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Kärschlamm-Verbrennungsanlage wird gebaut!??

Diesen Eindruck konnte man haben wenn man die HAZ vom 17.02.2020 liest. Diese titelt:
Klärschlammofen entsteht ab Sommer  Stadtwerke bauen Verbrennungsanlage in Lahe – und wollen damit auch Geld verdienen.
Dabei ist das Genehmigungsverfahren, an dem sich u.a. der Umweltschutzverein Isernhagen beteiligt hat,  noch nicht einmal gelaufen.
Die Bemühung des Vereins diesen Eindruck gegenüber den Lesern zu korrigieren, sind bisher bei der Redaktion vergeblich verlaufen. Das es auch bessere Alternativen gibt erfährt man auch nur andeutungsweise. Zwar hat man unsere Informationsveranstaltung im Isernhagener Lokalteil angekündigt, berichtet wird darüber bisher aber auch nicht.

Daher haben wir es mit LeserInnen-Briefen versucht. Hier eine Kostprobe:

Einer Kulturhauptstadt unwürdig!



Die eigenen Stadtwerke einer Kulturhauptstadt in Spe setzen auf steinzeitliche Verbrennungstechnik und das im Zeichen des Klimawandels und gegen den Protest der engagierten Jugendlichen.
Die zweite Überschrift spricht es aus: Sie „wollen damit auch Geld verdienen“!
In Vorträgen und Gesprächen wird das Mäntelchen von „grüner Energie“ statt Kohle benutzt.
Dabei werden in Wahrheit wieder jede Menge des Klimakillers CO² und trotz aufwendiger Filtertechnik tonnenweise giftige Abgase wie z.B. rund 35 Tonnen Stickoxide pro Jahr emittiert. Und das in einer bereits durch Müllverbrennung, Autobahnen und Flugrouten vorbelasteten Gegend- oder gerade deswegen!?
Im Artikel ist auch zu lesen, dass es geradezu einen Wettbewerb der Verbrenner gibt (Hildesheim, Helmstedt, Bielefeld, Bremen). Dabei haben andere die Nase vorn: Helmstedt hat schon eine Baugenehmigung(1) und die infrage kommenden Kommunen der Region haben sich sämtlich in Hildesheim eingekauft. Dazu liest man, dass sich enercity schon die Hälfte der infrage kommenden Menge gesichert hat. Sprich diese Masse wird schon von außerhalb der Region angekarrt und wenn der Deal mit dem Klärschlamm der Stadt Hannover nicht klappt, wird auch der Rest über weite Strecken angefahren(2). Das ist aber nur die eine Seite: Denn bei der Wärmegewinnung entsteht bis zu 70% belastetes Abwasser. Laut Genehmigungsunterlagen sollen dazu 60.000 Tonnen pro Jahr Brüdenkondensate (Jauche) in Tanklastwagen nach Ganderkesee zur weiteren „Behandlung" transportiert werden. Dies bedeutet jeden Werktag 280 km Hin- und Rücktransport mit 10 schweren Tankwagen u.a. auf der überlasteten A1 südlich von Bremen.
Auch die in der Asche verglasten Phosphate können nur durch aufwendige chemische Verfahren in zentralen Anlagen zurückgewonnen werden. D.h. es sind weitere Transporte notwendig.
Was das mit Klimaschutz zu tun hat, müssen dann aufwendige Werbekampagnen „verklären“.
Dabei gibt es dezentrale Verfahren die klimaneutral arbeiten. Der Umweltschutzverein Isernhagen hat z.B. eine Pyreg-Anlage in Linz-Unkel besichtigt. Diese nutzt die vorhandene Energie der Kläranlage zur Vortrocknung und das Abwasser kann wieder in die Anlage zurück geführt werden. Am Ende des Prozesses steht ein Carbonisat mit pflanzenverfügbarem Phosphat und CO² kann im Boden gespeichert werden. Über ein ähnliches Verfahren zur Herstellung von Pflanzenkohle berichtet eine Expertin aus Süddeutschland am 24.01.2020 in einer Veranstaltung in Isernhagen.
Das Fazit:
Leider fehlt den Verantwortlichen von Enercity der Weitblick. Dabei brauchen sie nur aus dem Fenster ihres Betriebsgebäudes im 20. Stockwerk zu blicken: Fast alle hannoverschen Dächer sind nackt! Ein Programm zur Nutzung der Sonnenenergie mit dezentralen Speichern wäre innovativ und einer künftigen Kulturhauptstadt angemessen.
Siegfried Lemke

(1)  Jetzt war sogar schon Baubeginn
(2) Im Text heißt es dazu: "Nach eigenen Angaben haben sich die Stadtwerke für ihr Projekt 15 000 Tonnen getrockneten Schlamm vertraglich gesichert. Weitere 13 000 Tonnen will die Stadt Hannover in Lahe verbrennen lassen.
...
 Sollten die Stadtwerke entgegen der eigenen Erwartungen dabei gegen Mitbewerber wie EEW nicht zum Zuge kommen, müsste die Tochter Biosolid für Ersatz sorgen. Entsprechende Mengen stünden zur Verfügung.."
Diese Menge an Trockensubstanz, entspricht dann ca. 100.000t von entwässertem Schlamm, der u.U. angefahren werden muss!

weitere Infos gibt es hier
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 03.02.2020 | 23:10  
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 05.02.2020 | 14:30  
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