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Geschichtlicher Hintergrund: Der Schweriner Grunthalplatz

Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich der Brunnen "Rettung in Seenot" von 1910. Die Bronzeplastiken stammen von Hugo Berwald.
Schwerin: Bahnhofsvorplatz | In Erinnerung an die Lehrerin Marianne Grunthal, die von SS-Männern ermordet wurde, trägt der Schweriner Bahnhofsvorplatz die Bezeichnung Grunthalplatz.

Der geschichtliche Hintergrund: Eine Stunde vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen hatte sich am 2. Mai 1945 eine grausige Szene auf dem Bahnhofsplatz abgespielt. SS-Leute erhängten die Lehrerin Marianne Grunthal an einem Laternenmast.

SS-Wachmannschaften, die Gefangene aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen auf Todesmärschen nach Westen führten, hatten den Ausruf der Lehrerin Grunthal zu der Nachricht von Hitlers Tod gehört: „Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!“

SS-Leute hängten Marianne Grunthal ein Pappschild um mit der Aufschrift: "Eine deutsche Frau, die sagt: Gott sei Dank, dass der Führer tot ist". Soldaten, Flüchtlinge und Einheimische mussten diesem grauenvollen Ereignis auf dem Bahnhofsvorplatz zusehen.

Als die Amerikaner gegen 13 Uhr auf dem Marienplatz (damals noch Adolf-Hitler-Platz) in der Stadt eintrafen, hatten sich die SS-Leute schon in Zivil gekleidet, ihre Uniformen in den Pfaffenteich geworfen und waren verschwunden. Für Schwerin war der Zweite Weltkrieg am 2. Mai 1945 beendet.

Marianne Grunthal, 1896 in Zehdenick bei Berlin geboren, war keine Widerstandskämpferin. Sie hatte sich in Schwerin zufällig aufgehalten, weil sie auf einem Flüchtlingstreck in Mecklenburg unterwegs war. Ihre impulsive Reaktion auf die Nachricht von Hitlers Tod hatte sie das Leben gekostet. Das Grab von Marianne Grunthal befindet sich auf dem Nordfriedhof in Zehdenick.
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