Zwischen Underground und Aufmerksamkeit
Das schönste Schwarz und „Haii Society“
- Das schönste Schwarz hält sich gut in den Deutschen Hörercharts. Nach Platz 4 in der Vorwoche erreicht die österreichische Musikgruppe diesmal Platz 5.
- Foto: Hans Eder/Das schönste Schwarz
- hochgeladen von Peter Hellbeck
Manchmal tauchen Songs dort auf, wo man sie nicht unbedingt erwartet hätte. Genau das passiert gerade bei „Haii Society“ von „Das schönste Schwarz“. In der Radioshow „Die Chartshow“ wurde der Titel erst vor einer Woche auf Platz 4 der Hörercharts vorgestellt, aktuell steht er auf Rang 5 – ein kleiner Rückgang, aber alles andere als ein Absturz. Für eine Band, die eher aus der Nische kommt, ist das bemerkenswert.
„Das schönste Schwarz“ ist kein klassisches Chartprojekt. Die Gruppe stammt aus dem niederösterreichischen Tullnerfeld und bewegt sich musikalisch irgendwo zwischen Blues, Rock und folkigen Einflüssen. Im Zentrum stehen Musiker wie Norbert Neumayr und Amir Qotb, die ihre unterschiedlichen Hintergründe in die Songs einfließen lassen.
Ihre Musik wirkt nicht geschniegelt, sondern gewollt kantig. Texte entstehen nah am Alltag, oft mit schwarzem Humor, manchmal melancholisch, dann wieder überraschend leicht. Genau dieses Spannungsfeld zieht sich auch durch ihren Sound. Mit „Haii Society“ zeigen sie genau diese Stärke. Der Song folgt keinem typischen Pop-Schema. Statt klarer Hook und einfacher Struktur steht eher ein Gefühl im Vordergrund. Es geht um Beobachtung, vielleicht auch um Distanz zur Gesellschaft, ohne dass alles bis ins Letzte erklärt wird. Man hört zu und denkt mit.
Dass so ein Stück überhaupt in Hörercharts auftaucht, sagt einiges. Es zeigt, dass nicht nur glatt produzierte Tracks funktionieren, sondern auch Musik, die Ecken und Kanten hat. Der leichte Rückgang von Platz 4 auf Platz 5 wirkt dabei fast nebensächlich, entscheidend ist, dass sich der Song überhaupt in diesem Umfeld hält.
„Das schönste Schwarz“ steht damit für etwas, das in der heutigen Musiklandschaft selten geworden ist. Keine schnelle Anpassung an Trends, sondern ein eigener Stil, der sich Zeit lässt. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum „Haii Society“ gerade so viele Menschen in Deutschland erreicht.
Bürgerreporter:in:Peter Hellbeck aus Hamburg |
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