Anti Trump Hymne in deutschen Charts
Skeleton Trap Horse erobert nach Tiktok auch das Radio
- Skeleton Trap Horse erobert mit Anti Trump Musik Tiktok aber auch die Charts. Jetzt auch in Deutschland.
- Foto: Skeleton Trap Horse
- hochgeladen von Peter Hellbeck
Nach all den eher klassischen Chartgeschichten der letzten Wochen passt das hier fast schon wieder ins Bild: Es wird politisch, es wird schräg – und es wird erfolgreich. Der österreichische Dark-Wave-Künstler Skeleton Trap Horse ist mit seinem Song „The Boop Boop Song (The President Shit in the Pants)“ direkt von 0 auf Platz 8 in die deutschen Hörercharts "Die Hörercharts" eingestiegen. Ein Einstieg in die wichtigste Hörercharts Wertung Deutschlands, der zeigt, dass auch ungewöhnliche Songs ihren Weg ins breite Publikum finden können. Und ungewöhnlich ist das Ganze definitiv.
Ein Song zwischen Satire und Provokation
Wer den Track hört oder auch nur den Titel liest, merkt sofort, wohin die Reise geht. Skeleton Trap Horse, bürgerlich Andreas Michael Wolf, nimmt darin kein Blatt vor den Mund und setzt sich auf sehr direkte, fast schon derbe Weise mit Donald Trump auseinander. Das ist nicht neu für ihn. Schon mit einem früheren Song hatte er sich klar positioniert und sogar ein Amtsenthebungsverfahren gefordert.
Neu ist eher, wie weit er diesmal geht. Der Humor ist bissig, die Bilder bewusst überzogen, und genau das sorgt für Aufmerksamkeit. Musikalisch bleibt er sich treu. Dunkle Sounds, irgendwo zwischen Dark Wave und experimentellem Pop, treffen auf eine Idee, die man so schnell nicht vergisst.
Der virale Moment auf Tiktok als Startschuss
Was dem Song zusätzlich geholfen hat, ist seine überraschende Reise durch das Internet. Vor allem in den USA ist „The Boop Boop Song“ auf TikTok in kurzer Zeit zu einer Art Anti Trump Hymne geworden. Kein massiver Mainstream Hit, aber genug, um Wellen zu schlagen. Plötzlich taucht ein österreichischer Dark Wave Künstler in einem ganz anderen Kontext auf. Und genau solche Momente sind es oft, die einen Song aus der Szene herauskatapultieren.
Auch in Österreich schon ein Thema
Ganz neu ist der Name in den Charts allerdings nicht. Bereits mit seinem vorherigen Song "Message to America: Impeach him!" konnte sich Skeleton Trap Horse mehrere Wochen in den „Austria Top 30 Deejay Charts“ halten. Das war so etwas wie die erste Duftmarke. Der Einstieg jetzt in Deutschland zeigt aber, dass da deutlich mehr geht.
Selbst die Chartshow merkt es, dass sich gerade mehrere Songs mit politischen Untertönen in den Charts tummeln. Das blieb daher auch dort nicht unkommentiert. Moderator Chris Kelle brachte es bei der Ankündigung auf seine eigene Art auf den Punkt: „Das ist ja heute ziemlich politisch hier in den Charts. Aber solange es kein Nazi Dreck ist, finde ich das okay!“ Ein Satz, der irgendwo zwischen lockerem Spruch und klarer Haltung liegt – und damit ziemlich gut zur aktuellen Chartstimmung passt.
Zwischen Haltung und Übertreibung
Interessant ist, dass Skeleton Trap Horse selbst gar nicht unbedingt als politischer Künstler gelten will. Laut eigener Aussage sieht er sich eher dazu gezwungen, Stellung zu beziehen, weil sich die Zeiten verändert haben. Das merkt man auch im Song. Es geht weniger um eine differenzierte Analyse, sondern eher um ein Ventil. Um Zuspitzung, um Provokation, um Aufmerksamkeit. Und genau das funktioniert.
Ein Erfolg, der nicht geplant wirkt
Der Einstieg auf Platz 8 fühlt sich nicht wie das Ergebnis einer großen Strategie an, sondern eher wie ein Moment, der sich ergeben hat. Ein Song, der auffällt, ein Thema, das polarisiert, und ein Internet, das seinen Teil dazu beiträgt. Vielleicht ist das genau das Rezept dahinter. Oder anders gesagt: Manchmal reicht ein Track, der einfach anders ist als der Rest.
Bürgerreporter:in:Peter Hellbeck aus Hamburg |
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