Nachmittage
Erfreulich, dass ich mich getäuscht hatte !

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Mit meinem Gedichte-Nachmittag "Mehr als nur ein Gedicht"  zu Joachim Ringelnatzm Erich Kästner und Eugen Roth hatte ich einen unerwartet großen Erfolg erzielt. So konzentriert ruhig war es lange nicht mehr gewesen – sowohl in den Altersheimen wie auch Gothas „Galletti“ und Saal der BGG.
Das hatte mich dazu geführt, einen weiteren „Gedichte und Gemälde“-Nachmittag zu gestalten.
Waren im ersten Nachmittag die Gemälde von Ringelnatz die Trennungen zwischen den Dichtern, so waren es diesmal die Gemälde von Caspar David Friedrich.
Zugegeben, mit den Dichtern Hoffmann von Fallersleben, Theodor Fontane, Christian Morgenstern und Theodor Storm hatte ich zwar bekannte Dichter herausgesucht. Ihre Gedichte sind aber relativ weniger bekannt.

Natürlich hatte ich auch "Das Lied der Deutschen“ von Fallersleben vorgetragen. Komplett zu singen, ist ja nicht erwünscht wegen vor allem der ersten Strophe „Deutschland, Deutschland über alles“. Das wurde im Dritten Reich so interpretiert, dass Deutschland über allen Ländern stünde.
Dabei sollten diese Worte ausdrücken, wie hoch man das schätzt, was einem besonders lieb geworden ist und zu Herzen geht. Bezogen auf das eigen Land, wird es jedem das jeweils schönste Land der Welt sein können – ohne sich über andere zu erheben.

Auch dieser zweite Gedichte-Nachmittag
fand große Anteilnahme. Mehrfach wurde danach auch gesagt, welche Gedichte man selbst noch kannte und dazu gepasst hätten.
Mit der so gezeigten „Mitfreude an Gedichten“ hatte ich wahrlich nicht gerechnet – war umso mehr erfreut, wohl ins Richtige getroffen zu haben

Dass ich jeweils zu Abschluss zwei meiner eigenen Gedichte
mit angehängt hatte, wurde mir nicht übelgenommen. Irgendwie passten sie ja auch bissel dazu.

Nun bin ich gespannt, wie es mit meinem „2.Operetten-Nachmittag“ laufen wird?
Wird er auch wieder so sehr angenommen, wie mein erster Nachmittag dieser Musiken?

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"Die drei Spatzen" von Christian Morgenstern
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat’s niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
__________

"Überlass es der Zeit" von Theodor Fontane
Erscheint dir etwas unerhört,
Bist du tiefsten Herzens empört,
Bäume nicht auf, versuch′ s nicht mit Streit,
Berühr es nicht, überlaß es der Zeit.

Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
Am zweiten läßt du dein Schweigen schon gelten,
Am dritten hast du′ s überwunden,

Alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Gemälde von Caspar David Friedrich
Bürgerreporter:in:

Uwe Zerbst aus Gotha

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