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Schloss Hofhegnenberg

Das Schloss Hofhegnenberg von Süden mit dem 2010–2012 wiederaufgebauten Bergfried
Das Schloss Hofhegnenberg, das zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Landkreises Aichach-Friedberg gehört, hat sich aus einer Burganlage entwickelt, die dem Typ der in unserer Gegend höchst seltenen Kastellburg zuzurechnen ist. Diese Burgform stammt aus dem Mittelmeerraum und die Gebäude sind an der Innenseite eines viereckigen Mauerzuges angeordnet, der an den Ecken des Gevierts durch vorspringende Türme verstärkt wird. Bei der Burg Hegnenberg war der Turm an der Südwestecke wesentlich höher als die übrigen drei (noch vorhandenen) und diente als Bergfried, der das Burgtor zu schützen hatte. Heute zeigt sich das Schloss als umfangreiche Vierflügelanlage, die sich um einen rechteckigen Innenhof gruppiert.
Der Hauptteil der Anlage ist der Renaissancezeit zuzurechnen. Die 2009 durchgeführten dendrochronologischen Untersuchungen lassen darauf schließen, dass sie zwischen 1544 und 1564 unter Georg Dux erstellt wurde. Zunächst entstand ab 1544 der Westflügel mit dem Torbau, der von einem Treppengiebel überhöht und von Rundtürmen flankiert wird, die neugotische Zinnen tragen. Hier war direkt neben dem romanischen Bergfried der ursprüngliche wehrhafte Zugang zur Anlage. Er führt als langer Torweg durch den vorgestellten Torbau und anschließend mit einem leicht ansteigenden Durchgang durch den Westflügel in den Innenhof. Zu ihm hin öffnen sich im ersten Stock offene Arkaden, wie sie bei repräsentativen Bauten der Renaissancezeit üblich waren. Als nächster Bauabschnitt folgte der westliche Teil des Nordtrakts. Um 1563/64 muss der Südflügel entstanden sein. Bemerkenswert ist in ihm das sogenannte Wappenzimmer in der Südostecke des zweiten Stockwerks. Es enthält an den Wänden fast 200 auf Holz gemalte Wappen, die nach einem Chronogramm 1752 renoviert wurden.
Erst nach dem Tod von Ritter Georg 1589 wurde zwischen 1614 und 1618 der bis dahin eingeschossige und nur aus einem bedeckten Gang bestehende östliche Teil des Nordflügels zweigeschossig ausgebaut. Der östliche, ebenfalls vorgesetzte Torbau, anfangs auch nur ein bedeckter Gang, entstand in seiner heutigen Form erst 1716/17. Darin befindet sich im Obergeschoss der sogenannte Rittersaal.
Helmut Rischert recherchierte die Baugeschichte des Schlosses von der Entstehung, über den Verfall bis zum Wiederaufbau. Eine detaillierte Stammtafel zeigt die verschiedenen Linien der bedeutenden Herren, Freiherren und Grafen von Hegnenberg genannt Dux. Der komplette Beitrag ist nachzulesen im Band 2012 des Jahrbuchs „Altbayern in Schwaben“. Der Band 2012 der Reihe „Altbayern in Schwaben“ ist im örtlichen Buchhandel oder im Landratsamt Aichach-Friedberg erhältlich. Dort gibt es auch Restbestände der Jahrgänge 2001-2010.

Quelle: „Altbayern in Schwaben 2012“
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin aichacher | Erschienen am 05.10.2013
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