Auf Achse; erneuter Besuch der Modellbauwelt Bispingen

Ein Sinnbild, was viel über den Pflegegrad der Modellbauwelten sagt.
183Bilder
  • Ein Sinnbild, was viel über den Pflegegrad der Modellbauwelten sagt.
  • hochgeladen von Jens Bähre

Im Juli 2021 besuchte ich die Modellbauwelten ein zweites Mal. Einerseits war es Neugier, ob und sich was verändert hat. Anderseits wollte ich gerne meine neue Kamera ausprobieren. Wie schon im ersten Bericht erwähnt, gab es doch punktuell einige sehenswerte Ansätze. Also ging es "auf Achse" die Autobahn runter nach Bispingen, daß für mich im Nahverkehr zu erreichen ist. Der Eintritt, das war die erste Überraschung, kostet nun nur noch zehn Euro. Trotzdem sah die Dame an der Kasse direkt am Gelände zu Tode gelangweilt aus, da ein Schild auf den Parkplatz auf den Ticketverkauf am Hauptschalter verwies. In den Modellbauwelten angekommen sah auf den ersten Blick alles wie bei meinem ersten Besuch aus. Auf dem zweiten genaueren Blick sah man dann doch Höhen und Tiefen im Vergleich zum ersten Besuch.

Die Gleiskreise gleich vorne waren unverändert. Die Westernanlage, die beim ersten Mal als temporäre Gastanlage beschrieben war, gab es ebenfalls noch. Allerdings war jeglicher Zugbetrieb eingestellt, und die Schienen mit einer dicken Staubschicht überzogen. 

Meine Reise führte mich weiter zur Themenwelt Harz. Hier gab es Betrieb wie auch beim letzten Mal. Mittlerweile bemerkte ich, daß oben in der Stahlkonstruktion sich munter die Tauben vergnügten. Entsprechende Hinterlassenschaften fand man auf den Gängen überall. Ich war froh, daß ich doch eine Schirmmütze dabei hatte ...

Direkt gegenüber befindet sich Indien, der Himalaya und China. Diese Themenwelten haben mir schon beim letzten Mal gefallen. Von diesen Themenwelten habe ich dann etliche Fotos erstellt. Eine positive Überraschung waren zwei Züge, auf denen Figuren auf dem Dach saßen und durch farbliche Umgestaltung nicht mehr so leicht als deutsche Schmalspurwagen zu erkennen waren. Immerhin ein zarter positiver Ansatz, bis der Zug der österreichischen Zillertalbahn vorbeifuhr....

Neugierig war ich auch auf den intergalaktischen Teil. Hier liegen jede Menge Schienen auf gigantischen Stahlkonstruktionen. Eine riesige Gleiswendel bringt Gleise in große Höhen, wo dann auf drei Seiten des Geländes mehrgleisig gefahren werden kann. Diese gigantischen Stahlkonstruktionen haben auch so ihren Reiz, wenn nur mal was auf den Schienen fahren würde. Einsam zuckelte auf langsamster Fahrt eine Lok mit einem Wagen durch die Gegend. Trotzdem herrschte hier ein Riesengetöse wie auf einem Großstadtbahnhof. Der Grund waren zwei weitere Züge, die sich auf einer kurzen Pendelzugstrecke immer wieder ablösten. Besonders eine ( kleine ) Dampflok machte ein Krach, der für zehn Dampfloks ausgereicht hätte. Irgendwie fand ich die Lok niedlich. Das war der ganze Zugbetrieb auf diesen kilometerlangen Schienen.

Die Themenwelt "Red Wood" gleich nebenan bot auch einige Motive für meine neue Kamera. Im Unterschied zum letzten Mal rührte sich hier auf den Schienen absolut nichts. Auf dem USA Abschnitt wiederum drehten einige Züge ihre Runden. Doch auch hier war weniger los als im September letzten Jahres.

Für mich war es nun auch keine Überraschung mehr, daß der Südamerika Abschnitt immer noch nicht fertig ist. Es wurde zwar begrünt und Geländebau betrieben und einträchtig steht der Staubsauger neben den ersten Häusern, aber ansonsten ist hier noch lange nichts los.

