Anwohner: Der Emil-Nolde-Weg muss bleiben
Bothfeld: Es weihnachtet sehr im Emil-Nolde-Weg - Freude getrübt durch eine Umbenennungsdebatte

Weihnachtliche Impressionen an der Hauswand und im Garten eines Hauses im Emil-Nolde-Weg.
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  • Weihnachtliche Impressionen an der Hauswand und im Garten eines Hauses im Emil-Nolde-Weg.
  • hochgeladen von Bernd Sperlich

Die Debatte um die Umbenennung des Emil-Nolde-Weges hat mehrere geistige Väter.

1.) Ein in Bothfeld neu zugezogener Bürger wandte sich Anfang des Jahres 2025 an den Oberbürgermeister Hannovers und das Zeitzentrum Zivilcourage mit dem Anliegen einer Umbenennung. Dieser sogenannte Neubürger agiert aus dem Verborgenen heraus, könnte ein Nachbar sein, eine unerträgliche Situation. Bis heute, 15. Dezember 2025, ist sein Name unbekannt. Wieso gibt sich diese Person nicht zu erkennen? Hat sie etwas zu verbergen? 

2.) Bündnis 90 Die Grünen, initiiert von Jutta Schiecke, Fraktionsvorsitzende im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide.
Zu der Thematik stellte sie im Juni 2025  mehrere Anträge an Dr. Wjahat Wareich, Bezirksratsvorsitzender des Stadtgebiets Bothfeld-Vahrenheide. 

3:) Veranstaltung "Kulturtreff Bothfeld" am 26. 11. 2025. Eine Historikerin (Name entfallen), Künstler Till Steinbrenner und die schon erwähnte Jutta Schiecke luden ein. Zeitzentrums-Direktor Dr. Jens Binner sagte aus Krankheitsgründen ab. Zahlreiche  Bothfelderinnen und Bothfelder nahmen an der Veranstaltung teil, viele aus dem Emil-Nolde-Weg. Das Podium war sehr stark gegen Nolde eingestellt. Die Besucherinnen und Besucher hielten größtenteils eine Umbenennung für nicht erforderlich, geschätzt ca. 80%.

4.) Lexikon städtischer Ehrungen in Hannover, Band 1, Autoren Stefan Kleinschmidt, Karljosef Kreter, Anett Schweitzer. Die Autoren arbeiten nicht auf eine Umbenennung hin, sind aber, so hörte es sich bei einer Vorstellung des Buches am 9. Dezember 2025 im Zeitzentrum Zivilcourage, Theodor-Lessingplatz 1a, an, Befürworter der Maßnahme.  Zeitzentrums-Direktor Dr. Jens Binner ist dagegen ein klarer Bekenner der Umbenennung  Sind die übrigen Mitglieder des Vorstands bzw. Beirats auch dieser Meinung? Wäre interessant zu erfahren.

5.) Meinung des Berichterstatters: Eine Umbenennung ist nicht hinnehmbar

Ja, es stimmt, Emil-Nolde ist eine ambivalente Person. Ein Antisemit ? Nein. Ein Befürworter des Nationalsozialismus 1933-1945 ? Zeitweise ja. 

Im Kaiserreich, um 1910, warf Nolde, der ein Maler des Expressionismus ist, dem jüdischen Kunsthändler Max Liebermann Fortschrittsfeindlichkeit vor, weil er den impressionistischen Bilderverkauf bevorzugte. Noldes Werk "Pfingsten" wurde wegen angeblich stereotypischer Judendarstellungen zu der Ausstellung in Berlin nicht zugelassen. Beide, Nolde und Liebermann, waren Mitglieder der Künstlergruppe "Secession Berlin 1910". Noldes Attacke gegen Liebermann "bescherte" ihm den Ausschluss aus der Vereinigung. Dem Maler Emil Nolde  pauschal Judenfeindlichkeit vorzuwerfen, ginge entschieden zu weit, Eine Differenzierung ist nötig.. Er wollte doch nur seine Bilder verkaufen. Klingt ein wenig kitschig, trifft aber den Kern.

