Wird Oberbürgermeister Belit Onay abgewählt?
Kommunalwahl Niedersachsen, hier OB-Wahl Stadt Hannover
- Blick zum "Neues Rathaus". Tor und Stadtbauamt (im Anschnitt links) im 2. Weltkrieg zerstört. Foto: Wenige Jahre nach der Einweihung im Jahr 1913.
- hochgeladen von Bernd Sperlich
Es wird spannend bei der Oberbürgermeister-Wahl in Hannover. Acht Bewerber und ein Titelverteidiger stellen sich zur Wahl. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit bekommt, auch der amtierende OB wahrscheinlich nicht.
Somit wäre eine Stichwahl erforderlich, vermutlich zwischen dem "grünen" Belit Onay, dem "roten" Axel v. d. Ohe und/oder dem "schwarzen" Peter Karst. Die anderen Bewerber haben keine realistische Chance auf eine Stichwahl. Es wird entscheidend sein, wer mehr ausgeschiedene Kandidaten auf seine Seite zieht. "Die Linke" könnte das Zünglein an der Waage werden.
Aber der Reihe nach.
Wer wurde zur Wahl zugelassen?
* Belit Onay, Bündnis 90/Die Grünen
* Dr. Axel von der Ohe, SPD
* Peter Karst, CDU
* Maren Kaminski, Die Linke
* Jessica Miriam Schülke, AfD
* Larissa Boch, Die Partei
* Bruno Adam Wolf, Piraten
* Thorsten Meyer, Die Hannoveraner
* Muammer Duran, DAVA Niedersachsen
Eignung der Kandidaten
Amtierender OB Belit Onay, Die Grünen, Jahrgang 1981.
Migration mit den Eltern in den 1970-er Jahren als türkische Gastarbeiter nach Deutschland.
Studium der Rechtswissenschaften an der Leibniz-Universität in Hannover.
Seit 2019 Oberbürgermeister in Hannover.
An ihm scheiden sich die Geister in Kommentaren der Social-Media-Welt, an Stammtischen oder bei Bürgerinnen/Bürger am "häuslichen Herd".
Positives Handeln
Ausbau der Velorouten
Ausbau der 30Km-Zonen. Sie dienen der Sicherheit im Autoverkehr, auch wenn man mehr Zeit braucht um von A nach B zu gelangen.
Negativ
fällt ins Gewicht, dass Busse und Straßenbahnen in der Regel Vorfahrt haben. Es gibt in Hannover zahlreiche Ampelschaltungen an denen die wartenden Autofahrer fast am Verzweifeln sind.
Ein weiterer Kritikpunkt an seiner Amtszeit sind die unsäglichen Straßen-Umbenennungsdebatten, die teilweise auch zu Änderungen führten, wie es die Beispiele "Hindenburgstraße" (jetzt "Loebensteinstraße") oder "Trammplatz" (jetzt "Platz der Menschenrechte") zeigen.
Im Fall "Hindenburg" konnten zahlreiche Proteste der Anwohner den Rat nicht zum Umdenken bewegen. Auch bei "Tramm" gab es, vorsichtig ausgedrückt, Ungereimtheiten, denn es sollte erst ein Platz vor der Oper so heißen. Einige Ratsmitglieder waren dagegen. Was geschah? Die Bezeichnung "Platz der Menschenrechte" wurde einfach zum "Trammplatz" geschoben.. Wie es ausging, wissen wir bereits.
Auch der Emil-Nolde-Weg in Bothfeld sollte umbenannt werden. Der Vorschlag wurde zunächst vom Rat der Landeshauptstadt Hannover begutachtet, der OB schaute drauf, anschließend landete die Drucksache auf dem Tisch des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide. Die "grüne" Jutta Schiecke lud zu einer Bürgerversammlung ein. Es ging hoch her, Für und Wider prallten aufeinander. Das Verhalten von Nolde ist in einigen Abschnitten seines Lebens durchaus als ambivalent anzusehen.
Hilfreich war in dieser Angelegenheit die Einstellung des Büroleiters vom OB-Kandidaten Peter Karst, der dem Berichterstatter mitteilte, dass niemand über die Köpfe der Anwohner hinweg entscheiden könne. Auch die Anwohner Emil-Nolde-Weg dachten bei Befragungen so. Sie sind gegen eine Umbenennung. Der Bezirksrat ruderte zurück. Jetzt soll eine Hinweistafel angebracht werden.
Fairerweise muss angemerkt haben, dass die endgültige Umbenennung einer Straße nicht dem Rat der Landeshauptstadt Hannover/OB obliegt, sondern dem jeweiligen Bezirksrat.
OB-Kandidat Peter Karst, CDU, Jahrgang 1970
Anerkannter Wirtschafts-Fachmann, Jurist.
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover.
Bei Wahl:
Sofortprogramm für mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit.
Der Ordnungsdienst soll an 7 Tagen pro Woche und bis spätabends sichtbar sein.
und
Abbau von Bürokratie, schnellere Entscheidungen bei Bauprojekten.
Leider gibt es zur Zeit (Unzeit aus Sicht des Bewerbers) Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen die Handwerkskammer Hannover und Peter Karst.
Anfangsverdacht: Nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge für Honorardozenten.
Meinung des Berichterstatters: Peter Karst ist, trotz laufender Ermittlungen, sehr geeignet für das Amt des Oberbürgermeisters.
OB-Kandidat Dr. Axel von der Ohe, SPD, Jahrgang 1977
Studium in Hannover: Politische Wissenschaft und Deutsche Literaturwissenschaft, danach Promotion.
Hat bereits politische Erfahrungen sammeln können. Seit 2017 Leiter des Finanz- und Ordnungsdezernats der Stadtverwaltung Hannover. Hauptamtlicher Vertreter des Oberbürgermeisters.
Bei Wahl:
Mehr Familien-Freundlichkeit in verschiedenen Bereichen: Kostenloses Grundschul-Mittagsessen, bezahlbarer ÖPNV, bezahlbarer Wohnraum.
Wirtschaft durch Bürokratie-Abbau stärken
Fazit: Auch Herr v. d. Ohe ist ein geeigneter Kandidat für das OB-Amt.
Weitere Kandidaten für das Amt des Oberbürgeramtes, siehe Aufstellung
Leider haben sie keine Chancen Oberbürgermeister zu werden. Trotz allem wünscht der Berichterstatter allen Kandidaten viel Erfolg. Vielleicht gibt es bei der Stimmenanzahl die eine oder andere Überraschung.
Wahlbeteiligung
Hoffnung des Berichterstatters: Wahlbeteiligung über 70% ohne Zwischenfälle.
Nachbetrachtung
Die Wahl ist vorüber. Größere Zwischenfälle sind ausgeblieben.
Die Wahlbeteiligung erreichte zwar nicht, wie gewünscht, über 70 %, war aber doch mit 63,3 % erfreulich hoch.
Stimmenanzahl
Belit Onay Die Grünen = 45,6 %
Dr. Axel v. d. Ohe SPD = 21,5 %
Peter Karst CDU = 14,1 %
Die anderen Bewerber spielten, wie vorausgesagt, keine Rolle
Es kommt nun zur Stichwahl am 27. September 2026 zwischen Belit Onay und Dr. Axel v. d. Ohe.
Wer kann nun die meisten Stimmen der ausgeschiedenen Bewerber auf sich vereinigen?
Der Amtsinhaber ist klarer Favorit.
Aber vielleicht gibt es eine Überraschung. Wir werden sehen.
Bürgerreporter:in:Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld |
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