Neben genannten Themenwelten guckte ich mir noch den Block mit Italien, Sölden und Bayern an. Angetan war ich von der italienischen Markthalle. Das hat mir vom Modellbau her auch beim ersten Besuch sehr gefallen. Und dann kam ein Zug bespannt mit der deutschen Schnellzuglokomotive schlechthin, einer BR 103, die einen langen Güterzug der rhätischen Bahn zog. Ich persönlich empfand das schon beinahe als Körperverletzung.

Gleich nebenan befindet sich der Block mit Tansania, Ägypten, Bad Max und Grand Canyon. Tansania zeigt hier den Kontrast zwischen Arm und Reich. Während in der Loge die Gäste den Urlaub genießen, sehen die einheimischen Behausungen sehr einfach aus. Daneben gibt es noch die Savanne mit etlichen Tieren. Ein Bereich, den ich auch sehr ansprechend finde. Ägypten ist wiederum Geschmackssache. Nicht jeder kann sich mit Tunneln quer durch Pyramiden anfreunden. Wie schon beim letzten Mal war ich von dem Bereich "Bad Max" , in Anlehnung einer postapokalyptischen Spielfilmserie sehr angetan. Das ist für mich Kreativität. die guten  Modellbau auszeichnet.

Ein weiterer Block besteht aus England, Schottland und Kanada. OK, ich will mich nicht daran stören, daß die Züge eben mal so von Europa Nordamerika fahren. Im Vergleich zum ersten Ausflug gibt es hier keine Veränderungen.

Schade finde ich weiterhin, daß die Arktis duch eine massive Brücke so verbaut worden ist, daß man die Gestaltung des Hintergrundes nur schwer erkennen kann. Norwegen und Island sind ganz nett gestaltet. In Norwegen darf die Sauna nicht fehlen, in Island wiederum ist ein Geysir das Markenzeichen. Allerdings will ich den Zugverkehr lieber nicht ansprechen...

Bewusst ausgelassen habe ich die Feenwelt und die Dinosaurier, da mit diesen Themen höchstens kleine Kinder begeistern kann. 

Wer beim Rundgang durch das Gelände genauer hinschaut, der wird auch entdecken, daß die Pflege vernachlässigt wird. Besonders deutlich wird das am Hollywood Schriftzug im USA Abschnitt, der vom Unkraut überwuchert wird. Unkraut findet man übrigens sehr oft in den einzelnen Themenwelten.  Daneben habe ich zahlreiche umgekippte Figuren oder andere Details gesehen. Auch das Taubenproblem, wie oben schon erwähnt, sollte man besser in den Griff bekommen. Das sind alles so Kleinigkeiten, die ein negatives Gesamtbild erzeugen. Vor allem sollte man endlich mal die reißerischen Sprüche verschwinden lassen, die vollmundig immer noch 500 Züge in 50 Themenwelten mit bis zu 20 Metern Zuglänge versprechen.

.Ein absoluter Tiefpunkt sind für mich jedoch die teils abenteuerlichen Zugkompositionen. Züge der Rhätischen Bahn in der Arktis, eine Ludmilla in Island. Amerikanische Regelspurlokomotiven im Masstab 1:32, die Schmalspurgüterwagen im Masstab 1:22,5 ziehen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Auch die vollmundigen Versprechen von 500 Zügen, die bis zu 20 Meter lang sind sind nur heiße Luft. Die wenigen Züge, die überhaupt fuhren, hatten teilweise nur einen Wagen gehabt. 

Trotz allem habe ich aber auch Respekt vor dem, was bislang geschaffen worden ist, und werde die Modellbauwelten irgendwann in der Zukunft ein weiteres Mal besuchen. Mein Favorit ist immer noch die indische Themenwelt. Hier gibt es viele liebevolle Details zu entdecken . Sei es Mogli und seine Freunde, oder auch die indischen Paläste. Ebenfalls zu den Highlights zählt für mich Bad Max. Auf die Idee muß man erst einmal kommen eine Spielfilserie im Modell nachzubauen. Auch in den anderen Themenwelten gibt es punktuell gute Ansätze

Bürgerreporter:in:

Jens Bähre aus Isernhagen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.