Und 1933-1945?

Emil Nolde war kein Täter im klassischen Sinne. Der Vorwurf, er habe einen Plan zur Judenausweisung entworfen, entbehrt jeglicher Grundlage. Hätte es einen gegeben, wäre er von den Nationalsozialisten mit Sicherheit propagandistisch genutzt worden. Ein weiterer Vorwurf, er hätte den Plan nach Kriegsende verschwinden lassen, ist eine unbewiesene Annahme, vielleicht sogar eine Verleumdung.

Ja, es gab am Anfang der Herrschaft des Nationalsozialismus eine Nähe Noldes zum Regime,  u. a. Kontakte zu Göbbels,  aber spätestens bei der Brandmarkung der Nolde-Werke als entartete Kunst durch Hitler, nahm Nolde Abstand zu den Nationalsozialisten. Er wurde am 23. August 1941 aus der "Reichskammer der bildenden Künste" ausgeschlossen. Über 1000 Werke wurden beschlagnahmt, viele davon verbrannt. Nolde soll im Verborgenen weiter gemalt haben. Freunde besorgten ihm das nötige Equipment. Nach Kriegsende malte Emil Nolde auf seiner "Scholle" in Seebüll", Nordriesland,  frei von Ängsten, unermüdlich bis zu seinem Tod weiter. 

Kurz-Biografie Emil Nolde

Am 7. August 1867 in Nolde bei Buhrkall/Burkal (Dänemark) als Emil Hansen geboren. Später Umbenennung nach seinem Geburtsort. 1920 dänischer Staatsbürger.  Ab 1926 mit Ehefrau Ada Wohnort in Seebüll an der deutsch-dänischen Grenze. Gestorben am 13. April 1956 ebenda.

Emil Nolde - Verbindung zu Hannover

1956 Eine Straße (Weg) wird nach ihm benannt.
Beirat der Stadt Hannover "Wissenschaftliche Betrachtung von namensgebenden Personen in Hannover".
Über Emil-Nolde findet der Beirat  nichts Belastendes.  Neue Studie im Jahr 2013 (!), veröffentlicht 2018, wiederum kein belastendes Material.

Und jetzt wird eine Art "Hetzjagd" gegen Emil Nolde veranstaltet, betrieben von einem Museumsdirektor aus dem Rheinland und einem Bildhauer. Sie hätten, so sagen sie, 2019 und 2023 bei Kunstausstellungen in Berlin und Emden, neue Erkenntnisse über das Leben Emil Noldes gewonnen, Punkt aus.

Anmerkung des Berichterstatters

Muss der Straßen-Umbenennungsaktionismus der vergangenen Jahre während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Belit Onay so ungebremst weitergehen, angesichts der bedrohlichen Lage in Europa und Nahost?
Die Bürger Europas, insbesondere in Deutschland, sind voller Sorge und Ängste.

Jetzt die Umbenennung des Emil-Nolde-Weges, eine zur Zeit völlig unsinnige Debatte. Es entzweit wieder Bürger in die Lager dafür und dagegen und produziert unter Umständen neue Ängste. Vielleicht sollte sich eine Bürgerinitiative gegen eine Umbenennung gründen. Könnte sich negativ auf die Kommunalwahl in 2026 auswirken.

Und noch ein Wort über das Bündnis 90 Die Grünen, Mitinitiatoren der Umbenennung: Bitte Rückbesinnung auf die Grundtugenden: Abrüstung und Klimaschutz.

Weihnachtliche Impressionen an der Hauswand und im Garten eines Hauses im Emil-Nolde-Weg.
Das Straßenschild "Emil-Nolde-Weg" darf bzw. sollte nicht entfernt werden.
Das Straßenschild Emil-Nolde-Weg soll verschwinden, eine Zumutung, weil Entstehung immenser Kosten für die Anrainer!!! Scheint den Betreibern einer Umbenennung nicht ausreichend bewusst zu sein.
Anwohner des Emil-Nolde-Weges, ca. Vierfünftel, wollen keine Umbenennung,
Bürgerreporter:in:

Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld

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