Nach Auftritt von Skandal-Nudel Sama’ Abdulhadi
Austragung des Habitat soll in Zukunft verhindert werden

Der Skandal um die Aussagen von DJ Sama' Abdulhadi zieht weite Kreise. Die Veranstalter des Habitat Festivals bekommen jetzt von der EDM Szene gewaltigen Gegenwind zu spüren.  | Foto: Beeki von Pixabay
  • Der Skandal um die Aussagen von DJ Sama' Abdulhadi zieht weite Kreise. Die Veranstalter des Habitat Festivals bekommen jetzt von der EDM Szene gewaltigen Gegenwind zu spüren.
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"Die Politik muss überprüfen ob das Festival Gelder aus öffentlicher Hand bekommen hat, diese sollen dann ggfs. gestrichen werden und auch sonst sollte man sich überlegen, wie man eine Neu-Austragung des Habitat in Zukunft verhindern kann. Hass hat in der EDM Szene keinen Platz." fordert DJ Wolfgang Karabas, der mit seinem Techno-Kracher "Moskito" gerade in den deutschen Hörercharts auf Platz 5 liegt.

Der populäre Ösi-Deejay ist mit dieser Meinung in der EDM & Techno Szene alles andere als allein. In einer nie dagewesenen Einigkeit haben zahlreiche EDM & Techno Deejays, Veranstalter und Produzenten zu einem Boykott oder eben sogar einem Verhindern künftiger Veranstaltungen, des Habitat Festivals aufgerufen. Beachtlich viele Mitglieder der Electro-Szene schließen für sich in Zukunft ein für alle Male aus, je mit diesen Veranstaltern zusammen arbeiten zu wollen. Grund dafür ist der Auftritt der mehr als umstrittenen Auftritt von Sama’ Abdulhadi.

Wenn man sich ansieht, wer sich diesen Boykott-Forderungen anschließt, wird man ob der prominenten Namen überrascht sein. Es befinden sich darunter Stars der Szene wie "Timmy, now you´re free" und "Electronic Bird" Deejay Dominik Wachta, die Techno Formation Klimmstengel, gerade selbst medial sehr mit dem Kirchen kritischen Song "Kerzalschkucker" präsent, oder von der alten Garde DJ Martin Weleno, der einst europaweit mit dem Superhit "You" präsent war. Und unter den Genannten befindet sich sogar ein arabisch-stämmiger Deejay, der nicht mit ganz klare Worten über seine Kollegin Sama’ Abdulhadi spart.

Hier einige Zitate der Künstler & Szene Größen, die bis jetzt hinter dem Boykott des Habitat Festivals stehen:

Für DJ Martin Weleno steht fest, dass politische Botschaften auf einer Musikbühne nichts verloren haben:

"Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Politik sowie politische Angelegenheiten in der Musik nichts verloren haben, Musik soll Menschen verbinden und glücklich machen. Musik sollte nicht dafür genutzt werden Gruppen zu spalten. Von so einem Veranstalter sollte sich meiner Meinung nach jeder Künstler und Musiker welcher das mit Herz und Überzeugung macht distanzieren ebenso sollte sich jeder Veranstalter von Künstlern distanzieren die ihre Auftritte für solche Absichten missbrauchen denn das gehört in diese Welt nicht hinein."

Michael Heberer, vielen als Berliner Drag Queen "Miss Candy Rush" und Kopf des deutsch-österreichischen EDM-Projekts "BILLY WANTS MORE" bekannt, zeigt sich empört:

"Solche Festival Veranstalter gehören gnadenlos gecancelt. Wenn die Aussagen aus den Medien wie der BILD-Zeitung stimmen, wäre ich dafür, dass Sama besser in einer Insassen Show eines Gefängnisses auftreten sollte, als auf einem Festival."

Auch Dominik Wachta, Produzent hinter DJ Dominik Wachta & friends (9 Nummer 1 Hits in europäischen Charts) sowie Nick Wachta & Travellers, äußert sich ungewöhnlich deutlich. Der Modelmanager und Erfinder von Österreichs Nächstes Topmodel hält sich nach eigenen Angaben normalerweise aus politischen Debatten heraus, sieht in diesem Fall jedoch eine Grenze überschritten:

"Ich möchte anmerken, dass ich die Gaza-Politik von Herrn Netanjahu selbst kritisch sehe, aber der Tod von mehr als 1200 unschuldigen Menschen, ist durch nichts zu rechtfertigen und die Hamas ist nichts anderes als eine Terror-Organisation. Da sind unschuldige Zivilisten abgeschlachtet worden und wenn das stimmt dass jemand so etwas bejubelt oder verharmlost, darf so einem Menschen nie wieder eine Bühne geboten werden!"

