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Rund um den Bahnhof Sarnau am 13.7.2020

Baggern beim Stellwerk: Das Grünzeug muss weg
  Lahntal: Bahnhof Sarnau | Am 13. Juli sollte das Stellwerk abgerissen werden. Komplett war es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, da schon Teile der Technik ausgebaut waren. Außerdem fehlten Schilder und das Fenster im Treppenaufgang.

Um 9 Uhr waren aber noch keine Aktivitäten zum Abriss zu sehen. Vor dem Stellwerk trug gerade ein Bagger den Boden zwischen der Bahntrasse und der Bundesstraße samt Grünzeug ab. Außerdem waren Arbeiter damit beschäftigt, den Bahnübergang aus der Fahrbahn zu entfernen. Am Stellwerk stand schon ein Abrissbagger von der Firma Archinal aus Wetter. Wegen der Nähe des Firmenstandorts war es nicht verwunderlich, dass diese Firma den Abriss durchführte. Herumstehendes Gerümpel ließ darauf schließen, dass die Arbeiter erst einmal Teile aus dem Inneren entfernten.

Das Wetter war sehr schön an diesem Morgen. Ich fuhr daher erst einmal mit dem Rad ein Stück durchs Lahntal, da es auf der Baustelle im Moment keine spannenden Aktivitäten zu beobachten gab.

Gegen 11:30 hing der Greifer vom Abrissbagger vor den Fenstern auf der Westseite. Die Fenster waren herausgenommen worden. Zwei Arbeiter warfen Kleinteile aus dem Inneren in den Greifer.

Um 16:14 Uhr war das Gleis aus der Bundestraße entfernt. Das Stellwerk stand noch. Der Greifer vom Bagger war vor der offenen Tür auf der Haustreppe platziert worden, sodass er den Eingang blockierte - zumindest für Besucher, die nicht klettern wollten. Das Fenster beim Heizraum war offen, auch wenn man es wegen einer davorliegenden Baggerschaufel nicht sehen konnte. Auf dem Fenster vom Toilettenraum lag noch das letzte Klopapier. Der Blick in den Raum war durchaus aufschlussreich. Unter den merkwürdigen Holzverkleidungen, welche sich dort vorher befanden, waren Umlenkrollen und Drahtseile gewesen.

Vor dem Stellwerk traf ich einen weiteren Besucher. Wie sich bei einem Gespräch herausstellte, hatte ich seinen Besuch ausgelöst. Er hatte die Bilder vom Innenleben des Stellwerks gesehen und war über mehrere hundert Kilometer angereist, um nach Kleinteilen für ein Museum zu suchen. Besonders interessiert war er an Eisenringen, welche die Öffnungen für die Drahtseile einfassten. Sie wurden von der Firma Kurt Kupfermann aus Berlin hergestellt. Wenn man auf einem der Fotos genau hinschaute, konnte man einen solchen Ring unter einem Holzbrett entdecken. Er hatte diese Ringe schon eingesammelt und in einer großen Tragetasche verstaut.

Von diesem Besucher stammen außerdem einige Fotos vom Innenleben des Stellwerks. Der Anblick ist zwar traurig, aber man sieht dadurch einige Details, welche vorher verborgen waren. Beispielsweise war im Stellwerksraum noch ein altes Fenster zu entdecken, welches von außen zugemauert wurde und auf der Innenseite abgedeckt war. Es zeigt, wie die Fenster früher einmal ausgesehen haben. Für den Blick auf die Bahnanlagen war dieses Fenster wenig hilfreich.

Der Besucher war übrigens mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Für seine Heimfahrt hatte er den Bus mit Abfahrt 17:23 Uhr in Sarnau eingeplant - das war wahrscheinlich die letzte Fahrtmöglichkeit des Tages.

Links
Rund um den Bahnhof Sarnau am 12.7.2020. https://www.myheimat.de/lahntal/politik/rund-um-de...
Schlechter scheißen durch Stellwerkabriss: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?0...
Rund um den Bahnhof Sarnau am 9.7.2020: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/rund-um-de...
Rund um den Bahnhof Sarnau am 7.7.2020: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/rund-um-de...
Züge beim Stellwerk: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/das-fruehe...
Blick ins Stellwerk: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/das-stellw...
Bahngelände am 16.3.2020: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/der-bahnho...
Der Bahnhof Sarnau früher: https://www.myheimat.de/lahntal/politik/der-bahnho...
Verlegung des Halts im Juli 2010: https://www.myheimat.de/stadtallendorf/politik/goe...
Doppelstockzug am Bahnhof Sarnau: https://www.myheimat.de/korbach/freizeit/bilder-vo...
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