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„Wir verfolgen eine Philosophie der kurzen Wege“

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Friedberg wollen setzen sich für ein wirtschaftsfreundliches Klima ein (Foto: Stadt Friedberg)
 
70.000 Quadratmeter stehen zum Verkauf an (Foto: Stadt Friedberg)
 
Wirtschaftsbeauftragter Peter Resler
Die Stadt Friedberg ist stolz auf ihr Gewerbegebiet Business-Park. myheimat unterhielt sich mit Peter Resler, Martin Gail und Wolfgang Schuß über die Ansiedlungsstrategie der Stadt Friedberg, wichtige Verkehrsprojekte und die finanzpolitische Bedeutung der Gewerbesteuer.

myheimat: Herr Resler, Friedbergs Bürgermeister Dr. Peter Bergmair spricht im Zusammenhang mit dem Business-Park von einer „Erfolgsstory“. Im Bauabschnitt II, dessen Erschließung abgeschlossen ist, stehen nun weitere 70.000 Quadratmeter zum Verkauf an. Was macht dieses Areal so besonders attraktiv für Unternehmer bzw. Investoren?
Resler: Beim Businesspark I und II handelt es sich um ein völlig neu aufgeplantes Gewerbegebiet ohne Altimmobilien. Die Betriebe befinden sich in einem von Hightec und Innovationen geprägten Umfeld und haben somit die Möglichkeit einer positiven Selbstdarstellung, die, was uns immer wieder bestätigt wird, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Besondere Attraktivität hat dieses Gewerbegebiet durch seine optimale Lage zu den überregionalen Verkehrsachsen. Nach Fertigstellung des Autobahnanschlusses an die BAB 8 wird die Attraktivität dieses Gebietes wohl noch zunehmen.

myheimat: Herr Gail, von Wirtschaftspolitikern, Unternehmerverbänden und Industrie- und Handelskammern wird stets betont, dass die mittelständischen Unternehmer das Rückgrat der deutschen Wirtschaft seien. Hat diese Erkenntnis auch eine Auswirkung auf die Ansiedlungsstrategie der Stadt Friedberg? Wollen Sie in besonderem Maße mittelständische Unternehmen in den Business-Park II locken?
Gail: Mittelständische Betriebe bilden tatsächlich das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Eine intakte Gesellschaft braucht aktive Unternehmer, um ihre sozialen und kulturellen Aufgaben wahrnehmen zu können. Gewerbe und Bevölkerung existieren nicht nebeneinander, sondern nur miteinander. Insbesondere die meist als Personengesellschaften geführten mittelständischen Unternehmen leben diesen Ansatz und sind sich dieser Verantwortung bewusst. Gerade im Mittelstand sind in den letzten Jahren neue und moderne Arbeitsplätze geschaffen worden, während in vielen Konzernzentralen Tausende von Stellen abgebaut wurden. Man gehört zusammen, man braucht sich und man unterstützt sich. Aus dieser Einsicht heraus betreiben wir in Friedberg seit Jahren eine engagierte Förderung der Gewerbeansiedlung, insbesondere des Mittelstandes, zu dem auch Betriebe mit einer Beschäftigtenzahl unter 20 bis über 1000 Beschäftigte noch zählen.

myheimat: Herr Resler, zwei Standortfaktoren werden von Unternehmer immer wieder genannt: günstige Hebesätze für die Gewerbesteuer und eine günstige Verkehrsinfrastruktur. Was ist aus Ihrer Sicht ausschlaggebend, um Unternehmen in die Region zu locken?
Resler: Neben den von Ihnen genannten harten Faktoren spielt auch die Betreuung der Firmen in der Ansiedlungsphase und auch danach eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Stadt als Untere Bauaufsichtsbehörde kann baurechtliche Herausforderungen selbst ohne Beteiligung der Kreisverwaltungsbehörde lösen und erzielt damit gegenüber manch anderem Standort erhebliche Zeitvorteile, die sich bei der konkreten Umsetzung eines Projekts oftmals als entscheidend herausstellen. Durch die gute Zusammenarbeit mit allen an der Ansiedlung betroffenen Stellen im Hause oder auch bei externen Fachbehörden hat sich die Stadt einen guten Namen erarbeitet, den es bei zukünftigen Ansiedlungen zu bestätigen gilt. Besonders wichtig für ansiedlungswillige Unternehmen ist die Tatsache, dass die Stadt ein „All Inklusive“-Angebot machen kann. Für alle die Ansiedlung betreffenden Probleme ist alleiniger Ansprechpartner die Stadt, sei es als planende Kommune, als Genehmigungsbehörde oder als Grundstückseigentümerin. Diese Philosophie der „kurzen Wege“ wird auch dadurch sichtbar, dass sowohl Bürgermeister als auch Referenten bei Verhandlungen zur Verfügung stehen. Ansiedlungswillige Unternehmen haben in der Vergangenheit des Öfteren bestätigt, dass sie dies als persönliche Wertschätzung betrachten.

