Deutschland zu zoegerlich
Vermont macht's vor: Stromausfall ade
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Haben Sie schon Mal einen ganzen Tag im Stromausfall gesessen?
Den 14. und 15. Juli 2021 habe ich in unguter Erinnerung. Spät am Nachmittag, es hatte ununterbrochen den ganzen Tag stark geregnet, fiel von jetzt auf gleich überall im Haus der Strom aus. Als ich die Sicherungen im Sicherungskasten überprüfte, fand ich sie alle eingeschaltet. Ich versuchte, den Stromanbieter zu erreichen, dann die Polizei, aber weder das Festnetz-Telefon, noch das Smartphone funktionierten. Es gab absolut keine Verbindung. Das Radio lief nicht, der Fernseher reagierte nicht, das Internet war komplett ausgefallen. Im Haus und auf der ganzen Straße war es sehr still, nur das Prasseln des Regens war zu hören. Irgendwann sah ich Nachbarn an den Fenstern. Auch sie suchten offensichtlich zu verstehen, was geschehen war. Aber bei dem Starkregen traute sich keiner nach draussen. Keiner wusste, was los war. Und keiner wusste zu dem Zeitpunkt, dass es die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages dauern würde, bis der Strom wiederkommen, und unsere Isolation von der Umwelt aufgehoben sein würde.
Der Starkregen hatte eine Umspannstation gedroht zu überspuelen. Sie hatte deshalb in einer Notaktion innerhalb weniger Minuten vom Stromnetz getrennt werden müssen – und damit war der ganze Stadtteil auch von der Stromversorgung abgeschnitten worden.
Wir haben damals Glück gehabt, dass kein medizinischer Notfall auftrat in diesen Stunden. Wir haben Glück gehabt, dass es nicht Winter war und die Temperaturen recht angenehm sommerlich waren und nicht unter dem Gefrierpunkt lagen. Den Inhalt unserer Gefrierschränke mussten wir jedoch -auf unsere Kosten - komplett entsorgen.
Es war insgesamt eine Situation, die ich nicht noch einmal erleben möchte.
Nun zeigt ausgerechnet ein Staat in den USA und der dortige Stromversorger, wie Bürger vor so einem längeren Stromausfall bewahrt werden können. Wie Jack Carroll auf BBC.com berichtet, hat der Staat Vermont in den letzten Jahren eine Reihe von Extremwetterereignissen erlebt, durch die die Stromversorgung gekappt wurde, und zusammen mit seinem Stromversorger die Konsequenz gezogen: Er versorgt seine Bürger mit einem Leasingangebot über 10 Jahre mit zwei Batteriespeichern, die als Teil eines virtuellen Kraftwerks fungieren. Im Fall einer Stromstörung wird dieses virtuelle Kraftwerk vom Energieversorger aktiviert und hält die Stromversorgung über mehrere Stunden aufrecht. Wenn nicht Geräte mit hohem Stromverbrauch, wie eine Waschmaschine oder Spülmaschine eingeschaltet werden, können die Bewohner eines Einfamilienhauses bis zu zwei Tagen mit Strom versorgt bleiben.
Rechnen kann der Staat Vermont auch. Das virtuelle Kraftwerk kommt die Bürger günstiger zu stehen, als der Kauf und die Wartung eines eigenen Benzingenerators, und es kommt den Stromversorger günstiger zu stehen, als die Bereitstellung eines, mit fossilen Brennstoffen betriebenen, herkömmlichen Notstrom-Kraftwerks.
Angesichts der hybriden Bedrohung aus Ländern, wie Russland und dem Iran, sowie von irregeleiteten Klimaaktivisten, wie leider jüngst der Herrn aus Gevelsberg, wünsche mir wirklich so eine fortschrittliche und vor allem nachweislich funktionierende Lösung, wie Vermont unter Beweis gestellt hat, für alle Bürger in NRW und Deutschland! Anstatt auf die, immer noch weit in der Zukunft liegende Entwicklung eines Fusionskraftwerks zu warten, das zudem wieder radioaktiven Abfall hervorbringen würde - von dem wir jetzt schon nicht wissen, wohin damit -, erwarte ich von RWE, dessen Anteile in der Hand der Rathaeuser einiger Ruhrgebietsstädte liegen !, und den anderen Energiekonzernen in Deutschland, dass sie jetzt endlich und entschlossen den Vermonter Weg der Versorgungssicherheit für uns Buerger einschlagen!
Bürgerreporter:in:M. Eskandani |
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