Krefeld: Viel Geld für Berufskollegs
Seit 2021 hat die Stadt Krefeld rund 26,2 Millionen Euro in die vier Berufskollegs mit insgesamt sechs Standorten investiert. Mit 20,4 Millionen Euro hat das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) den Großteil für die Gebäudeinfrastruktur eingesetzt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der baulichen und energetischen Sanierung der Schulen. Weitere 5,8 Millionen Euro hat der Fachbereich Schule für die Ausstattung der Kollegs aufgewendet. Von den insgesamt 26,2 Millionen Euro entfielen 29 Prozent beziehungsweise 7,7 Millionen Euro auf Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung. Die Stadt Krefeld weist mit Bezug auf diese umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen den Vorwurf zurück, sie investiere nicht genügend in die bauliche Ausstattung der Berufskollegs. Eine solche Kritik war zuletzt vom Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein geäußert worden.
Wer die neue grüne Welt am Berufskolleg Glockenspitz betreten darf, entscheidet auch das Anzeigeschild über der Eingangstür. Leuchtet der stilechte Schriftzug „On air“ grellrot auf, wissen hier alle: Das Video- und Tonstudio ist gerade in Betrieb. Eintritt verboten.
„Mit Blick auf die getätigten Investitionen hält die Behauptung keiner Überprüfung stand“, sagt Stadtdirektor und Bildungsdezernent Markus Schön. „Die Bildung hat in Krefeld Top-Priorität. Seit 2018 haben wir eine Viertelmilliarde Euro in die Sanierung und Modernisierung unserer Schulen gesteckt. Ein ähnlich hoher Betrag ist zwischen 2017 und 2025 in den Unterrichtsbetrieb, also zum Beispiel Lernmittel und Ausstattung, geflossen. Vor sechs Jahren war das Berufskolleg Uerdingen außerdem die erste Krefelder Schule, die ans Glasfasernetz angebunden wurde“, so Markus Schön. „Wir gehen das ganzheitlich über alle Schulformen hinweg an – von den Grundschulen bis zu den Berufskollegs. Das machen wir aus der Überzeugung heraus, dass alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Krefeld die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihre Bildungslaufbahn erhalten sollen.“
Vor dem Hintergrund der bisherigen Investitionen müsse auch die von der Verwaltung vorgeschlagene Verteilung der Fördermittel aus dem NRW-Infrastrukturgesetz betrachtet werden, meint der Stadtdirektor. Richtig sei, dass der vorgesehene Anteil für die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur mit 44,5 Millionen Euro rund 35 Prozent der bereitgestellten 127 Millionen Euro ausmache. „Allerdings ist in diesem Betrag zum Beispiel die Erneuerung der Glockenspitzhalle – mit rund 14,8 Millionen Euro angesetzt – gar nicht eingerechnet, weil sie unter der Sportinfrastruktur gelistet ist. Dennoch wird auch das Berufskolleg Glockenspitz von dieser Maßnahme erheblich profitieren“, erklärt Markus Schön. Die Vorlage zum NRW-Infrastrukturgesetz wurde in der vergangenen Ratssitzung mehrheitlich von CDU und SPD beschlossen. Auf Antrag der Politik wird sie allerdings erneut in der nächsten Sitzung am 15. September beraten.
56 städtische Schulen und acht weitere Schulen in anderer Trägerschaft gehören zu Krefeld. Auf dieser Seite werden sie vorgestellt. Gleichzeitig werden Anmeldeverfahren und Förderprogramme erklärt.
Die Stadt Krefeld ist Trägerin von vier Berufskollegs: dem BK Glockenspitz, dem BK Kaufmannsschule, dem BK Uerdingen sowie dem BK Vera Beckers. Sie bieten verschiedene doppelqualifizierende Bildungsgänge an, sodass neben beruflichen Kenntnissen auch alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse erlangt werden können, vom Ersten Schulabschluss bis hin zur Allgemeinen Hochschulreife. Im zurückliegenden Schuljahr haben rund 8.650 Schülerinnen und Schüler die Krefelder Berufskollegs besucht.
Bürgerreporter:in:Felicia Rüdig aus Duisburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.