Uwe H. Sültz stellt vor:
Geburtstag von Günter Wallraff
- hochgeladen von R. G. Wardenga
Günter Wallraff ist ein deutscher investigativer Journalist und Schriftsteller, der am 1. Oktober 1942 in Burscheid geboren wurde. Seine Kindheit war von der Krankheit seines Vaters und einem Waisenhausaufenthalt geprägt. Er weigerte sich 1963 im Wehrdienst, eine Waffe zu tragen, was zu seiner Entlassung und ersten Veröffentlichungen führte.
Ab 1963 arbeitete Wallraff verdeckt als Fabrikarbeiter und deckte in Reportagen Missstände auf. Seine Rollenwechsel führten zu einem Freispruch nach Anklage wegen Amtsanmaßung. 1974 protestierte er in Athen gegen die Militärdiktatur, wurde gefoltert und inhaftiert. Als Waffenhändler getarnt enttarnte er später einen Putschplan.
Seine bekannteste Arbeit war die Tätigkeit als Redakteur bei der "Bild"-Zeitung 1977, deren journalistische Mängel er im Bestseller "Der Aufmacher" aufzeigte. Rechtliche Auseinandersetzungen mit Springer endeten meist zu seinen Gunsten. Von 1983 bis 1985 arbeitete Wallraff als türkischer Gastarbeiter "Ali" und beschrieb die prekären Arbeitsbedingungen im millionenfach verkauften "Ganz unten". Kontakte zur Stasi wurden ihm zwar nachgewiesen, doch gerichtlich keine aktive Mitarbeit.
Später setzte Wallraff seine Recherchen fort und enthüllte Missstände in verschiedenen Branchen. Für "Schwarz auf Weiß" tourte er als Somalier getarnt durch Deutschland, um Rassismus zu erfahren, was jedoch auch Kritik an seiner Methode hervorrief. Wallraffs einzigartiger Recherchestil, bei dem er in fremde Identitäten schlüpft, machte ihn international bekannt und prägte den Begriff "att wallraffa" in Schweden.
Bürgerreporter:in:R. G. Wardenga aus Königsborn |
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