Ein Dorf ist aus dem Häuschen
Die Lonauer Blaskapelle wird 100 und feiert ein rauschendes Wochenende

Foto: Verein/Eike Picht

Herzberg - Lonau. Nach dem Benefizkonzert am Freitagabend und nach einigen Stunden fröhlichen Ständchenspiels vor Lonauer Haustüren am frühen Samstagmorgen hat die Original Südharzer Blaskapelle Lonau ihr Jubiläumsfest anlässlich des 100-jährigen Bestehens am Samstagabend im Festzelt mit einem Kommers fortgesetzt. Der 1. Vorsitzende Ronald Specht begrüßte viele Gäste aus der Politik, befreundeten Vereinen und Kapellen, die nach Lonau gekommen waren. Er dankte allen Musikerinnen und Musikern, Ämtern für notwendige Genehmigungen, den Helferinnen und Helfern für ihren engagierten Einsatz, Spendern für finanzielle Unterstützung des Jubiläums sowie Fisch-Hartung und anderen regionalen Anbietern für die kulinarischen Genüsse auf dem Festplatz.

Flankiert von passender Musik der Lonauer wie dem Konzertmarsch „Viribus unitis / Mit vereinten Kräften“, betonten unter anderem der Schirmherr des Jubiläums, Herzbergs Bürgermeister Wagner, sowie Lonaus Ortsbürgermeister Tom Beck die Bedeutung der Musik, aber auch des Lebens innerhalb von Vereinen und des Zusammenhalts zwischen den Vereinen eines Ortes für das gesellschaftliche und gesellige Leben, wie es in Lonau praktiziert wird.

Für das Blasorchester Sieber hob Axel Gödecke in seinem Grußwort hervor, wie wichtig die Verbundenheit und gegenseitige Unterstützung derjenigen Blasorchester sei, die unterhaltsam und auf einem guten musikalischen Niveau das Publikum erfreuen möchten und sich selbst als Musicusse fordern wollen. Er konnte mit Anekdoten und eigenen Erlebnissen aus sechs Jahrzehnten die Verbundenheit der beiden Kapellen belegen. Auch Harry Bierwirth vom Musikzug Hörden ließ gemeinsame Erinnerungen aufleben.

Ehrenlandrat Klaus Liebing brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass die Blaskapelle Lonau „in unserer Heimat, im Harzerland, fest verankert ist und die kulturelle Landschaft mit ihrer Musik verlässlich bereichert und lebendig erhält“.

„Aus Lonau kommt die Musik“

Von seinen Mitmusikern durch die Tagesschau-Fanfare angekündigt, unternahm nun Ronald Specht einen kurzweiligen Streifzug durch die Geschichte der Lonauer Kapelle. Zu den Vorsitzenden und Kapellmeistern, an die Specht erinnerte, steuerte die Kapelle jeweils passende Musikstücke bei. Dem früheren Dirigenten Kamen Kostow, der im Zelt begrüßt werden konnte, wurde mit einer flotten tschechischen Polka gedankt. An die Leitungs-Ära von Helmut Lips, der verstärkt Musical-Melodien in das Repertoire der Lonauer eingebracht hatte, wurde mit „Don’t Cry For Me, Argentina“ aus „Evita“ erinnert, zauberhaft dargeboten vom Solisten Ernst Herold an der Trompete. Walter Ziegler, der seit zwölf Jahren als Musikalischer Leiter der Kapelle vorsteht und nach dem Jubiläum den Dirigentenstab an Melanie Bertram weiterreichen wird, möchte als Garant für musikalische Vielseitigkeit vom Choral bis zu swingenden Stücken in Erinnerung bleiben und ließ, exemplarisch für seine Leitungszeit, ein Medley mit Schwedenpop-Songs von Abba im Blasorchestergewand erklingen.

Nachdem der Kommers mit einigen Zugaben wie dem österreichischen Marsch „Mein Heimatland“, der Polka „Aus Lonau kommt die Musik“ und schließlich dem „Glück auf-Ruf und Steigermarsch“ ausgeklungen war, übernahm die renommierte Band Beat is Back die Bühne, heizte dem Publikum in und vor dem Zelt ein und verführte es zum Tanz mit Klassikern der Pop-Geschichte von Creedence Clearwater Revival, den Stones, Beatles und anderen. So konnte mancher Festbesucher gut über die Temperaturen an diesem recht frischen Mai-Abend hinwegkommen.

Text: BK LOnau
Foto: Eike Picht

Bürgerreporter:in:

Bernd Jackisch aus Bad Lauterberg im Harz

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