myheimat: Herr Gail, welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Verkehrsprojekte Kreisstraße AIC 25 neu und der Autobahnanschluss an die A 8 bei Derching?
Gail: Unser Standort profitiert von seiner strategisch günstigen Lage zu den süddeutschen Ballungsräumen Augsburg, München, Ulm und Stuttgart. Mit Fertigstellung des Autobahnanschlusses und der AIC 25 neu im Jahre 2008 wird Friedberg verkehrstechnisch noch enger in das süddeutsche Wirtschaftsgeflecht eingebunden. Dahinter steckt natürlich ein großer finanzieller Kraftakt der öffentlichen Hand, zumal die Westumgehung, Südumgehung, als auch die Altstadttangente in den letzten Jahren bereits gestemmt wurden. Der vom Handelsblatt veröffentlichte Zukunftsatlas 2007 hat die Bedeutung der Achse München – Stuttgart nochmals unterstrichen und insbesondere München stellt mit Abstand die Region mit den Top-Zukunftschancen in Gesamt-Deutschland dar. Von großem Vorteil für Friedberg ist in diesem Zusammenhang natürlich auch der 6-spurige Ausbau der A 8, der auf Hochtouren läuft und bis 2011 abgeschlossen sein wird. Friedberg wird auch in Zukunft gemeinsam mit der Wirtschaftsregion Augsburg A³ und der Europäischen Metropolregion München (EMM) alle Möglichkeiten ausschöpfen, eigenständig als auch im Team bestehende Wettbewerbsvorteile zu nutzen.

myheimat: Herr Schuß, welche finanzpolitische Bedeutung haben die Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Friedberg in Relation zu den anderen Steuerarten?
Schuß: Die Gewerbesteuer nimmt eine sehr wichtige Stellung auf der städtischen Einnahmenseite ein. Die Gewerbesteuer mit Einnahmen von derzeit rund 10,5 Millionen Euro im Jahr 2008 stellt neben der staatlichen Einkommensteuerbeteiligung den wesentlichen Teil der Steuereinnahmen und staatlichen Zuweisungen dar. So stammt jeder dritte Euro aller Steuereinahmen bzw. jeder vierte Euro aller städtischen Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Ohne diese Einnahmequelle aus der Gewerbesteuer könnte die Stadt Friedberg ihre anstehenden Aufgaben nicht so ohne weiteres erledigen. Die Verstetigung dieser Einnahme ist ein wichtiges Ziel der langjährigen städtischen Finanzpolitik, um sich auch in der Zukunft als ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort präsentieren zu können. Dazu trägt insbesondere der Business-Park bei, der alleine rund 6 % der städtischen Gewerbesteuereinnahmen erwirtschaftet.

myheimat: Herr Schuß, Gibt es bereits feste Zusagen bzw. Verkäufe von Flächen im Business-Park II? Wie ist der Gang des Verfahrens? Wann werden die Namen der Firmen bekannt gegeben?
Schuß: Es finden derzeit bereits mit mehreren Interessenten sehr detaillierte Gespräche über deren Ansiedelung statt. Nachdem es dabei um wichtige Weichenstellungen für die jeweiligen Unternehmen handelt, muss der Grundstückskauf wohl überlegt sein und deshalb vertraulich behandelt. Ein Grundstück mit 10.000 qm wird nicht so im Vorbeigehen gekauft; da gilt es auch für uns, die Ansprechpartner bei der Stadt Friedberg, die bestmöglichste Beratung zu bieten. Wir wollen nicht nur ein Grundstück verkaufen, sondern mit unserem hohen Selbstanspruch als wirtschaftsfreundliche Kommune eine Langzeitbetreuung leisten. Die Stadt Friedberg steht nicht nur bei der Auswahl des geeigneten Grundstückes, sondern auch in vielen anderen Fragen rund um die Umsiedelung jederzeit dem Unternehmer auch zukünftig zur Seite. Von vielen zufriedenen Kunden wird dieser Ansatz sehr begrüßt. Sicherlich wird es in den nächsten Wochen zu diesen von Ihnen angesprochenen Vertragsabschlüssen kommen, mit Zustimmung der jeweiligen Unternehmen wird dann davon auch berichtet werden.
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