DJ Ali Mohamed von der EDM-Formation Klimmstengel, die bereits drei Nummer-1-Hits veröffentlichen konnte, erklärt:

"Wie man an meinem Namen merkt bin ich selbst arabischer Abstammung, aber Terror egal gegen wen gerichtet, darf niemals eine Option sein. Menschen die das verharmlosen, müssen klaren Gegenwind spüren."

Deutliche Worte findet auch der bekannte Kärntner DJ und Produzent Ingo Webernig:

"Wer den Tod unschuldiger Menschen gutheißt, verwirkt jedes Recht auf eine Bühne bei uns. Hier wird nicht mehr nur diskutiert – hier tritt jemand unsere fundamentalen Werte mit Füßen und spuckt direkt darauf!"

Geschlossen hinter dem Boykott steht auch die Niederösterreichische EDM-Gruppe Velvet Vulture, gerade mit "Planet Earth" in den deutschen Charts präsent. Die Band übermittelte folgendes gemeinsames Statement:

"Wer eine Kultur des Gegeneinanders fördert, wer Hass-Verbrechen statt zu verurteilen sogar noch verharmlost, wer seinen Menschen-Hass so offenkundig auslebt, hat weder in einer europäischen Wertegemeinschaft, noch auf der Bühne eines Techno Festivals etwas verloren."

Der Wiener EDM Veranstalter und Disco Größe Mario Zadra betont, dass für ihn klare Werte entscheidend seien:

"Ich verurteile die Gewalt und den Terror der Hamas klar und ohne Einschränkung. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bei allen Maßnahmen der Schutz der Zivilbevölkerung oberste Priorität hat – unabhängig davon, auf welcher Seite sie lebt. Dauerhafter Frieden kann nur durch Sicherheit, Menschlichkeit und Dialog erreicht werden. Hass und Gewalt schaffen keine Zukunft." Künstler & Veranstalter die dieses Wertebild nicht teilen, hätten laut Zadra keinen Platz in der EDM & Techno Kultur.

Der gebürtiger Hamburger, Hardstyle-DJ Niklas Steiner alias DJ Feuerapfel kritisiert sowohl den Auftritt als auch die Verantwortlichen des Festivals:

"Schade, dass das so spät bekannt wurde, denn sonst hätte ich höchstpersönlich mit meiner Community vor Ort einen Protest organisiert. Ich finde es unmöglich, geradezu widerlich, wenn man solchen radikalen Menschen Auftritte ermöglicht. Das legt den Verdacht nahe, dass sich die Veranstalter auch, zumindest teilweise, mit diesem Gedankengut identifizieren, und für solche Menschen würde ich niemals auflegen wollen."

Besonders emotional reagiert schließlich Gerhard Macho alias Kiki Machostino, Hardstyle-DJ, Produzent und Mitveranstalter der Burg Clubbings:

"Für mich sind Menschen die den Tod anderer verharmlosen oder feiern menschlicher Abschau. Es gibt nichts was es rechtfertigt, dass man so jemanden zu einem der Headliner einer Veranstaltung macht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil mir geht dabei wirklich das Geimpfte auf."

Das Ziel der Musiker, Produzenten und Szene Größen ist es eine klare Linie gegen Hass, Spaltung und Verharmlosung von Hass-Verbrechen zu ziehen und Veranstalter die sich nicht klar gegen solche Gesellschafts-feindlichen Aussagen stellen, zu canceln. Man erwartet, dass sich weitere Leute aus der Szene dem Protest anschließen werden, erst recht wenn sie die doch schon recht prominenten Namen lesen.

Wer sich dem Protest anschließen will, kann sich bei der österreichischen Musik Journalistin Marianne Foregger unter marianneforegger@gmail.com melden.

Bürgerreporter:in:

Peter Hellbeck aus Hamburg

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