Nun werden sich viele von Euch fragen"Was ist den eine Pansterwassermühle ?",deshalb versuche ich mal eine kurze Erklärung dazu bei zu steuern.
Mühlen in Sachsen-Anhalt !
http://www.muehlen-dgm-ev.de/pages/Detailed/902.php
Hier gleich noch eine Mühlenliste für den nächsten Mühlentag 2013 :
http://www.muehlen-dgm-ev.de/alle-muehlen.php
Panstermühlen -
stellen einen Höhepunkt in der Entwicklung der Mühlentechnik dar.
Die älteste bekannte Panastermühle stammt aus dem 16.Jahrhundert - die wichtigste Neuerung im technischen Aufbau dieser Mühlen bestand darin,dass das Wasserrad einschließlich der Antriebswelle gehoben oder gesenkt werden konnte.
Somit konnte man die Eintauchtiefe des Wasserrades immer an die die Höhe des Wasserspiegels angepasst werden,dass ein optimaler Wirkungsgrad erreicht wurde.
Außerdem konnte man die Mühle damit ein und aus schalten durch herausheben des Wasserrades.
Das Panasterrad lies sich um einen Meter in der Höhe verstellen.
Es gab ursprünglich drei Vorrichtungen um das Wasserrad in der Höhe zu verstellen
- 1. das Zieh - und Kettenpansterzeug,bei dem das Rad in Ketten empor gezogen wurde
- 2. das Stockpansterzeug,das mit Hebelbäumen und Winde arbeitet
- 3. das Kniepansterzeug,bei dem die Radwelle auf einem einarmigen mit Ketten aufziehbaren Hebel bewegt wurde
Die schweren Eisenketten,haben vermutlich auch dieser Mühlenart den Namen gegeben,als Panzer - oder Pansterketten werden kurzgliedrige Eisenketten bezeichnet.
So wahrscheinlich übertrug sich der Name auf die gesamte Mühlengattung !
Wasserräder einer Panstermühle waren immer unterschlägig,dh. es taucht nur mit den untersten Schaufeln in das Wasser ein,sie waren sehr breit und hatten daher einen hohen Wirkungsgrad.
Sie benötigten dadurch im Gegensatz von Stabermühlen(wo das Wasser von oben auf das Rad trifft),keinen eigenen Zufluß pro Wasserrad.
So hatten Panstermühlen in der Regel drei hintereinander liegende Wasserräder,mit jedem Rad konnten zwei Mehlgänge betrieben werden.
Die Schulpfortener Panstermühle hatte vergleichsweise nur eine "magere"Ausstattung mit nur einem Wasserrad und trieb eine Getreidemühle und eine Papiermühle an,was vermutlich an der geringen Zugkraft der "Kleinen Saale" gelegen hat die nicht noch mehr Räder antreiben konnte.
Als im 16.Jahrhundert aus dem Kloster Pforta die Landesschule Schulpforte wurde
übernahm diese sämtliche Gebäude zur eigenen Versorgung.
So beschäftigte die Schule einen eigenen Müller und Bäcker.
Während die Mühle bis zu Anfang des 18.Jahrhunderts mit einem der übliche Staberäder angetrieben wurde,erneuerte man im Jahre 1708 die gesamte Technik und stattete sie nun mit einem neuen Panserzeug aus !
Schulpforta hatte also einst zwei Pansermühlen mit einem Wasserrad.
Die Papiermühle existiert seit dem Jahre 1860 nicht mehr.
Etwa 200 Jahre lang wurde mit der Mühle Getreide gemahlen,im Jahre 1906 stellte man den Mahlbetrieb ein und brach leider das Wasserrad samt äußeren Zieh-Erker ab um mit zwei "Francis - Turbinen" Strom zu erzeugen.
Zum Glück lies man das Innenleben (Ziehzeug,Trieb-und Mahlwerk) als technisches Denkmal stehen.
In den 1970er Jahren gelang es einem Lehrer mit Unterstützung zahlreicher Müller und der "VEB Saalemühlen Bernburg" die Mühle zu restaurieren.
Da der Bau eines neun Mühlenrades damals nicht möglich war wurde ein Elektromotor angeschlossen der das mahlen für Schauzwecke ermöglichte.
Im nunmehr
300.Jahr des Bestehens der Panstermühle,die zu den bedeutendsten im deutschsprachigen Raum gehört
kam man auf die Idee ein NEUES Wasserrad zu bauen und damit als vollständige Mühle mit besondere Pansertechnik für Besucher erlebbar zu machen.
Leider fehlen bisher noch die Materialkosten für eine neue Welle,auf der das Wasserrad funktionstüchtig wird.
Eine kleine Spende mit der Sie der Mühle ihrer Funktionstüchtigkeit zurückgeben würden ist immer willkommen!
Bürgerreporter:in:Manfred W. aus Nebra (Unstrut) |