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Sehnsucht nach der guten alten Zeit

Aichach: Rathaus | Viele sind von weit hergereist, bis aus Brandenburg, um bei dem historischen Treffen der Nachtwächter Türmer und Figuren dabei zu sein. „Es wird eine klasse Tradition gepflegt und ein tolles Netzwerk ist entstanden. Man kann nur voneinander lernen“, so der Schultheiß, wie man zu dieser Zeit den Bürgermeister nannte. Er freute sich über die rege Teilnahme und meinte: „Die Mittelaltermärkte sind im Kommen, vielleicht auch dem geschuldet was in unserer schnelllebigen und mediengesteuerten Welt verloren ging“.
Die Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren hat es sich zur Aufgabe gemacht, Überliefertes zu bewahren und die Mitmenschen damit vertraut zu machen. Frauen wie Männer, sie wollen ihre Position stärken, Kontakte untereinander pflegen. Seit 13 Jahren ist die Vereinigung bundesweit, und über Deutschland hinaus, aktiv. Der Verein hat mittlerweile mehr als 200 Mitglieder.
Vielleicht ist es ja auch die Sehnsucht nach der guten alten Zeit, wobei die gute alte Zeit so gut eigentlich nicht war - die Zeit wo man Angst hatte vor den Nachttöpfen die ausgeschüttet wurden. Aber auch das war Mittelalter. Es ist doch schön wenn man sich ein Stück in diese Welt zurück katapultieren kann. Aichach ist eine uralte Stadt, mit einem geschlossenen Stadtbild, einem wundervollen Flair und geradezu prädestiniert um Mittelalterfeste und mittelalterliche Treffen zu veranstalten.
Hans-Peter Lindenbaum aus dem Hundsrück sieht sich in erster Linie als Fremden- oder Stadtführer und ist immer wieder erstaunt wie viele Menschen es gibt die nicht wissen dass es irgendwann ein Zollhaus gab oder die sich noch nie über die Herkunft des Ortsnamens Gedanken machten. Gildemeister Heinz Wellmann überreichte den beiden Bürgermeistern der Stadt Aichach eine Erinnerungs-Tasse als Präsent sowie dazugehörigen Kaffee für die besonders langen nächtlichen Sitzungen. Der Landesherr (Landrat Klaus Metzger) wurde außerdem noch mit einem netten Lesewerk der Gilde bedacht.

Aus Brandenburg/Havel, Ludwigshafen, Backnang, aus der Pfalz und Bad Windsheim in Franken sowie aus Hohenlohe, Gemünden im Hundsrück, aus dem Sauerland traf man sich in Aichach stellten sich die Mitglieder vor. Die Rattenfängerin aus Hameln legte zu ihren Sprüchen zudem ein schauspielerisches Talent an den Tag. Zu Bürgermeister und Landrat gewandt echauffiert sie sich: "Lange ist es her, da hatten wir Hamelner es schwer. Die Ratten und Mäuse sie saßen und fraßen in der Küche am Tisch unser Brot und unsern Fisch…im Keller tranken sie unsern Wein.. wir sprachen, das kann doch nicht sein… sie schliefen in unseren Betten, das war eklig..." Sie ludt alle nach Hameln ein, dort führe sie durch die Straßen und Gassen und sie warnte besonders Landrat und Bürgermeister dass es da etwas ungemütlich werden könnte…
Bernhard Rössner meinte am Ende: Ned dass unsere Weißwürscht zu Weiberln werden und verreißen... und die ganze Mannschaft zog fröhlich weiter ins Cafè Dahoam.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.aichacher | Erschienen am 07.04.2018
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