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Aichach hat nun ein Stadtmodell aus Bronze

Anlieferung der Bronzeplatte.
 
Bürgermeister Klaus Habermann begrüßte die Vertreter von Rotary und Lions Club. (Foto: Erich Echter)
Im FeuerHaus ist das Aichacher Stadtmodell bereits seit einigen Wochen ein Höhepunkt der Bayerischen Landesausstellung. Als Bronzeguss ist es nun auch vor der Spitalkirche am Oberen Stadtplatz zu bewundern. 
Im Mai 1914 hatte das bayerische Königspaar die Stadt Aichach besucht. Zu diesem Zweck wurde die Innenstadt detailliert dokumentiert. Dieses Bildmaterial und digitale Vermessungsdaten sind die Grundlagen für das neue Stadtmodell, das vom Rotary-Club Schrobenhausen-Aichach und dem Lions-Club Schrobenhausen-Aichach sowie zahlreichen Sponsoren und Spendern gesponsert wird.
Ausgegangen ist die Initiative vom damaligen Rotary-Präsidenten Dr. Gerhard Lehrberger, zusammen mit Stadtarchivar Christoph Lang sozusagen der Ideengeber. Unterstützung bekamen sie durch die Neukonzeption der Bayerischen Landesausstellung mit Schwerpunkt auf das Thema „Stadtgründungen“. Denn auch das Haus der Bayerischen Geschichte zeigte Interesse an einem Stadtmodell und beauftragte die junge Historikern Theresa Hauck mit der historischen Recherche. Ein Glücksfall, wie Dr. Gerhard Lehrberger erläutert, denn Theresa Hauck hat bei ihren Forschungen u.a. auch frühe Luftbilder von Aichach entdeckt, von denen man bisher gar nichts wusste. Insgesamt habe sich durch deren Arbeit ein erheblicher Zugewinn an Wissen um die Stadt- und Häusergeschichte Aichachs ergeben. Dieses Wissen stehe künftig auch dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv zur Verfügung.

Als 3D-Druck im FeuerHaus

Mit ins Boot geholt wurde daneben mit Michael Leibl, Chef der Architekturwerkstatt der TU München, ein versierter Modellbauer. Er hat in enger Kooperation mit Theresa Hauck und auf Basis von Vermessungsdaten, die das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung kostenlos zur Verfügung stellte, ein Datenmodell erarbeitet. Als 3D-Druck hat das Stadtmodell Eingang in die Bayerische Landesausstellung „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“ gefunden. Im FeuerHaus ist dem Modell ein ganzer Raum gewidmet. Es dient auch der Visualisierung der Stadtentwicklung.
Das gleiche Modell, diesmal aus einem speziellen Kunststoff gefertigt, war Grundlage für den Bronzeguss, der vor einigen Wochen in Straubing erfolgte. Inzwischen gab es eine aufwändige Nachbearbeitung – die Ränder und Kanten mussten beispielsweise geschliffen werden – und die Bronze wurde patiniert.
Rotarier Lehrberger findet es spannend, dass im fertigen Modell auch der Entstehungsprozess zu sehen sein wird. Denn bei dem Modell handelt es sich um acht Platten, die auf einem Stahlrahmen zusammengefügt wurden. Betrachter können übrigens nicht nur den Stadtkern sehen, sondern auch einen Blick in die damaligen Vororte und den Bahnhof jenseits der Paar werfen.

Viele Details und hohe Präzision

Dr. Gerhard Lehrberger weist zudem auf den hohen Detaillierungsgrad und die hohe Präzision der Umsetzung hin, die das Stadtmodell Aichach ganz besonders auszeichne. Möglich wurde dies durch traditionelle handwerkliche Tätigkeiten in Kombination mit hochmodernen Verfahren wie 3D-Druck und der Nutzung digitaler Daten. Die werden auch künftig für weitere Anwendungen zur Verfügung stehen – ein Modell mit mehreren Nutzungsvarianten sozusagen.
Wichtig war es für die beteiligten Institutionen aber auch, dass das Stadtmodell fair und regional hergestellt wurde, durch Firmen in Bayern und mit regionalen Materialien. So stammt der Granit, auf dem das Stadtmodell ruht, aus Flossenbürg in der Oberpfalz. Das gleiche Material findet sich auch im benachbarten Spitalhof. Das fertige Modell im Maßstab 1:600 wiegt übrigens an die 200 Kilogramm.
Der Rotary-Club und der Lions-Club sehen das Stadtmodell als „Geschenk an die Bürger und Gäste der Stadt Aichach“. So lautet auch die Inschrift am Modell, dass fortan an die Bayerische Landesausstellung 2020 in Aichach erinnern soll und letztlich als bronzenes Denkmal des Ereignisses erhalten bleibt.
Menschen mit Sehbehinderung und Blinde können übrigens die Stadt von damals ertasten und somit ebenfalls erleben. Straßennamen und der Erläuterungstext wurden in Blindenschrift eingearbeitet.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH17 myheimat aichacher | Erschienen am 05.09.2020
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