. Aus kürzester Distanz nehmen die Rider eine Rampe in Beschlag, mit deren Hilfe sie ihre Maschinen über eine Hochsprunglatte manövrieren. Kai Haase schraubte den deutschen Rekord in München auf 9,50 Meter in die Höhe. Beim Versuch, die zehn Meter zu knacken, knallte er allerdings nach Reißen der Latte zuerst unsanft auf die Rampen-Begrenzung und von da aus noch zirka fünf Meter auf den Hallenboden hinunter. Ein blaues Auge vom Lenker, eine verstauchte Hand und ein schmerzender Po sind für diesen übel aussehenden Sturz noch geradezu glimpfliche Verletzungen. Obwohl der Deutsche noch einen zweiten Versuch gehabt hätte, war der Highest Air Contest an dieser Stelle für ihn beendet. Der Italiener, der zuvor bereits einmal bei 9,50 Metern gescheitert war, verzichtete auf einen weiteren Sprung und bot ein Unentschieden an.

So lief der Hauptwettbewerb
Jungspund Filip Podmol zeigte bei seinem Lauf in der Qualifikation einige coole Moves, ehe er beim Bonussprung – einer California Roll - stürzte und das Oval humpeln und mit reichlich Punktabzug verließ. Für den anschließenden Whip Contest war der Tscheche allerdings fit genug, wurde Zweiter. Sein großer Bruder Libor meisterte die Qualifikation trotz Handverletzung souverän.

Remi Bizouard lieferte zu Beginn seiner Show gleich zwei schwierige Sprünge sauber ab, dann brach sein Gashebel. Das Aus für den Franzosen. Der vom Hallensprecher stark gehypte Luc Ackermann katapultierte sich mit einem Bonustrick auf Rang zwei. Souverän auf dem ersten Platz landete der amtierende Weltmeister Maikel Melero mit blitzsauberen Ausführungen. Außerdem qualifizierten sich Pat Bowden, Ryan Brown (Australien) und Leonardo Fini (Italien) für die Endrunde.

Smartphone-Laola für Luc Ackermann
Vor dem Finale tobte sich Jason Cesco mit seinem Schneemobil auf den Rampen aus. Die Krönung seiner Show auf seinem 150 PS starken Gefährt war ein Backflip über 19 Meter Distanz. Im Finale steigerten sich die Akteure dann nochmal merklich. Sie zeigten nicht nur wesentlich krassere Tricks als in der Quali, sondern führten diese auch sehr sauber aus. Für Luc Ackermann inszenierte der Hallensprecher eine Laola mit Smartphone-Lampen im Oval. Doch der Thüringer patzte beim Switchback Flip und stürzte beim letzten Sprung – einer California Roll. Maikel Melero zeigte Sekunden später dann bei seinem ersten Sprung, wie dieser Trick in Perfektion aussieht. Da er zudem eine Reihe weiterer krasser Tricks zum Besten gab, alle Rampen nutzte und sämtliche Ausführungen praktisch tadellos waren, zog der Spanier an Libor Podmol (2.) und Pat Bowden (3.) vorbei.

Mehr über die Ackermann-Brüder erfahren.
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