DAS ALTE KÖLN KOMMT AN DIE RUHR
Hostorisches 3D Stadtmodell von Theo Giesen ist jetzt in Mülheim an der Ruhr zu bestaunen. Das Original steht in der VILLA ARTIS zur Erbauung und zu wissenschaftlichen Zwecken bereit
- Das ALTE KÖLN ist jetzt in der Ruhrtalstadt Mülheim zu sehen.
- Foto: Kunstverein Rhein-Ruhr - KKRR
- hochgeladen von Villa Artis
DAS ALTE KÖLN IST AN DER RUHR? | Am 1. Juni 2026 startet in der Stadt Mülheim an der Ruhr das Projekt "COLONIA AGRIPPINA INSPIRATION II" mit der fotografischen Erfassung der Schreinsbezirke.
Ort: VILLA ARTIS / Kunsthaus Mülheim Stadtmitte - gesucht werden noch Köln-Experten, Historiker für den wissenschaftlichen Teil des Projekts.
Damit geht das im Jahr 2012 begonnene Projekt in die nächste Phase. Experten aus dem gesamten Bundesgebiet treffen sich in der Kunststadt Mülheim an der Ruhr, dem derzeitigen Standort des transportablen einzigartigen vollplastischen Stadtmodells der Stadt Köln, das seit nunmehr Jahren im Kunsthaus Mülheim in der Ruhrstraße 3 restauriert wird.
Dringend gesucht weitere Köln - Experten, Historiker, Theologen ...
Das Projekt begann mit der Erfassung und Dokumentation der sog. Schreinsbezirke, einem Vorläufer der Grundbücher.
Theo Giesen hat zunächst maßstabsgerecht alle Daten erfasst und dann via Skizzen und Fotos auf Millimeterpapier übertragen, um dann jedes Bauwerk zu modellieren und anschließend zu bemalen – zu einer Zeit, als es Google-Maps oder den 3D-Drucker noch nicht gab.
-->> Zur Wiki-zum Giesen-Modell geht es hier:
Über den Künstler Theo Giesen (1922-1990)
Der Kölner Theo Giesen war Konzertmeister des WDR Orchesters in den 50er Jahren. Er war Kenner der Kölner Stadtgeschichte und engagierte sich in den Geschichtsvereinen der Stadt. Giesen baute viele Jahre lang an dem Modell, das bis auf die „Schäl Sick“ das historische Köln Deutz nahezu vollständig ist. Das Severinstor fehlt noch zum großen Teil, hier werden noch Modellbauexperten gesucht, die die Filigranarbeit übernehmen.
Ein großer Schritt war die Veröffentlichung in einer Enzyklopädie - hier ist der LINK:
🏛️ Kernfakten zum Stadtmodell (kompakt)
Erbauer: Theo Giesen (1922–1990), 1. Konzertmeister des WDR‑Sinfonieorchesters
Thema: Köln im Jahr 1571, basierend auf Arnold Mercators berühmtem Kupferstich
Größe: ca. 2 × 2 Meter, über 1.000 Einzelobjekte
Material: Holz, Pappe, handbemalt
Arbeitszeit: über 30 Jahre reine Freizeit‑Arbeit
Aktueller Standort: Villa Artis / MMKM Museum Moderne Kunst, Ruhrstraße 3, Mülheim an der Ruhr
Bedeutung: weltweit einzigartiges vollplastisches Modell des Köln der Renaissancezeit
🧩 Wie Theo Giesen arbeitete
Theo Giesen war kein Architekt, sondern Musiker – aber mit einer außergewöhnlichen Leidenschaft für historische Stadtforschung.
🔍 Quellen & Recherche
Hauptquelle: Arnold Mercators Schrägansicht von 1571
Ergänzende Quellen:
Zeichnungen aus dem Stadtarchiv Köln
Zeitgenössische Karten
Gebäudevergleiche und Maßstudien
Rekonstruktion der nicht sichtbaren Rückseiten der Häuser anhand historischer Dokumente
🛠️ Modellbau
Vorarbeit: dutzende Skizzen, Fassadenstudien, Millimeterpapier‑Grundrisse
Material: Holz, Pappe, Gips, Farbe
Ziel: räumliche Realität des 16. Jahrhunderts erfahrbar machen
Ergebnis: ein Modell, das Landwirtschaftsflächen, Weinbau, Gärten, Stadtmauern, Tore, Kirchen, Klöster und Wohnquartiere zeigt – alles innerhalb der damaligen Stadtmauer
🏙️ Was das Modell zeigt – Köln 1571
Das Modell ist eine dreidimensionale Zeitreise in die Renaissance‑Stadt:
Markante Elemente
Groß St. Martin
Kölner Dom (noch unvollendet)
Rathaus & Alter Markt
Heumarkt
Rheinbefestigungen
20 Schreinsbezirke (heute Grundlage für wissenschaftliche Visualisierungen)
Lebenswelt
Selbstversorgung innerhalb der Mauern:
Gemüsefelder
Weinbau
Obstgärten
Dichte Bebauung im Kern, lockere Strukturen in den Vorhöfen
Klöster und Stifte als prägende Machtzentren
🧭 Geschichte des Modells
1. Entstehung (ca. 1955–1990)
Giesen arbeitete über Jahrzehnte an dem Modell – ohne digitale Hilfsmittel, ohne 3D‑Druck, ohne Google Maps.
Er starb 1990; das Modell blieb in Familienbesitz.
2. Übergang nach Mülheim (2012)
Über eine Stiftung gelangte das Modell 2012 in das Kulturmuseum Mülheim an der Ruhr (Villa Artis) .
3. Digitalisierung (2018–2020)
Vollständige fotografische Erfassung durch Bernd Pirschtat
Aufbereitung für wissenschaftliche Nutzung
Kooperation mit CompGen e. V. (Projekt „Altes Köln“) ab 2020
4. Aktuelle Präsentation
Teil der Ausstellung „Colonia 1571“
Präsentiert vom Kunstverein KKRR und dem MMKM Museum Moderne Kunst
Besichtigung nach Vereinbarung, Eintritt frei
🎨 Warum das Modell einzigartig ist
Es existiert kein zweites vollplastisches Modell Kölns aus dieser Epoche.
Es ist wissenschaftlich verwertbar, weil Giesen extrem präzise arbeitete.
Es ist künstlerisch wertvoll, weil jedes Gebäude individuell modelliert wurde.
Es ist ein Zeitdokument, das zeigt, wie historische Rekonstruktion vor der digitalen Ära funktionierte.
📚 Weiterführende Themen (Guided Links)
Stadtmodell Köln
Theo Giesen
Arnold Mercator
Colonia 1571 Ausstellung
Villa Artis Mülheim
Bürgerreporter:in:Villa Artis |
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