Weihnachtskonzert lenkt zur Mitte des Lebens

Diese Fotos zeigen alle Mitwirkenden am Ende des Konzerts aus der Sicht der entfernten Orgel-Empore.
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Konzert. In Thierhauptens Pfarrkirche zeigen drei Chöre abwechslungsreich ihr Können. Dabei wurde ein Lied uraufgeführt.

Von Claus Braun

Thierhaupten. Als abwechslungsreich, besinnlich und international kann man das diesjährige Weihnachtskonzert des Gesangverein „Harmonie“ Thierhaupten am vergangenen zweiten Weihnachtsfeiertag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul bezeichnen. Mitwirkende und Zuschauer in der proppenvollen Kirche liefen dabei zur Höchstform auf.

Um die Wette mit dem ausgestellten Christkind im hellen Kerzenschein strahlte Gertrud Schuster, die Vorsitzende des Gesangvereins nach dem Konzert! „Ich glaube, den Besuchern hat`s gefallen“, zog sie ein treffendes Fazit des über einstündigen Programms. Auffallend langanhaltender Applaus und stehende Ovationen zeugten davon, dass die Stückauswahl mit internationalen Titeln aus Chile und Argentinien sehr gefielen. Und weil nicht wenige Stücke an`s Herz gingen wünschte sich Gertrud Schuster in ihren Abschlussworten Frieden auf Erden, obwohl die Welt davon leider weit entfernt ist. „Doch, so Schuster, soll weiter der Glauben an Wunder aufrechterhalten werden!“

Pfarrer Werner Ehnle begrüßte die Konzertbesucher zu Beginn und erinnerte daran, dass Weihnachten nicht nur fröhlich sei. Er spannte den Bogen vom heiligen Stephanus, dem ersten Märtyrer der Kirche hin zu den verfolgten und getöteten Christen auf der ganzen Welt. Ehnle wünschte sich dass das Konzert dazu dient, die Besucher durch die Musik zur Mitte des Lebens und des Glaubens hinzuführen.

Den Konzertreigen selbst eröffnete mit dem Choralvorspiel „In dulci jubilo“ Florian Luderschmid meisterhaft an der Orgel. Der Gast-Organist zeigte auch bei seinem weiteren späteren Soloauftritt mit dem Pastorale „Gesu Bambino“ sein großes Können am großen Kircheninstrument.

Im Mittelpunkt standen natürlich die Stimmen der vielen Chorsänger des Gesangsvereins, die sich in den bewährten drei Formationen präsentieren. Unter der Leitung von Benedikt Schreier klappte der Auftritt der Kleinsten wunderbar. Der „JuKi-Chor“ sang „Im Wald is so stad“, „Stern über Bethlehem“ und als ganz besondere Herausforderung auf Englisch „The first Noel“.

Gelohnt haben sich die Probenabende auch für den „Gemischten Chor“. Unter der Leitung der rührigen Dirigentin Marianne Lang wurden unter anderem „Eilt herbei ihr Hirten“, aus Chile „Der du geboren einst warst“, „Ave Maria“ oder „Jauchzet dem Herrn“ sehr einfühlsam gesungen. In der Besetzung Gerti Kiss-Walterskirchen, Barbara Strenge und Theresia Fendt wurde aus der Wildschönau „Still, o Himmel, still, o Erde“ aufgeführt.

Den Besuch alleine Wert waren die Lieder der Chorformation „La Ventura“. Dirigent Martin M. Fendt rief von den überwiegend jungen Sängerinnen und Sängern wieder Höchstleistungen ab. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, das alpenländische Volkslied „Es wird scho glei dumpa“ und „Heaven Rejoices Tonight“ waren im Programm ebenso das Spirtitual „Go tell it on the mountain“ mit der Solostimme von Simon Ludl und „Stille Nacht“ mit dem besonders beeindruckendem Arrangement von Martin M. Fendt und dem Sologesang von Katharina Theunissen.

Herausragend in der Programmfolge war der Auftritt der Sopranistin Bernadette Lang. Begleitet von der Orgel sang sie von der Empore herab „He shall feeds his flock“ aus „Messias“ von Georg F. Händel und von Karl Kempter „Ein Knab erschien in Bethlehem“. Das letztere war ein ganz besonderes Weihnachtslied für Sopran und Orgel aus der Handschrift von Karl Kempter mit dem Datum vom 6. März 1856. Entdeckt wurde es vom ehemaligen Aindlinger Organisten Peter Schmidberger auf einem Flohmarkt in Augsburg. Im Werkverzeichnis Kempters ist es nicht aufgeführt, so war die Aufführung in Thierhaupten wohl als Uraufführung zu werten.

Der musikalische Abschluss des Konzerts wurde mit „Kommet ihr Hirten“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ gefunden, dass die Chöre zusammen sangen. Chöre und Zuhörer zusammen fanden mit „O du fröhliche“ den gemeinsamen Schluss eines denkwürdigen Konzerts, dass unter die Haut ging.

Bürgerreporter:in:

Claus Braun aus Thierhaupten

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