Menschenrechte
ÖDP und ZukunftsLotsen fordern besseren Gewaltschutz und echte Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen

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Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai nehmen die ÖDP und das Projekt ZukunftsLotsen den Stand des Gewaltschutzes und der Barrierefreiheit in den Blick. Sowohl bestehende Lücken im Schutz vor Gewalt als auch aktuelle Probleme beim barrierefreien Umbau von Bahnhöfen zeigen: Die Situation vieler Menschen mit Behinderungen ist weiterhin unzureichend.

„Der Protesttag ist ein wichtiger Anlass, um nachzuhaken: Wie gut sind Menschen mit Behinderungen tatsächlich vor Gewalt geschützt? Und welche Verbesserungen kommen wirklich bei ihnen an?“, so die ÖDP. Klar ist: Es braucht besseren Schutz vor und mehr Unterstützung bei Gewalt – für alle Menschen mit Behinderungen.

Ein bedarfsgerechtes Hilfesystem bedeutet, dass Schutz-, Beratungs- und Unterstützungsangebote auch den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen gerecht werden. Gewalt darf weder im privaten Umfeld noch in Einrichtungen der Behindertenhilfe tabuisiert werden.

Gewaltschutz auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe sicherstellen

Menschen mit Behinderungen müssen überall sicher sein können – auch dort, wo sie wohnen oder betreut werden. Deshalb fordert die ÖDP, dass das Gewaltschutzgesetz auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe uneingeschränkt greift. Täter*innen müssen auch dort konsequent aus dem Umfeld der gewaltbetroffenen Person verwiesen werden können.

Gewaltschutzkonzepte dürfen dabei nicht in Schubladen verschwinden. „Gewaltschutzkonzepte müssen gemeinsam mit den Nutzer*innen erarbeitet und konsequent umgesetzt werden. Eine enge Vernetzung zwischen Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Anti-Gewalt-Arbeit ist dabei notwendig und sehr hilfreich“, erklärt Olaf Kipp, Landesvorsitzender der ÖDP Schleswig-Holstein.

Barrierefreier Zugang zu Hilfe – auch im ländlichen Raum

Fachberatungsstellen und Schutzeinrichtungen müssen für alle Menschen barrierefrei erreichbar sein – auch außerhalb der Städte. Die Angebote müssen den tatsächlichen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen entsprechen. Dazu zählen unter anderem:

Dolmetscher*innen für Gebärdensprache

Materialien in Leichter Sprache

die Berücksichtigung von Assistenzbedarf und Hilfstechnologien

angemessene Therapieangebote für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen

Darauf weist Sönke Ossenbrüggen vom Projekt ZukunftsLotsen hin.

Mehr Ressourcen und konsequente Umsetzung internationaler Verpflichtungen

ÖDP und ZukunftsLotsen fordern mehr Ressourcen für bedarfsgerechte und leicht zugängliche Angebotsstrukturen. Die Kapazitäten von Fachberatungsstellen und die Anzahl der Schutzhausplätze müssen erhöht, Zugangsbarrieren konsequent abgebaut werden. Zudem müssen die UN-Behindertenrechtskonvention und die Istanbul-Konvention endlich gemeinsam gedacht und in einer umfassenden, wirksamen und ausreichend finanzierten Gewaltschutzstrategie umgesetzt werden.

„Wir wollen mehr als Luftballons und schöne Worte. Schutz vor Gewalt und Unterstützung für Betroffene müssen ernst gemeint und endlich barrierefrei umgesetzt werden“, so die Forderung.

Bahnhofsumbauten: Barrierefreiheit darf kein Umweg sein

Auch aktuelle Bahnhofsumbauten zeigen, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. „Bei Umbauten von Bahnhöfen muss jederzeit sichergestellt sein, dass Menschen mit Behinderungen an ihrem Zielbahnhof ein- und aussteigen können“, kritisiert Kipp. In Elmshorn etwa verweist die Deutsche Bahn Rollstuhlfahrer*innen aktuell darauf, über Tornesch oder Pinneberg weiterzufahren und zurückzufahren, um einen barrierefreien Bahnsteig zu erreichen. „Für Menschen im Rollstuhl ist das eine Zumutung und eine enorme Strapaze.“

Demonstration und Kundgebung am 5. Mai in Elmshorn

„Deshalb werden wir am 5. Mai 2026 in Elmshorn eine Demonstration und Kundgebung veranstalten, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, mit denen Menschen mit Behinderungen täglich konfrontiert sind, und um für ihre Rechte einzutreten“, kündigt Ossenbrüggen an. Der aktuelle Umbau des Aufzugs in Elmshorn mache deutlich, dass Planungen vom Schreibtisch aus oft an der Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen vorbeigehen.

„Dass solche Protesttage noch immer notwendig sind, ist traurig – und zeigt, dass deutlich mehr getan werden muss. Politik und Unternehmen stehen hier gleichermaßen in der Verantwortung“, so Kipp.

ÖDP und ZukunftsLotsen ermutigen Einrichtungen und Institutionen, sich zu beteiligen – etwa mit Infoständen oder Beiträgen, die die Lebenssituationen von Menschen mit Behinderungen sichtbar machen. Interessierte können sich an die Landesgeschäftsstelle der ÖDP wenden oder per E-Mail an info@oedp-sh.de

Bürgerreporter:in:

Olaf Kipp aus Elmshorn

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